Gigant des Grauens


‘The towering terror from hell!’


Originaltitel: War of the Colossal Beast (1958) Regie: Bert I. Gordon
Drehbuch: Bert I. Gordon & George Worthing Yates
Darsteller: Sally Fraser, Roger Pace, Duncan 'Dean' Parkin FSK: 18


The Amazing Colossal Man is back!
Nicht dass ich ihn kennen würde, aber seine riesige Erscheinung scheint einigen Protagonisten des vorliegenden Filmes vertraut zu sein.

Eigentlich wollte er nur mit
seinen 'Hot Wheels' spielen...
Spurlos verschwinden Lebensmittel-Lastwagen von den Straßen und keiner weiß, wohin. Tipps kann da ein halb-komatöser Cabana Boy geben, der mummeld und grummelnd im Spital frei dreht und die attraktive Hauptdarstellerin & Schwester des titelgebenden Riesen (Sally Fraser) auf die Spur, genauer gesagt: Die Fuß-Spur des Giganten führt, die natürlich ebenso gigantisch ist.
Colonel Glenn Manning (Duncan ’Dean’ Parking), der im oben erwähnten Vorgänger bei einem Atombomben-Zwischenfall von radioaktiver Strahlung getroffen wurde und zum Humanus Giganticus wuchs, ist wieder da. Dass er bisher nicht gefunden wurde, erklärt sich ein Militär Fuzzi mit dem ’Fakt’, dass der Fluss, in den der Koloss am Ende von Teil fiel „...bis zu zwei Kilometer tief sei.“
Als dann der Colossal Man tatsächlich wieder auftaucht, ist das wohl die (unfreiwillig) komischste Titel-Monster Vorstellung seit Erfindung der Fliegenden Untertasse am Strick.
Von einer völlig hirnrissigen Perspektive sehen wir ’Glenn, the Colossal Freak Major’ (wie ihn seine Schwester zärtlich nennt) aus der Deckung eines Berges hervorspringen (eigentlich ist es nur sein Oberkörper, der hervorspringt) und mit halb angenagtem Schädel ein gewaltiges „Roarrr!“ von sich geben.
Seine beschränkten Kommunikationsversuche sind allerdings in bester menschlicher Gesellschaft.

...doch die bösen kleinen
Menschen ließen ihn nicht!
So kommt es auch schon mal zu Dialogen zwischen dem Militär-Fuzzi und der verzweifelten Schwester, die wie folgt ablaufen:
„Beschäftigen sie sich mit etwas anderem. Sind sie berufstätig?“
„Ich arbeite für eine Werbeagentur.“
„Das dürfte sie doch ablenken.“
Ja klar, für ein ’Weißer Riese’ Commercial könnte sie doch auch gleich ihren Bruder anheuern.
Nachdem der Gigant monsterfilmtypisch eingefangen und in eine Lagerhalle verfrachtet wird, bekommen wir ein paar Rückblenden in die gute alte Zeit, bevor der Riese seine Gesichts-Chirurgie per Raketenenbeschuß (und eine 5 Meter große Spritze in den Zeh) bekam. Dann kommt’s, wie’s kommen muss: Der Dicke reißt sich los, schüttelt ein paar Busse, latscht ein paar Leute zu Klump, wird wieder eingefangen und reißt sich wieder los etc. etc. …

Regisseur Bert I. Gordon, der auch schon den Vorgänger ’inszenierte’, zeigt uns hier typischen Schlock im gewohnten Monster-Movie-Stil der 50er und vergisst dabei kein Klischee zu bedienen. Was Berti allerdings nicht berücksichtigt, sind Spannung, Spaß und Spektakel, die drei wichtigsten Elemente überhaupt für eine solche Show.
Sicher ist Schauspielkunst in einem solchen Film nie wirklich von Bedeutung, doch die Einfalt, mit der in ’War of the Colossal Beast’ (Original Titel) rumchargiert wird, sprengt die Grenzen der Lächerlichkeit. Vor allem die Darstellung des gequälten Riesen (Mundwinkel runter und beide Hände vor die Augen…ad nauseum) ist kaum an Dilettantismus zu überbieten.
Effekte und Musik sind beinahe durchschnittlich, ein ’Kompliment’, das man dem gesamten Film aber schon nicht mehr machen kann.

Und dann kamen sie mit DER SPRITZE!

’War of the Colossal Beast’ hört sich groß an, ist aber minderwertiger Fifties-Plunder, der schon so asbach ist, das selbst der Staub sich nicht mehr abpusten lässt.



PS: Immerhin hat sich die ’MST3K Crew’ dieses Filmes angenommen. Eine Version, die wahrscheinlich wiederum zu empfehlen wäre, wenn doch endlich mal jemand die Serie auf deutsch rausbringen würde!

Hudson