Cosmos: War of the Planets



Originaltitel: Battaglie negli spazi stellari (1977) Regie: Alfonso Brescia
Drehbuch: Alfonso Brescia, Aldo Crudo, Massimo Lo Jacono & Giacomo Mazzocchi Darsteller: John Richardson, Yanti Somer & Gaetano Balestrieri
FSK: unbekannt


Deppen im All

Während auf der Erde die Kommandostäbe auf die Rettung des blauen Planeten hoffen, gerät die Crew des dazu entsandten Raumschiffes Pappquadrat 10 in die, von einem künstlich intelligenten Kaffeeautomaten gestellte, Falle im Sektor der Düsterplaneten. Dieser besteht lediglich aus finsteren Höhlen, in denen das ewige Schwarz vorherrscht. Schwarze Materie? Nein, Materialarmut, einem mehr als geringen Budget geschuldet.
Und somit endet auch mein kläglicher Versuch, dem Leser die Story näher zu bringen. Eine Story, in der es eigentlich nur darum geht, dass eine Bande von Astronauten in Strampelanzügen entweder in billigen Kulissen voller blinkender, klobiger Dioden mit dem Druck von links nach rechts schwenken oder eben in besagten komplett unterbelichteten Höhlen außerirdische Lebensformen entdecken und den fiesen Kaffeeautomaten bekämpfen…

“How long?“
”Whatever.“
“Violent or gentle?”
”You decide.”

Kubrick? Kann einpacken.
Ja, bei dieser Unterhaltung ging es um Sex. Nein, wir sehen, trotz Alfonso Brescia auf dem Regiestuhl, keine nackte Haut. Jetzt, da die Pornobrigade uns verlassen hat, muss ich auch die restlichen Fans des schlechten Geschmackes vor den Kopf stoßen.
’Cosmos’ bedient sich genauso plump bei Streifen a la ’Tödliche Nebel’ und ’Raumschiff Alpha’, wie bei Mario Bavas ’Planet der Vampire’ und hat dem Sub-Genre der preiswerten Space Opera rein gar nichts hinzuzufügen.
In Kostümen, die nicht einmal bei Background-Statisten von ’Star Trek’ durchgegangen wären, eiern die Stelz-Sprech praktizierenden Darsteller durch windschief gefertigte Sets (Kann man ’Sets’ sagen, wenn drei graue Wände voll von blinkendem Tand gemeint sind?). Gelacht werden darf bei schwarzgeschminkten Nackedeis, die als Aliens herhalten müssen, einem sprechenden Schrotthaufen mit extra farbiger Beleuchtung (nicht unähnlich jenem aus Brescias ’Beast in Space’) und dem Weltraum-Zombie, der zum Finale herbei geschlurft kommt. Bis dahin hat man allerdings jegliches Interesse am Film verloren.
Schrille Sounds und ulkige Orgelmusik beherrschen das Klangbild, ein Haufen Technobabble die Dialoge. Zu viel Technobabble, um ihm in der vorliegenden englischen Fassung folgen zu wollen (“Fast Range. 50 Miles. Approaching Range. Countdown. Internal pressure is five Gs.“)
Nicht zu fassen, dass dieser Film im Jahre 1977 gedreht wurde. Ich erwarte ja gar keine Exploitation auf dem technischen Niveau von ’Krieg der Sterne’, aber wer seine Protagonisten in Strampelanzügen mit roten Badekappen durch wackelige Kulissen stolpern lässt und den Spaß an der Sache vergisst, der hätte es gleich lassen können.

Noch mehr Deppen im All

”The enemy is a computer. The images you see are materializations of its energy. To destroy it press button for its elimination. Probable colour: Red.”

Fazit: Eindeutig der falsche Film, um den Videoabend zu starten oder zu beenden und ganz besonders schlecht für mittendrin. Wenn schon italienischer Retro-Spacequark, dann doch bitte die Streifen von Antonio Margheriti. Die sind im Vergleich zu ’Cosmos: War of the Planets’ wahre Kunstwerke des Genres.


Hudson