Cobra Force



Originaltitel: Strike Commando (1987)
Regie: Bruno Mattei Drehbuch: Claudio Fragasso & Bruno Mattei
Darsteller: Reb Brown, Christopher Connelly, Alex Vitale FSK: 18


Vietnamesischer Soldat: “Halt stehenbleiben! Wer ist da?“
Mitglied der ’Cobra Force’ hinterm dunklen Busch: “Alles in Ordnung.“
Vietnamesischer Soldat ruft erleichtert: “Dann ist gut.“, dreht sich weg, geht von dannen und bekommt vom ’Cobra Force’-Dude ein Stiletto in den Rücken.

"IHR VERDAMMTEN SCHWEINE!
ICH KNALL EUCH AB, KAPIERT!"
So geht’s los bei ’Cobra Force’ und man wundert sich kein bisschen, dass die Operation schief geht. Das Lager sollte zackig von der Spezialeinheit gestürmt werden, doch da sich die Jungs alle gleich dämlich anstellen und dies darüberhinaus ein Film von Bruno Mattei (’The Riffs 3’) ist, lässt der befehlshabende Kommandant das Camp mitsamt der ’Cobra Force’ in die Luft gehen. Einziger Überlebender: Reb Brown in der Rolle des Supersoldaten Michael Ramson (Ohje, die Italiener und ihre Idee von amerikanischen Heldennamen. Warum nennen sie ihn nicht gleich ’Stevie Steelfist’?). Aus dem Wasser gefischt von dem netten kleinen Lao, wird er von dessen Angehörigen zum Retter auserkoren und schart ein Dorf bewaffneter Vietnamesen um sich, mit denen er durch den Dschungel zieht, bis sie vom Feind (angeführt von einem irren Russen) dezimiert sind und Reb Brown endlich sein Hemd ausziehen kann…

Toll, diese alternativen Italofilm-Realitäten, in der alle Vietnamesen Englisch sprechen. Wo nette Einheimische mahnen “Dieser Krieg ist nicht euer Krieg.“ und wo Helden ihre Gefühle ausdrücken, indem sie brüllend ihre Wumme in den Dschungel halten und wild drauf los feuern.
’Cobra Force’ ist ein ’Rambo’-Abklatsch wie er im Buche steht.

"HÖRT IHR!? IHR SEID FÄLLIG!
IHR SEID FUTSCH! KAPIERT!?"
Da darf ein Besuch im Straflager (inklusive Montage, herrlich!) natürlich genauso wenig fehlen, wie der loyale Ausbilder, der unentwegt um den Befehlshaber herumscharwänzelt und Sätze wie: “Er ist eine Kriegsmaschine. Einen Soldaten wie ihn gibt es kein zweites Mal.“ zum Besten gibt. Und wenn schon ’Rambo’-Duplikat, dann auch vertont von Thomas Danneberg, dem vielbeschäftigsten Synchronisator der 80er Jahre. Danneberg und Kollegen leisten hier eher halbe Arbeit. Die Synchronisation der Extras grenzt an auditive Vergewaltigung.
Reb Brown, der ein genauso mieser Schauspieler ist, wie jeder andere On-Screen-Teilnehmer dieser Commando-Farce, punktet mit einer Mimik-Spannweite zwischen zornigem Gorilla und freundlichem Orang Utan. Sein Gegner, der russische Offizier ist gar nicht in Worte zu fassen, es sei denn, man spricht ’Uga Uga’.
An Action fehlt’s hier nicht. Geballer im Minutentakt, Explosionen wo man hinschaut und ein paar stümperhaft eingebettete Archivaufnahmen beherrschen das Geschehen, wenn’s Maul gehalten wird und es nicht zu Dialogen wie dem folgenden kommt:

“Amerikaner, wirst du mich mitnehmen nach Amerika?“
“Dieses Land befindet sich im Krieg, Lao. Und ich kann hier nicht weg, bevor er nicht beendet ist.“
“Na gut. Aber ich möchte mit dir mitkommen, wenn endlich Frieden ist. Der Pater hat mir von einem tollen Land erzählt, wo Donald Duck und Mickey Mouse leben. Hast du davon schonmal gehört?“
“Hm, Disneyland.“
“Der Pater sagt mir, dass ein Monat nicht ausreichen würde, um alles zu sehen, was es dort gibt.“
“Das kann schon sein. Dort fließen Popcorn und Zuckerwatteflüsse. Und jedes Kind kann soviel Eis essen wie es will. Und jedes Kind bekommt mindestens drei Tafeln Schokolade. Alle deine Träume und Phantasien werden vom Geist der magischen Lampe erfüllt.“

"JA, VERDAMMT! WIR HÖREN SIE JA!"

Fazit: Vietnam-Trash vom Feinsten! ’Charlie’ und die ’Ivans’ vereinigt, das muss gefeiert werden und Reb Brown gibt sich alle Mühe, eine Dschungel Party der Extraklasse zu schmeißen. Nur nicht ernstnehmen den Blödsinn, sondern knallen lassen, brüllen lassen und sich selbst ein klein wenig abfüllen lassen.


Hudson