Commander Rainbow



Originaltitel: Forgotten Warrior (1986) Regie: Nick Cacas & Charlie Ordoñez
Drehbuch: Tom McKenzie
Darsteller: Ronald L. Marchini, Quincy Frazer, Sam T. Lapuz FSK: 18


’Commander Rainbow’ also… einigen wir uns gleich zu Beginn dieses Reviews, dass ich jegliche Schwulenscherze auf Kosten des Titels unterlasse. Ja, FilmFlausen wird jetzt seriös.*

1974, Südostasien, mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit Vietnam:

Willkommen beim Dentagard-
Biber Commando des Vietcong
Als im Gefangenenlager der… Bösen ein US-amerikanischer Colonel (Mike Monty, wer sonst?!) exekutiert werden soll, begehren Major Thompson und Private Parrish auf und entschließen sich, ihrem Bambuskäfig zu entkommen. Einfach so. Mit purer Manpower. Nach gelungener Flucht wird der Colonel allerdings verletzt und Thompson entscheidet sich, ihn zurück zu lassen. Als sein Vorgesetzter mit dem Kriegsgericht droht, schießt ihn der Major kurzerhand über den Haufen und Parrish gleich mit. Durch ein Wunder überlebt letzterer den feigen Anschlag, wird von Einheimischen aufgepäppelt und lebt nun unter dem Namen Commander Rainbow im Dschungel ein beschauliches Leben im Einklang mit der Natur und dem ganzen Kram.
Jahre später, der Krieg ist längst vorbei, will das US-Militär endlich mal die Vietnam-Inventur abschließen und checken, wer denn da jetzt noch überhaupt am Leben sein könnte und überhaupt. Major Thomson, das dumme Arschloch aus Szene eins, meldet sich freiwillig für eine Erkundungsmission. Schließlich kennt er sich ja bestens in der Gegend aus. Im Busch angekommen, verbündet sich Thompson mit den… Bösen, die selbst gerade die Gegend um jene Aufständischen subtrahieren wollen, die den Commander damals so nett aufnahmen. Es kommt zu einem erbarmungslosen Gemetzel, das auch Parrishs Frau nicht überleben soll. Nachdem sich die Rauchschwaden verzogen haben und der Commander alle Leichen eingesammelt hat, schwört er bittere Rache. Und die soll er auch bekommen…

Die Camou-Lektionen hat der Commander offensichtlich geschwänzt.

Der Zuschauer bekommt derweil das Übliche geboten. Lautes Geballer, saftiges Grün, grenzwertige Dialoge und darüber hinaus eine Überdosis Roundhouse-Kicks.
’Commander Rainbow’ ist nämlich ein echter Experte in Sachen Martial Arts. Will sagen: Eine regelrechte Kung Fu-Killermaschine. Auf behände Art haut er die Handlanger der… Bösen aus den Stiefeln, und für die richtig ernsthaften Situationen hat er sogar ein sauscharfes Katana im Gepäck. Die Fight-Szenen sind dann allerdings auch schon das (magere) Highlight des Films.

DJ Bobo - The Hardcore Years
Hauptdarsteller Ronald L. Marchini ist nicht etwa vom Fach, sondern kommt wie viele Kollegen (wie Chuck Norris, der sich mit Marchini im Ring schon einige heiße Kämpfe lieferte) aus der Martial Arts-’Branche’. Sein Schauspiel ist dürftig und seine Ausstrahlung ist (vielleicht) in einem anderen Film stecken geblieben. Allerdings fällt das kaum auf, wenn er schwitzend (in Nam schwitzen immer alle), schnaufend und scheuernd durch den Dschungel hechtet, fiese Booby-Traps ausheckt und den Nebendarstellern, die keinen Deut talentierter sind als er, die Hüte von der Frisur säbelt.
Unglaublich aber wahr: ’Commander Rainbow’ (in dem Kultfresse Mike Monty einen seiner obligatorischen Kurzauftritte als Army Offizier in Nöten absolviert) zog ganze drei Fortsetzungen nach sich, in denen Leading Man Marchini sogar einige Trash-Ikonen im Schlepptau hatte; ’Dschungelwolf’ (mit Paul Vance), ’Return Fire - Dschungelwolf II’ (mit Adam West) und ’Karate Commando: Jungle Wolf 3’ (mit Joe Estevez).

Commander Charmbolzen:
Von hinten mit Knarre und Schwert an die schutzlose Dame!

An dieser Stelle kein Fazit, sondern ein Gruß an alle Brüder und Schwestern, die von all dem Exlpoitation-Ramsch ein wenig zu viel konsumieren. Wir wissen genau, dass der Film Quark war und wir haben auch eine unüberhörbar laute Ahnung, dass der nächste keinen Deut besser sein wird. Und dennoch löffeln wir uns einen nach dem anderen hinein. Entweder weil wir komplett Erkenntnis-resistent sind oder aber, weil wir selbst im größten Schund den einen oder anderen Moment finden, der das restliche Gedöhns vergessen lässt und dem Film die Erlaubnis erteilt, sich in das große Genre-Gesamtbild in unseren Dickschädeln einzureihen. Aber genug sinniert. Entschlüsselt diese Informationen nach Gutdünken selbst, Freunde. Wir sehen uns wahrscheinlich beim ’Dschungelwolf’.

* Ja, noch seriöser als unser ’Stolz und Vorurteil’-Review!


PS:

Cheers!














Hudson