Castle Freak



Originaltitel: Castle Freak (1995) Regie & Drehbuch: Stuart Gordon
Darsteller: Jeffrey Combs, Barbara Crampton, Jessica Dollarhide FSK: 18


Eine alte Großmutter macht in ihrem gruseligen Schloss eine Stulle für ’nen Gefangenen, den sie vor der Fütterung aber auspeitscht. Dann stirbt sie röchelnd in ihrem Bette!

Wowi Zowi! Hier ist Stuart Gordon am Werk und zwar mit ’Castle Freak’.

Dicke Luft im Hause Reilly.
John Reilly (Jeffrey Combs‚ ’From Beyond’) und seine Frau Susan (Barbara Crampton) haben ein Schloss (natürlich das von eben) in Italien geerbt, in welches sie mit ihrer blinden Tochter Rebecca (Jessica Dollarhide) auch gleich einziehen. Vor neun Monaten traf die Familie ein herber Schicksalsschlag, als John betrunken den Familienwagen gegen einen Baum setzte, kostete dies seine Tochter das Augenlicht und seinen jungen Sohn das Leben.
Als wäre das noch nicht genug des Horrors, glaubt Rebecca die Präsenz eines versteckten Hausgastes im Schloss zu spüren. Und tatsächlich, der ’Castle Freak’ lauert in seiner Zelle und frisst erstmal die Schlosskatze. Da er aber immer noch nicht satt ist, knabbert er sich auch den Daumen ab, um endlich seinen Fesseln zu entkommen und von nun an das Castello zu terrorisieren.

Och ja, ’Castle Freak’ ist weder der Oberhammer, noch eine faulige Gurke, aber mit der Gurke liegt man schon mal gar nicht so falsch.
Ich selbst konnte nie verstehen, was die Horror-Buffs an Stuart Gordon finden, der meines Erachtens gerade mal mit ’Re-Animator’ und ’Aliens des Grauens’ punkten konnte. Sein 95’er Schauervehikel ’Castle Freak’ spielt nicht umsonst in Italien, hat nämlich (dieses Gefühl kam jedenfalls bei mir des öfteren auf) seine Vorbilder in den 70er & 80er Italo-Schockern von Fulci, Argento und Co. Der Freak ist eine gar widerliche Gestalt, eine Mischung aus Ron Perlmans ’Salvatore’ aus ’Der Name der Rose’, dem ’Maneater’ und ’Gollum’. Er sabbert und blutet und stottert und grapscht und beißt und tötet. Alles ziemlich eklig, da gibt es bestimmt den einen oder anderen Gorehound, der sich darüber freuen kann. Das Geschmadder hält sich zwar in Grenzen, wenn’s aber dazu kommt, dann gleich ziemlich dicke.
Mit Jeffrey Combs und Barbara Crampton, die auch schon bei ’Re-Animator’ dabei waren, hat Gordon zwei durchaus fähige Schauspieler an Bord, die aber in der abgenagten Story, voller aufgesetzter Dramatik und noch mehr Gelaber, leider auch nix reißen können. Nett gemeint aber wenig überzeugend. Leidlich fesselnde Gruselsequenzen und ein rundherum unangenehmes Gefühl, das den Film begleitet, tragen eigentlich weder zu großer Spannung, noch übermäßiger Unterhaltung bei und ließen (zumindest mich) lediglich ein schnelles Ende herbei wünschen.

Igitt, ihr wollt garnicht wissen, was der Freak untenrum 'trägt'!

’Castle Freak’ ist ein mäßig schauriges Horrorfilmchen, mit reichlich abgenutzten Ideen, aber genügend Schock und Glotter, um Hardcore-Gordon Fans oder Horror-Alles-Kiecker vor der Röhre sitzen zu lassen.

Nool