Underground Werewolf


‘It'll Eat You Out Of House And Home...’


Originaltitel: Cellar Dweller (1988)
Regie: John Carl Buechler Drehbuch: Don Mancini
Darsteller: Yvonne De Carlo, Debrah Farentino, Brian Robbins FSK: 18


Irgendwann vor vielen, vielen Jahren…

Der absonderliche Cartoonist Colin Childress (Jeffrey Combs) sitzt fieberhaft über seinen illustrierten Kreationen für das Grusel Magazin ’Cellar Dweller’, als die Figuren plötzlich lebendig werden, sein Keller-Atelier verwüsten und ihn das Leben kosten.
Heute (die späten Achtziger): Das Haus ist mittlerweile Teil einer Kunst-Akademie und Hort für diverse spinnerte Typen, die sich für Künstler halten.

Bei solchen Studenten...
Als die junge Comic Zeichnerin Whitney Taylor neu hinzustößt, wird sie mit gemischten Gefühlen empfangen. Die Akademie-Direktorin Mrs. Briggs sowie auch die Video-Künstlerin Amanda kennen Whitney noch aus der Uni und sind wenig angetan von ihrer Intention, ihrem Idol Childress nachzueifern und in der Tradition von ’Cellar Dweller’ weiterzuzeichnen. Whitney ist das schnurz. Sie macht sich unverzüglich ans Werk. Es dauert nicht lange, bis auch sie die übernatürlichen Pfade ihres Idols beschreitet und ein Monster aus ihrer Phantasie in die Welt der Lebenden hinübertritt, um ihren streitbaren Kollegen den Garaus zu machen…
’Underground Werewolf’ ist ein typischer B-Movie-Schnellschuss von ’Empire Pictures’, Charles Bands Pre-’Full Moon’-Klitsche, für die Band schon grandiose Trash-Knaller wie ’Eliminators’ und TerrorVision’ produziert hatte.

... wird der Lehrkörper zum Tier.
Bei ’Cellar Dwellar’ (Originaltitel) handelt es sich einmal mehr um eine Zusammenarbeit mit dem Effekt-Spezie John Carl Buechler (’Der Todesjäger’), der schon bei ’Troll’ und einem der Segmente des unsäglichen ’Dungeon Master’ Regie geführt hatte. Wo Buechler werkelt sind meist groteske Monstrositäten nicht weit und so humpelt hier ebenfalls eine obskure Creature-Schöpfung (irgendwo zwischen Werwolf, Bigfoot und Ghoulie) durch die Flure und haut auch schonmal einen Kopf vom Hals und knabbert in einer der witzigeren Szenen die Knochen des ersten Opfers ab, während es sich anhand gezeichneter Portraits überlegt, welcher Mitbewohner der nächste ist.
Die Idee mit dem Kunst-Internat voller querköpfiger Spinner ist nicht schlecht, doch leider ist die ganze Chose recht tranig geraten, so dass kaum Trash-Fetz und so gut wie keine Spannung aufkommen mag. Daran ist auch die fade Darsteller-Schar schuld, deren weibliche Teilnehmer vor allem durch wollige Pony-Frisuren oder Freizügigkeit unter der Dusche auffallen. Jeffrey Combs ist nur viel zu kurz im Bild und die in die Jahre gekommene Hollywood Lady Yvonne De Carlo (’Die zehn Gebote’) kann in der Rolle der knarzigen Akademie-Direktorin auch nichts mehr retten.

Mett out of Hell

’Underground Werwolf’ tingelt ohne sonderliche Höhepunkte 75 Minuten lang vor sich hin und hat nicht viel mehr, als ein trashiges Monster und ein paar Micro-Schmunzler, um den Zuschauer wach zu halten. Für eine Episode von ’Tales from the Crypt’ hätt’s vielleicht gereicht. Das passende Ende dazu hat der Film allemal.


Hudson