Die Leichenmühle


‘Ein Gruselschocker in Blutcolor und Horrorama!’


Originaltitel: The Corpse Grinders (1972) Regie: Ted V. Mikels
Drehbuch: Joseph Cranston & Arch Hall Sr.
Darsteller: Sean Kenney, Monika Kelly, Sanford Mitchell FSK: 18


Nanu, was’n hier los? Katzen greifen Menschen an!
Potzblitz, da hol mir doch einer den Tierfänger…

Katze krallt Kehle!
Ursprung allen übels ist Katzen-Futter Fabrikant Landau und Totengräber Caleb, die einen Kuh- pardon Katz-Handel ausgemacht haben. Da im Lande Zutaten-Knappheit herrscht werden einfach unlängst verstorbene Homo Sapiens ins ’Whiskas’ gemischt. Deshalb sind die Nasch-Katzen also aggressiv und springen den Hillibillies an die Gurgel. Während einer Blinddarm-Obduktion bei einer Muschi kommt Dr. Glass (Sean Kenney) dem Treiben auf die Schliche. Menschenfleisch in Katzenbauch? Das geht nun wirklich nicht! Der Doc versucht sich als Ermittler, begibt sich damit aber in Teufels Küche. Denn die neue Mische verkauft sich inzwischen so gut, dass Fiesel Landau von Leichen auf unliebsame, lebende Menschen umsattelt. Und wie schon ein altes Sprichwort sagt: Wer Glass heißt sollte nicht mit Steinen werfen…

„Du kannst ihn doch nicht in den Fleischwolf stecken!“
„Nein? Dann schau mal zu!“

’Miau!’ nachts sind alle Katzen grau!
Mein lieber Scholli, was war das denn? Musik (die selbe alte Leier), Ausstattung (ein Pappkarton als Leichenmühle?), Beleuchtung (wow…der Raum mit drei Farben!) und der nicht vorhandene Gore-Gehalt (was soll der ganze Glotter-Schmus und die Pappmaché-Arme?), ihr hört’s schon selber: Größtenteils ist dieses Machwerk komplett für die Katz (sorry, den konnte ich nicht weglassen).

Ein Beispiel beispiellosen Grauens!
Aber die verrückten Charaktere bringen soviel Camp in die Sache, dass es schon fast zum Zwang wird, das Geschehen bis zu ihrem unvermeidlichen Verrecken zu bestaunen. Da haben wir das irre Pärchen Caleb & Cleo. ER, ein bärtiger Hüne in Latzhose, ständig grummelnd und hungrig. SIE, eine keifende Kochmaschine, die nix als dünne Suppe auf die Teller kellt und eine Puppe mit sich herumträgt.
Dann gibt es den Bösewicht Landau, der wie ein Chimp-Pimp im Polohemd daherkommt, und seinen Henchman Maltby, eine Art Karloff für Z-Filme, gerne eins auf die Nuss gibt.
Desweiteren sind da noch zwei hutzelige Scheunenschrate (taube Frau mit Krücken und zahnloser Oheim aus der Lulatsch Abteilung).
Der Katzendarm-Forscher Dr. Glass und seine Frau/Sprechstundenhilfe sind noch die normalsten Figuren in diesem Gemisch aus Over-Acting und nonchalantem Grundschul-Theater.
Auf die Witze-Spitze wird die Schose allerdings mehr als einmal getrieben. Sei es klischeehafter Einsatz von Nebelmaschinen, klassisch doofe ’Bumm Bumm, der Tod geht um!’ Einstellungen oder völlig hirnrissige Szenen, wie jene, als Mr. & Mrs. Glass den höchst verdächtigen Landau zum x-ten Mal besuchen und es zu folgendem Dialog kommt:
„Wir wollten nochmal vorbeischauen und einen Sack Katzenfutter kaufen!“
„Gehen sie gefälligst in den Supermarkt!“
Mit einer Laufzeit von gerade mal 70 Minuten der Streifen aber fast schon wieder erträglich.

'That's what Cats would kill for!'

Nach ’Genuss’ dieses filmischen Katzeklo’s war ich zwar nich schlauer als zuvor, jedoch wurden mir zwei Dinge klar…
1. Kein Wunder, dass die Katzen immer das Fleisch um die Petersilie herum fressen.
2. ’Die Leichenmühle’ ist der etwas andere Tierhorror und bringt im Film zwar für Katzen unwiderstehliches Futter zu Tage, aber Zuschauern gewählteren Grusel-Anspruchs nur das ganz leichte Würgen.

Hudson