City Limits



Originaltitel: City Limits (1985)
Regie: Aaron Lipstadt Drehbuch: Aaron Lipstadt, Don Keith Opper & James Reigle Darsteller: John Stockwell, Rae Dawn Chong, James Earl Jones FSK: 16


Es gibt Sachen, die gehören einfach zusammen: Barbaren und Hüttenfeuer, Ninjas & Ninja-Stirnbänder und vor allem Endzeitfilme und Prolog-Voiceover. Eine Erzählerstimme begleitet ’City Limits’ sogar über die gesamte Laufzeit und zumindest das amerikanische Publikum wird dankbar gewesen sein, dass diese Stimme dem unvergleichlichen James Earl Jones gehörte.

"Das bin ich. Hallo."

Leland (John Stockwell) war ein Bikerboy, er zog mit seinem Monsterknochen-Helm auf seiner Maschine oft durch die staubige Postapokalypse (diesmal nicht durch Nuklearverseuchung, sondern durch eine stinknormale Krankheit hervorgerufen) und wunderte sich, dass es mehr gab als nur den Dreck und die alte Farm seines Onkel Albert (Jones).
Eines Tages hörte er von den Clippers, halbstarken Biker-Dudes, die auf ihren heißen Kisten die Häuserschluchten der verlassenen Stadt unsicher machten. Das klang ganz nach Lelands Party. Kaum in der Stadt angekommen, gab’s Ärger und ein Mitglied der ’DA’s (einer rivalisierenden Bikerbande) ging dabei drauf.

"Und icke bin der
Schädel-Jens. Moin!"
Schließlich fand Lee tatsächlich Schutz bei den ’Clippers’ (u.a. Rae Dawn Chong, Don Keith Opper und Dean Devlin!!!), doch da er den Frieden gestört hatte, musste er sich nun im Zweikampf mit dem stärksten Kämpfer der ’DA’s beweisen.
Zum Glück war das ein Frau. Seinen Sieg und die Aufnahme bei den ’Clippers’ konnte Lee nicht lange genießen, denn nicht die Keilereien zwischen den Banden sind das Problem, sondern die machtgierige ’Sunya’-Corporation, die mit allen Mitteln versucht, die Gangs für ihre Zwecke zu missbrauchen. Als Schießeisen ins Spiel kommen und die meisten ’Clippers’ von den ’Sunyas’ zur Re-Education gefangen genommen werden, müssen sich die verbliebenen Jungs und Mädels mit Hilfe von Farmer Albert zusammenraufen, um die Stadt vom Abschaum zu befreien…

Endlich mal wieder ein halbwegs funktionierender Endzeitfilm! Die Streifen gibt’s zwar wie Sand am mehr, doch einen wirklich brauchbaren findet man so selten wie eine funktionierende Tanke nach dem Knall.
Hier wird der Schwerpunkt wenigstens etwas mehr auf die Figuren verlagert. Endlich bekommt man mal mehr als dröge Wüstentypen, die sich in irgendwelchen Arenen, Steinbrüchen oder verlassenen Gewerbegebieten herumbalgen. Klar, sind die Sets alles andere als berauschend und klar, sind die Jungs und Mädels in ’City Limits’ wandelnde Klischees, aber sie wirken lebendig und werden von fähigen Schauspielern verkörpert.

"Mich nennt man
Schießbuden-Schorsch."
Stockwell (der auch ein Jahr später in ’Radioactive Dreams’ die Endzeit unsicher machte), Chong (’Phantom Kommando’) und Opper (’Critters’) sind äußerst sympathisch, nur Kim Catrall bleibt in der Rolle der abtrünnigen Firmen-Gutachterin etwas blass. Norbert Weisser (‘Omega Doom’) gibt einen ausgezeichneten Schurken ab und James Earl Jones kitzelt sowieso aus jeder noch so schwachen Rolle das Beste heraus.
Die Story erweist sich zwar als vorhersehbar, birgt aber genügend Spannung und Platz für reichlich Action. Wer also etwas mit jungen Rider-Rebellen und röhrendem Endzeit-Getöse anfangen kann und nicht gleich eine Genre-Offenbahrung a la ’Mad Max’ erwartet (den gibt’s eh nur einmal), der kann hier unbesorgt zugreifen.


Hudson