Commando Squad



Originaltitel: Commando Squad (1987)
Regie: Fred Olen Ray Drehbuch: Michael Sonye
Darsteller: Kathy Shower, Brian Thompson, William Smith FSK: 18


Und weiter dreht sich das spinnerte Kreativ-Karussell des B-Filmers Fred Olen Ray. Diesmal schwummert Ray gen Action und in der Fachrichtung hatte er bereits im Jahr zuvor den äußerst unterhaltsamen ’Armed Response’ mit einer gut aufgelegten Cast hingezaubert. Auf eine (für diese Budget-Verhältnisse) beachtliche Besetzung wurde auch bei ’Commando Squad’ ein Hauptaugenmerk gelegt. So tummeln sich hier illustre Schrott-Ikonen wie Sid Haig (’Frauen in Ketten’), William Smith (’Return to Frogtown’), Ross Hagen (jeder zweite FOR-Film), Mel Welles (’Ein Königreich vor unserer Zeit’), und Russ Tamblyn (’Wizards of the Demon Sword’) durch 90 Minuten wenig berauschende Action.

Sie schießt...

Das ’wenig berauschend’ hat vielerlei Gründe, fängt aber schonmal bei der Wahl der Hauptfigur an. Playmate Kathy Shower (’Tennessee Buck’) spielt Cat, eine durch stetes Voice-Over nervende Power-Blondine von der Drogenfahndung, die aus unerfindlichen Gründen unentwegt in schwarzer Perücke durch die Straßen der Großstadt zieht und Gangster plattmacht.
Ausgerechnet als sie endlich mal in die Ferien will, wird ihr die nächste Mission aufgehalst. Ihr ehemaliger Partner Clint (Hackfresse Brian Thompson, ’Fright Night 2’) und ein paar andere Geigen wurden in Mexiko von ein paar üblen Heroin-Bandidos gekidnappt. Es ist nun an Cat, die Männer aus den Klauen der üblen Drogen-Mafia zu befreien. Tja, das war’s auch schon, was den Plot anbelangt. Klatscht noch ein paar Folter-Szenen, etliche Fluchtversuche, aufgesetztes Bösewicht-Gebrabbel, ein paar Schießereien und Explosionen auf das Gemälde und ihr könnt euch ein ungefähres Bild von dem machen, was in ’Commando Squad’ vor sich geht.

Er schießt...
Da nützt auch das C-Star-Squad nichts, das B-Film-Fans derweil die Stange hält. Sid Haig (der ohne Bart und mit Halbglatze noch beschissener aussieht) spielt einmal mehr den widerlichen Stupido mit Foltervorliebe und schmierigem Grinsen. Mel Welles macht als fetter, widerlicher Mexikaner eine ähnlich angenehme Figur. Nur Ross Hagen und William Smith gelingt es dank launigem Einsatz über das Maß der Erträglichkeit hinweg zu agieren. Leider taugt Perücken-Playmate Kathy Showers in einer Hauptrolle gar nichts und ihre alles erklärenden Voice-Over der Marke “Ich sollte jetzt da rüber gehen und diesen Schurken von hinten kalt machen.“ sind so albern wie Brian Thompsons Anschleichversuche in weißen Turnschuhen von der Größe einer fetten Hauskatze.
Was bleibt, ist die allzu bekannte Saxophon-Mucke käsiger 80er-Jahre Krimis, Location-Klau bei sich selbst (’Phantom Empire’) und ein kleiner Junge, der in einem Comic-Shop ein Poster von ’Das Geheimnnis des Grabmals vom Nil’ kauft. Yeah right, Freddy!

“Hey Baby, läuft was mit uns?“
“Verzieh dich!“
“Ich mach nicht auf nass, ich hab richtig Geriebenes.“

Sie sind zum Schießen!

Fazit: Action-Durchschnitt mit bekannten Genre-Guschen und leidlich überzeugendem BangBang. Manchmal unnötig grausam, des Öfteren erfreulich dämlich, aber zu keinem Zeitpunkt in irgendeiner Art befriedigend.


Hudson