Höllenengel & Company



Originaltitel: C.C. and Company (1970)
Regie: Seymour Robbie Drehbuch: Roger Smith
Darsteller: Joe Namath, Ann-Margret, William Smith FSK: 18


Ein Mann geht in einen Supermarkt, belegt sich zwischen den Regalen ein Sandwich, spült mit Frischmilch nach, schiebt noch einen Twinky hinterher und geht dann zur Kasse, um zu zahlen.
Was nach einem lustigen Commercial für Lebensmittel aus der MoPro-Abteilung aussieht, ist tatsächlich das Intro zu ’Höllenengel & Company’ einem der etlichen Bikerfilme, die zu Beginn der Siebziger die Bahnhofskinos kreuzten.

Sid Haig & William Smith,
zwei Halunken erster Klasse
Der nette Herr ist C.C. (Joe Namath) und C.C. ist ein Biker. Er gehört der Gang ’The Heads’ an, deren Methoden er jedoch nur begrenzt gutheißt. Immer wieder bekommt er Ärger mit Moon (William Smith), dem Anführer der ’Heads’. Zuletzt erst, als er zwei seiner Kumpane (u.a. Sid Haig… wer sonst?) von der Unzucht mit der netten Ann (Ann-Margret) abhält. Als C.C. bei einem Motocross-Rennen einen Batzen Geld gewinnt und etwas für sich behalten will, eskaliert die Situation und Moon zieht andere Saiten auf…


“Sind sie Studentin?“
“Nein, ich bin Nachwuchsprostituierte. Bringt sie das auf einen Gedanken?“

’Höllenengel & Company’ kommt im Fahrtwind des ’Easy Rider’-Booms, der unzählige solcher Filme nach sich zog. Während sich allerdings die Protagonisten des Kult-Klassikers eher von der Spießer-Gesellschaft entfernten, ist Hauptfigur C.C. schon wieder auf dem Weg zurück dorthin. Er benimmt sich geradezu anständig, tanzt in der Disco zu Wayne Cochran (uaaaah!) und ist auch sonst ein ganz netter Typ.

Ladies & Gentlemen:
Mr. Wayne Cochran
Er ist ein Pop-Rebell, der irgendwann mal seinen Job satt hatte und etwas anderes ausprobierte, während Banden-Chef Moon als Super-Protz alles aufmischt, grob und ungehobelt seine Mätressen rumschubst und ein waschechter ungehobelter Biker-Klotz ist. Selbstverständlich ergreift der Film Partei für C.C., der von Joe Namath (einem ehemaligen Football-Star) auch kaum wie ein Biker, denn wie ein strahlender Sunnyboy mit Koteletten und ewig weißem Shirt gespielt wird. Während seine Darstellung bestenfalls sympathisch ist, überzeugt William Smith (’Conan - Der Barbar’) als rauhbeiniger Grobian auf ganzer Linie. Sid Haig (’Beyond Atlantis’) spielt einmal mehr den lüsternen Sleaze-Tropfen auf dem heißen Straßenstein und Ann-Margret ist als ’Damsel in Distress’ mit Kniff einfach entzückend.
Leider zieht sich der Plot streckenweise wie zäher Kaugummi, zudem sind die Sets des Öfteren viel zu schlecht beleuchtet. Dafür gibt es eine tolle Synchro (Danneberg, Elsholz und Brückner am Start), einen feschen Rock-Score und einen dicken Schmatzer Biker-Feeling.

“Wie konnte ein netter junger Mann wie du in eine Guppe wie die Heads geraten?“
“Ich ging zu ihnen, nachdem ich beim patriotischen Jungfrauen-Verein abgelehnt worden war.“

Misfit, Rebel, Tretboot-Rider...

Fazit: Drive-In Biker-Flick ohne großes Tamtam, mit dollem William Smith und durchschnittlichem Rest.


Hudson