Chucky 2 - Die Rückkehr der Mörderpuppe


‘Chucky lebt’


Originaltitel: Child's Play 2 (1990)
Regie: John Lafia Drehbuch: Don Mancini
Darsteller: Alex Vincent, Jenny Agutter, Gerrit Graham FSK: 18


Nach den Ereignissen von Teil 1 hielt es die Mutter des kleinen Andy Barclay anscheinend für das Cleverste, den Obrigkeiten die Wahrheit aufzutischen (In diesem Fall: Eine Killerpuppe tötete Menschen und terrorisierte ihre Familie).

L’Oreal Carotte is back!
Machen wir uns nichts vor; gehörten wir zur erwähnten Obrigkeit, würden wir der Dame das Sorgerecht entziehen, sie in die Anstalt, und den kleinen Andy in ein Kinderheim stecken. Genau so geschehen zu Beginn von ’Childs Play 2’. Der Titel hieße nicht so, wenn nicht auch bald die Killerpuppe, besessen vom Geist des Charles Lee Ray (hier auch ’Seeufer-Mörder’ genannt), wieder auf der Bildfläche auftauchen würde. Der Vorspann bebildert diese unlogische Tatsache: Die Überreste des Chucksters werden gefunden und in der Puppenfabrik wieder aufbereitet, um den negativen Schlagzeilen entgegenzuwirken (jemand bringe dem Autoren eine Zigarre!). Einen Blitz später ist der kleine Rotschopf durch einen Blitz reanimiert. An seinem Plan von Teil eins, den Körper von klein Andy zu besetzen um wieder in menschlicher Gestalt zu morden, hält Lee Rays psychopatischer Geist fest. Also macht er sich auf den Weg zu Klein Andy (wer zum Teufel hat ihm verraten, wo der jetzt wohnt!?).
Der Junge ist mittlerweile von einem ekelhaft schleimigen Wohltäter-Ehepaar ’aufgenommen’ worden (stellt euch eine Familie aus der Werbung vor) und versucht sich mehr schlecht als recht in der neuen Umgebung einzufinden. Ob ihm Chucky dabei helfen kann?

Na schön, die Story schwankt hinten und vorne und gibt auch sonst nicht viel her, aber wie ’The Rock’ sagen würde: IT DOESN’T MATTER!

“Dann geht doch, ihr Flaschen!
Bau ich mir halt andere Opfer!“
Denn wo Chucky drauf steht, da erwarten wir keinen Drehbuch-Oscar, sondern Spannung, spaßige Weirdo-Kills und den ätzenden Galgenhumor einer kleinen, gemeinen Spielzeug-Puppe. Und letzteres trifft hier sogar noch mehr zu, als beim Vorgänger: Chucky ist ’ne echt fiese Sau und seine Sprüche sind einfach der Hammer.
Auch wurden die Animationen um ein paar Ticks verbessert, was das Auftreten des ’Titelhelden’ noch zusätzlich versüßt.
Auch besetzungstechnisch ist alles im grünen Bereich: Jenny Agutter (’Flucht ins 23. Jahrhundert’) und Gerritt Graham (‘Sidekicks’) geben ein nettes Spießer-Pärchen ab, Christine Elises (o ye of ‘Beverly Hills 90210’ Fame) Darstellung der adoleszenten Möchtegern-Rebellin und Alex Vincents erneuter Auftritt als ’Andy’ gestalten sich als sympathisch genug, um dem eigentlichen Liebling des Films die Stirn zu bieten.
Einen Bonuspunkt kriegt der gelungene Grusel-Score von Graeme Revell, den wir aufgrund der erbärmlichen Synchro gleich wieder abziehen.

Welch obszöne Coiffeur-Technique!

’Chucky 2’ ist nicht frei von Hängern aller Art, weiß im Grunde jedoch genauso zu unterhalten, wie der gewitzte Vorgänger. Grantige Kills, witzige Ideen und ein launiges Killer-Spielzeug dürften Kino-Gourmets nicht überglücklich machen, reichen grinsenden Horror-Buddies aber vollkommen aus.


Hudson