Conan – Der Abenteurer



Originaltitel: Conan: The Adventurer (1998) Regie: Martin Denning, Mark Roper & Rob Stewart Drehbuch: Robert E. Howard
Darsteller: Ralf Moeller, Jeremy Kemp, Andrew Divoff FSK: 12


’Conan. Ein Mann. Ein Freund. Ein Held.’

Dieser Satz sollte eine Vorwarnung für alles sein, was der Zuschauer in den nächsten 90 Minuten ertragen muss.
Denn wenn der Vorspann verflogen ist, die üble TV-Optik einsetzt und wir nach dem obligatorischen Voice Over den bösen König Hissa Zul (mit der deutschen Synchro von Onkel Dagobert) beim Gespräch mit einem Totenkopp aus der Küchenspüle erwischen, keimt unausweichlich ein Gedanke auf: Schrott!

Wo hört das Pferd auf
und wo fängt Ralle an?
Besagter Plaste-Skeletor prophezeit dem König, dass er sich gefälligst beeilen soll, den Conan um die Ecke zu bringen, da dieser sonst eines Tages sein Zepter übernehmen wird. Also wird von Zul haufenweise Kruppzeug (u.a. Andrew 'Wishmaster' Divoff und Vernon ’Phantom Commando’ Wells) gen Conan geschickt, der gerade zu Gast in einem Dorf ist, dessen Superzische ihm kürzlich den gesamten Fleischvorrat gestohlen hat. Immerhin laden sie ihn zum Essen ein, doch kaum hat er einen halben Hirsch verspeist, kommt auch schon die dunkle Armee herbei…

“Ich hatte 2 Lehrmeister: Grausamkeit & Hunger!“ sagt Conan während er gerade einen weiteren Schinken verspeist. Nicht, dass man es Ralle Möller (’The Bad Pack’) ansehen würde, oder ihm Glauben schenken könnte (Kiyoshi Yamasaki, liebe Conan Fans?). Nein hier wird wirklich einiges durcheinander gebracht und der Schwachsinn scheint sich mit jeder Minute zu vervielfachen.

Suchbild: Wo ist Conans Schwert?
Aber erlebt einfach selbst die Abenteuer von Conan, wie er die CGI-Spinne ’Spidra’ besucht, die mit Pasta auf den Helden schießt und wie der Barbar kurz darauf ihren Mann erdolcht, einen sprechender Elefantenkopp, der auf einem Statisten montiert ist!
Außerdem gibt es: Eine sechsarmige Marionetten-Mumie im Spinnweb-Grotto der Liebe, unspektakuläre Arena-Fights (mit den pappigsten Äxten seit Erfindung des Schuhkartons), bei denen Möller wohl seine Sporen für ’Gladitor’ verdiente und nicht zu vergessen, Conans neue Weggefährten: Ein Stummer, ein Dicker und ein Zwerg. Heureka!
Dass die (vom ZDF co-produzierte) Serie, die diesem schlappen Pilot folgte, keine Zukunft hatte, ist eben so verständlich, wie der Unmut echter 'Conan' Fans gegenüber der lächerlichen Darstellung ihres Helden. Jeder Filmkenner schreit in Pein auf, wenn Möller in einer Szene doch tatsäch anfängt zu flennen, wo doch schon im Grundkurs ’Barbaristik’ gelehrt wird, dass Conan gar nicht weinen kann, weil er so ein harter Knochen ist. Nicht, dass Ralf Möller tatsächlich die schauspielerische Möglichkeit echter Tränen aufbringen würde. Weit gefehlt! Nie zuvor sah ich einen emotionsloseren Kerl mit Wasser in den Augen, das direkt aus den Zerstäuber kam.
Vergessen wir mal die Optik (Überbeleuchtung galore!), das nicht vorhandene Schauspieltalent von Ralle Möller (plus peinlich penetrantem Ölfim) und die Ausstattung aus der ’Xena’ Resterampe, und weinen wir kollektiv über das Schicksal von Hollywood Altstar Mickey Rooney (’Frühstück bei Tiffany’), welcher hier als Dorfältester auftritt, der nur noch aus Tränensäcken und Altersflecken besteht.

…Prust!

’Conan der Abenteurer’ ist eine selten amateurhafte Fantasy-Sandale auf TV Niveau. Wer Ralle Möller gerne eingeölt in Slow Motion mit Schwert durch die Katakomben krauchen sieht, ist hier genau richtig. Aber diese fünf Leute haben den Film wohl schon gesehen. ’Conan’ Fans spucken hier nur verächtlich aus.

Hudson