Die Tollen Charlots - Ferien wie noch nie



Originaltitel: Charlots font l'Espagne, Les (1972) Regie: Jean Girault
Drehbuch: Jean Girault & Jacques Vilfrid
Darsteller: Gérard Rinaldi, Jean Sarrus, Gérard Filipelli FSK: 6


Die tollen Charlots, vier französische Superlümmel mit kessen Sprüchen und tollen Haaren, wollen endlich mal in die Ferien, haben aber keinerlei Bares, um den Trip zu finanzieren.

Schritt 1:
Wir kochen ein Auto
Man entscheidet sich schließlich für das Urlaubsziel Spanien, weil dort den Reichen die Kohlen wohl besonders locker in der Tasche klimpern und die vier Herren planen, den Urlaub durch spontane Gelegenheitsjobs zu subventionieren. Leichter gesagt als getan. Vor allem, wenn man sich so doof anstellt, wie die tollen Charlots. Als Bauarbeiter mauern sie ihre Arbeitgeber ein, als Hochzeitsmusikanten turteln sie mit der Braut, als Seeleute bringen sie das ganze Mittelmeer durcheinander und als Matadore lassen sie sich ganz gewaltig auf die Hörner nehmen. Alles halb so wild, denn die Damenwelt ist ganz entzückt von den vier Frisur-Schnuckelchen…

“Und das ist Karl Klops aus Wanne Eikel!“
“Ah, sehr schön. Kenne die Gegend. Die Wanne bin ich früher rauf und runter gesegelt.“

Schritt 2:
Wir singen die Mädels blau
Luis de Funes’ Stamm-Regisseur Jean Girault schuf mit der ’Charlots’-Reihe (die es auf ganze sechs Teile brachte) eine Ansammlung von Albernheiten, die man zu der Zeit wahrscheinlich wirklich nur im französischen (vielleicht noch im italienischen) Kino finden konnte.
Hier prallen Grimassen, Zoten und Slapstick auf Lebensmittel-Gags (so nenn ich das, wenn man Sahne in die Fresse gespritzt bekommt, ein Ziegelstein die Tomatensuppe würzt oder ein Brathahn mittels Dynamit gesprengt wird), bayrisch sprechende Schwarzafrikaner und unendlich viele Kalauer, die schon damals so alt gewesen sein müssen, dass nicht einmal Fips Asmussen sich später mehr rantraute. Die vier Jungs kommen dabei trotzdem ganz sympathisch rüber. Mehr konnte man von ihnen und den anderen Beteiligten wohl auch kaum erwarten.
Für die deutsche Fassung wurde wieder einmal zur beliebten Schnodder-Synchro gegriffen (“Ein Strychnin Salpetersberg?“ “Is’ recht!“), die von Spezis wie Thomas Danneberg und Arne Elsholz gewohnt schräg und oberaffig präsentiert wird.

Schritt 3:
Wir brennen mit den Eseln durch

Fazit: Vier ulkigen Srücheklopfern beim Urlaub zuzuschauen ist amüsanter, als es klingt. Und auch wenn die Witzischkeit hier sehr wohl Grenzen kennt, gilt: Ohren und Bierchen auf und durch.


Hudson