Conan - Der Zerstörer


“The most powerful legend of all
is back in a new adventure.”


Originaltitel: Conan the Destroyer (1984)
Regie: Richard Fleischer Drehbuch: Stanley Mann
Darsteller: Arnold Schwarzenegger, Grace Jones, Mako FSK: 16


Aahh! Conan! …der Zerstörer? Hm.

Also schön…
Conan (Arnold Schwarzenegger) trauert noch immer seiner geliebten Valeria nach, die ja bekanntlich in Teil eins starb. Außerdem ist er mittlerweile in Begleitung des albernen Diebes Malak (warum zum Teufel er den smarten Subotai gegen den schmächtigen und reichlich albernen Tracey Walter eingetauscht hat, bleibt ungeklärt).
Auftritt Königin Taramis (Sarah Douglas, ’Superman 2’). Sie verspricht Conan, dass Valeria von den Toten auferstehen wird, sollte der Barbar einen Schatz vom gefährlichem Ort X zu ihr bringen. Conan willigt ein und zieht mit Malak, der jungen Prinzessin Jenna & ihrem Leibwächter Bombaata los, um dem Zauberer Toth-Amon (Stunt-Ikone Pat Roach) einen Diamanten abzuluchsen. Unterwegs sammeln sie noch Conans Magier-Kumpel aus Teil eins (Mako, dessen Rolle hier endlich einen Namen erhält; Akiro) und die schrille, nervtötende Zula (80er Jahre Furunkel Grace Jones) auf und ab geht die Hatz ins Fantasy-Reich.

"Geht's hier zum Fit-In?"
Wie auch später mit ’Red Sonja’ zeigt Regisseur Richard Feischer, dass er einfach kein John Milius ist. Um es kurz zu machen, ’Conan der Zerstörer’ hat:
Die Musik von Basil Poledouris, Arnie, Mako, Pat Roach & einen fetzigen Schwertkampf mit Conan-Veteran Sven Ole-Thorsen, sowie nette Kostüme und schöne Landschaftsaufnahmen.
’Conan der Zerstörer’ hat leider nicht:
Die Epik seines übermächtigen Vorgängers, eine interessante Story, die nicht unbedingt jedes abgelutschte Fantasy-Klischee bedienen muss und ein schwarzes Loch oder einen schnellen Bildschirm-Tod für die beiden Nervensägen Grace Jones (wie immer mit Brikett-Frisur) & Tracey Walter (mit Fuzzy-Synchro).
Außerdem klingt Thomas Dannebergs (Arnies Leib und Magen Synchronsprecher) Stimme einen Tick zu hell für einen Conan-Film und wird viel zu oft benutzt, um die umpassendsten Sachen zu sagen.

A cool black cat from
Castrop-Rauxel!
Wäre dies ein zweitklassiger Barbaren-Schinken, dann hätte ich den Film längst als Meisterwerk gepriesen, doch wir reden hier von ’Conan’ und ’Conan’ sollte weder zweitklassig noch lächerlich sein. Zum Beispiel:
Was hat sich uns Arne bloß gedacht, als er im Script las: 'Und dann wrestlet Conan mit einem affengesichtigen Muskelprotz, den er nur besiegen kann, wenn er einen Haufen Spiegel kaputt kloppt!' ???
Oh, er war vertraglich für die Fortsetzung gezwungen!? Also schön! Was haben sich Produzent und Regisseur bloß gedacht, als sie im Script lasen: 'Nachdem Conan den Mops und seine Spiegel besiegt hat, stürzt der Palast in sich zusammen, aber erst nachdem die Darsteller genug Zeit hatten, sich in die Augen zu schauen, die Prinzessin aus dem Schlaf gerüttelt und das Artefakt geborgen war!'
Nee, nee, nee, manchmal frage ich mich, was für geniale Filme das geworden wären, hätten Oliver Stone, John Milius und Arnie an dem ursprünglichen Konzept der 'Conan' Saga festgehalten. Es wäre ein epischer ’Conan’ geworden und ein würdevoller.
Und Würde zeigte Conan (bzw. Schwarzenegger in Teil eins), in allem was er tat. Wenn ich hier hingegen den betrunkenen Barbaren sehe, der Unsinn faselt, zu welchem sein lächerlicher Diebes-Kumpan auch noch seinen Senf (mit einem hohl kopierten Satz aus dem Orignal: “Du solltest nicht so viel von dem Saft trinken, er ist ist in der Sonne gegoren!“) dazu geben muss, kann ich nur traurig mit der Rübe schütteln. Conan Fans werden wissen, wovon ich rede!

Goldfinger in: ‘Pimp my Face’

’Conan - Der Zerstörer’ funktioniert auf der Ebene einer B-Sandale hervorragend. Stimmige Action, der steirische Arnie und stahlharte Albernheiten garantieren für eine kurzweilige Unterhaltung. Echte Fans des Originals werden hier jedoch enttäuscht und beten zu Crom, dass es eines Tages wieder jemand schafft, ihren Helden auf eine gebührende Art und Weise auf die Leinwand zu bringen.

Hudson