Cherry 2000


‘In The Year 2017, A Good Woman Is Hard To Find.
A Cherry 2000 Is Even Harder.’


Originaltitel: Cherry 2000 (1987) Regie: Steve De Jarnatt
Drehbuch: Michael Almereyda
Darsteller: David Andrews, Melanie Griffith, Ben Johnson FSK: 18


Die Welt im Jahre 2017 (wow, noch ganze 11 Jahre!)
Geschlechtertrennung ist an der Tagesordnung. Zwischenmenschliche Liebe scheint es nicht mehr zu geben. Beziehungen werden von Vermittlern per Vertrag (Cameo von Lawrence Fishburne als Sex-Contract Pimp!) ausgehandelt.

Mel G. - Schulter
zum Anlehnen
Auch Sam (David Andrews, ’Fight Club’) liebt lediglich seine Sex-Machine Cherry 2000. Eine Roboter-Braut, die dummerweise beim Intermezzo in der Badewanne einen Kurzschluss erleidet und alle Viere von sich streckt. Da Sam nicht mehr ohne die synthetische Lady leben kann, muss ein Ersatzteil (sprich Körper) her, in den er Cherries Chip einpflanzen kann. Dies führt den Großstädter in die Einöde des Outbacks, in der Endzeit-Stimmung herrscht. Hier trifft er auf die junge Edith (Melanie Griffith, ’Mulholland Falls’), die ihn in die gefährliche Zone 7 führt. Dort gibt es nicht nur ein riesiges Ersatzteillager, sondern auch den brandgefährlichen Lester (Tim Thomerson, 'Trancers'), der mit seiner Bande jeden Eindringling gnadenlos jagt…

Kaum zu glauben, aber die heute gesichtstechnisch eher abgehalfterte Melanie Griffith war tatsächlich mal niedlich und versuchte, ihr Talent mehr dem Schauspiel zu widmen, bevor sie als eifersüchtiges Banderas-Weibchen ihrer Karriere den Gandenschuss gab.

"Yeeehaw!"
Sie und David Andrews sind ein nettes Paar und bieten den Zuschauern eine charmante Bildschirm-Chemie. Unter den Nebendarstellern findet man gediegene Action-Haudegen, wie Robert Z’Dar und Brion James (beide aus ’Tango & Cash’ bekannt), sowie einen echten Veteranen des Hollwoodschen Genre-Kinos, nämlich Ben Johnson (’The Wild Bunch, ’Terror Train’ & ’Red Dawn’). Diese machen auch aus ihren (teilweise arg kurzen) Rollen das Beste. Leider ist Bösewicht Thomerson etwas farblos, auch wenn die Beziehung zu seiner persönlichen Roboter-Dame recht putzig ausgefallen ist. Neben dieser sind es vor allem die drolligen Dialoge (“Rum! 50-prozentigen!“ “Aha.“ “Und einen Krapfen!“) die dem Film die nötige Portion Humor verpassen, und auch an ein paar witzige Refernzen an das Science-Fiction Genre wurde gedacht. So sind in einem Labor die Roboter aus ’Der Tag, als die Erde still stand’ und ’Alarm im Weltall’ zu sehen.
Unglücklicherweise ist die Story (trotz Charming Message) doch etwas vorhersehbar und auch die Musik besticht nicht durch Originalität, obwohl hier 'Conan' Komponist Basil Polideuris am Werk war.

Die Stallone-Schnute hat er drauf!

Fans humoriger Endzeit-Schinken werden nicht enttäuscht von ’Cherry 2000’ sein. Mir persönlich war er jedoch ein wenig zu zahm. Wer es ein ausgefallener mag, sollte unbedingt auf die Konkurrenzprodukte 'The Hunter' & 'She' zurück greifen.

Hudson