Circuitry Man


‘Plug In Again!’


Originaltitel: Plughead Rewired: Circuitry Man II (1994)
Regie: Robert Lovy & Steven Lovy Drehbuch: Robert Lovy & Steven Lovy
Darsteller: Jim Metzler, Deborah Shelton, Vernon Wells FSK: 18


’Circuitry Man’ ist das Sequel zur ’90er Endzeit/Future Noir-Mische ’Cyberspace’ und führt die Abenteuer des Suizid-gefährdeten Lust-Androiden Danner und dessen Trouble mit dem wahnsinnigen Biosyntheten Plughead fort.

"Du hälst das Ding falsch rum!"
"Nein, ich will nicht mehr!"
Für alle, die das Original nicht kennen: Die Erde ist verseucht, Sauerstoff ist knapp und das Leben kein Ponyhof. Plughead (Vernon Wells) ist wieder da und produziert mittlerweile in Brasilien lebensverlängernde Mikrochips am Fließband. Das ruft die FBI-Agentin Kyle auf den Plan, die Danner aus dem Ruhestand in der Klapsmühle zwangsreaktiviert und zu einer abenteuerlichen Jagd auf den sadistischen Chip-Dealer bläst. Dieser zwingt die Wissenschaftlerin Norma (Traci Lords) dazu, hochgefährliche Microchips zu entwickeln, welche er an die wichtigsten Staatsmänner der Welt verticken will, um dann ihre Hirne kontrollieren zu können. Klingt nach dem perfekten Plan und zwei Kästen Bier, oder?

Verrückt. Das ist eigentlich alles, was mir im Moment zu Circuitry Man einfällt.
Geben wir mir ein paar Stunden Zeit, um den Film zu überdenken.
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Da bin ich wieder. Aber ’verrückt’ ist immer noch die beste Umschreibung für dieses gelungene Sequel. Die von mir oben angeführte Grundstory mag nicht sonderlich originell klingen, ist sie auch nicht, aber der abgefahrene Wüstentrip, den die Brüder Lovy daraus machen, ist so unterhaltsam wie er Banane ist.

"Und dann gehen wir zu
Walz und ich lass mir
ein Toupet anfertigen!"
Zentral sind hier natürlich der irre ’Plughead’, erneut mit gewollt überagierendem Bösewicht-Charme von Vernon ’Wez’ Wells gespielt, und seine beiden Jäger, die unterschiedlicher nicht sein könnten und deren Leinwand-Chemie einer der großen Pluspunkte des Filmes ist. Während die hartnäckige FBI-Braut Ärsche tritt, schlägt der pazifistische Android inmitten eines Feuergefechts vor “Wir sollten ihrem Anführer einen Gruß schicken.“
Netterweise wurden auch diverse Figuren des Vorgänges in die Fortsetzung herübergeholt, wie zum Beispiel die zwei idiotischen Cops, die alles verbocken. Genau wie diese bekommen auch zwei weitere Charaktere eine eigene kleine Nebenhandlung spendiert, die zwar überflüssig erscheint, jedoch den (leider im Mai diesen Jahres verstorbenen) Charakter-Darsteller Nicholas Worth (’Das Ding aus dem Sumpf’, ’Darkman’) in einer seiner verrücktesten Rollen zeigen.
Und verrückt ist auch der ganze, aberwitzige Rest. Sei es das Finale in Plugheads ’Seele’ (tolle gemalte Höllenlandschaft), das Vehikel der beiden dämlichen Bullen, eine absurde Cyberspace-Nummer namens ’Dance is the new Sex’ und riesige Rüben, die in der Wüste wachsen und bei Verzehr die Schadstoffe in der Luft neutralisieren, so dass man wieder atmen kann (!!!). Es gibt sogar eine Szene, in der ein mit Geld gefüllter Safe auf einen fiesen Henchman fällt!

"Also, welcher ist der Sangria-Schlauch?"

Fazit: Spaßig, rasant, aber auch holprig und käsig genug um Endzeit-Liebhaber, Trashfans, und Cyberpunks gleichermaßeng zufriedenzustellen.


Hudson