Cobra vs. Ninja



Originaltitel: Cobra vs. Ninja (1987)
Regie: Joseph Lai & Godfrey Ho Drehbuch: AAV Creative Unit
Darsteller: Richard Harrison, Stuart Smith, Paul Branney FSK: 18


“NIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIINNNNNNNNNNNNNNNJJJJAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!“

“ALTER, HÖHÖHÖH!“
...schreit Richard Harrison gen Himmel, nachdem er in seinem rosa Tütü von einem Kostüm während des Vorspanns durch die Berge gehottet ist und ein paar Meter dicke Luft zersäbelt hat. Ich denke gerade, ’So ein Mist; den Brüller schon in der ersten Szene verheizt, Besser geht’s nicht mehr!’, da kommt auf einmal ein irrer Frisur-Ninja (think ’Bob Dylan meets Sideshow-Bob’) aus dem Wald und wird von einem Kollegenschwein mit der Bemerkung “Ich bin der beste von allen!“ herausgefort.
“Nein, der beste Ninja-Kämpfer ist Gordon!“ widerlegt Wuschelkopp dieses Statement … ok, den folgenden Dialog kann ich euch unmöglich vorenthalten:
“Ich werde gegen ihn kämpfen.“
“Er gibt dir keine Chance. Deine Herausforderung nimmt er nicht an.“
“Doch, er wird. Er darf die Ninja-Herausforderungs-Karte nicht ignorieren.“
“Du willst also vorher mich schlagen?“
“Hmn, das will ich!“
Und mirnix, dirnix wird der Wellaflex-Kämpe vom Herausforderer plattgemacht.
Aufmerksame Leser und/oder Ninja-Fans dürften hier bereits stutzig werden. Kennen diese doch einige Szenen aus dem ebenbürtigen ’Ninja Squad’, die geradezu verdächtig ähnlich ablaufen.

“Eat this, suckas!“
Ist dies also ein Sequel, ein Prequel oder gar ein Remake? Nein, es ist nur eine weitere Verwurstung aus dem Hause Joseph Lai, der hier mal wieder (wie oft ich in diesem Zusammnhang die beiden Worte ’mal wieder’ schon benutzt haben muss, kann ich schon gar nicht mehr nachvollziehen) das Angenehme mit dem Nützlichen verbindet, nämlich Entertainmant-Schrott mit Jenseits-des-Haltbarkeitsdatum-Schrott.
Nun, da wir alle warm geworden sind, präsentiert sich auch gleich die erste Szene des wie üblich (wie oft ich in diesem Zusammnhang die beiden Worte ’wie üblich’ schon be… ok, lassen wir das!) dem Ninja-Rahmen hinzugefügtes Material aus der sprichwörtlichen Altstoff-Tonne irgendwelcher bankrotten Filmstudios des fernen Osten.
Es ist eine handvoll asiatischer G.I.s, die sich mit den Worten “Hahahahahaha. Ich bin verdammt froh, dass diese Zeit vorbei ist.“ dem neugierigen Zuschauer vorstellen. Ob nun ihre Ninja-Vergangenheit (im direkten Bezug auf das eben Gesehene) oder der Krieg (als solcher) gemeint ist, können wir nur ahnen. Fest steht: Ninja-Meister Gordon (Richard Harrison) steht ihnen zu Seite (was zwar bildlich genommen werden darf aber eigentlich auch nicht, denn er wurde nur mittels CloseUp-Cuts in die Szene hineingeschnipselt) und gibt gute Ratschläge zum Thema ’Sau rauslassen!’. Dieser idyllische Moment dauert nur so lange an, bis unser Ninja-Schurke aus Szene eins die erwähnte Ninja-Herausforderungs-Karte und einen Flummi-Sprengkörper in die Runde wirft.

Die riesige, blutgetränkte
Lakritzschnecke spricht Bände
über seine Ninja-Skills!
Natürlich/leider verweilt der Film nicht lange bei jenem epischen Ninja-Geschehen. Wieder einmal geht es um Heimkehrer, deren Nachbarschaft samt eigener Familien von üblen Taschendieben und Halsabschneidern terrorisiert werden und die nach und nach von der Bildfläche gefegt werden müssen. Quasi die Handlung jedes zweiten ’IDF’-Ninja-Schinkens, die da hätte bleiben sollen, wo sie herkam: Im Archiv. Das rein gar nichts davon auch nur im entferntesten Sinne mit Ninjas zu tun hat, versteht sich mittlerweile von selbst. Der Inhalt ist ein konfuser Mischmasch aus Kleinspur-Verbrechen, Waffendeals, Kidnapping und unerfreulicher Frauenschändung. Zudem setzt man hier auf fette Chinesen namens ’Raymond, Russel und Ringo’, schlecht eingespielte Synchro (die gefühlten fünf Sekunden zwischen Schlag und Schlaggeräusch könnten auch ein Fehler der DVD sein), unmotivierte Soft-Porn-Einlagen, amateurhaft gesampelte Synthie-Sounds und mies choreographierte Klopperein. Selbst die lustlos eingestreuten Ninja-Szenen (in welchen es übrigens darum geht, dass Meister Gordon ganz viele Ninjas umbringt und zum Finale ihren Tod rächt) sind nicht einmal mehr zum Lachen und das sollte wirklich eine Warnung für den letzten unverbesserlichen Ninja-Junkie sein.

“Meine Herren, dies ist die RXA-Minibombe. Sie wurde speziell für die Verbrecher-Bekämpfung entwickelt. Konventionelle Waffen gefährden unschuldige Zivilisten. Hoffen wir also, dass diese Bombe sich benimmt
und nur Verbrecher tötet.“

Fazit: Wahrscheinlich der schlechteste aller Ninja-Chop-Flicks. Bloß die Pfoten davon lassen, sonst werden euch womöglich auch noch solche Minibomben rangeschraubt!!

Hudson