Carnosaurus – Attack of the Raptors


‘Back for another bite!’


Originaltitel: Carnosaur 2 (1995) Regie: Louis Morneau
Drehbuch: Michael Palmer
Darsteller: John Savage, Cliff De Young, Don Stroud FSK: 18


Knack. Brutzel. Qualm.
Kaum fragt ein Hausmeister im Versorgungsschacht: “Ist da wer?“, wird er auch schon ATTACKED (First-Person, Baby!) und der Name ’Roger Corman’ leuchtet in dicken Lettern auf dem Schirm.

Lady, wir spielen hier aber nicht 'Donkey Kong'!

So geht’s los, in ’Carnosaurus – Attack of the Raptors’, dem zweiten Teil der schrottigen ’Carnosaur’-Reihe aus dem Brustbeutel des erwähnten Trash-Gurus Corman (’Wizards of the Lost Kingdom’).

In den Unterkünften einer Uran-Mine häufen sich seltsame Vorkommnise. Wieselnde Bestien aus den Tiefen der Sinnlosigkeit schleichen durch die Gänge. Dann wird die Anlage angegriffen. Happa, happa, Terror, Schreck, auf einmal ist das Funknetz weg.
Kurze Zeit später:
Ein B-Team von Technikern wird vor Ort geschickt, um die Lage zu checken (die Seals hatten wohl was richtiges zu tun). Sie finden die Anlage stark verwüstet vor, Blutspuren zieren die Wände, Stühle sind umgekippt und der Kaffee ist kalt. Kurz gesagt: Es ist die Hölle! Als einziger Überlebender kann ein Junge im Schockzustand geborgen werden…
Es ist der kleine Hudson von FilmFlausen.de und er ist angepisst!

'Wer baggert da so spät noch am T-Rex-Zaun?
Es ist ein Nerd ohne Brille, der macht sich zum Clown'

ARGH!

Roger Corman, das war nix!
Dieser Film ist schlicht und einfach eine miese, jämmerliche, dümmliche Kopie des großartigsten Science-Fiktion-Horror-Actioners aller Zeiten, nämlich ’Aliens’. Sowohl Charaktere, als auch Sets, Setting, Story, Dialoge und jede halbwegs verwertbare Idee entspringen James Camerons Meisterwerk aus dem Jahre 1986.
Die Peinlichkeiten, hervorgerufen durch Ähnlichkeiten, beinhalten:
Ein fast identisches Finale (Gabelstapler vs. T-Rax-Mama), den zwielichtigen Gesandten der ominösen ’Gesellschaft’ (trägt sogar die gleiche Kleidung wie Paul Reisers ’Burke’) und eine Szene, in der ein Pilot in seinem Hubschrauber von einem der Gummi-Dinos überrascht wird, natürlich dreist ’Einstellung um Einstellung’ abgekupftert (nur das der Hubi hier von Playmobil ist. Nein, ehrlich!).
Leute, was soll ich sagen; mein Flausen-Nick stammt aus ’Aliens’, weil er schlichtweg einer meiner absoluten Lieblingsfilme ist. Dass mich ein solch erbärmlicher Ideenklau zur Weißglut treibt, kann wohl jeder (der sich als Fan von irgendetwas bezeichnet) verstehen. Auch die Hubschrauber-Landung unter Beschallung von Wagners ’Ritt der Walküren’ ändert daran nix! Annehmbare Schauspielkunst sucht man hier vergebens. Selbst John Savage (’Die durch die Hölle gehen’) und TV-Gesicht Cliff DeYoung bieten nur äußerst schwache Leistungen. Einige recht glibberige Gore-FX dürften immerhin die Hunde des Blutes kurz aufmerken lassen. Egal.

"Ey, wir hätten das Angebot von Spielberg echt annehmen sollen!"

Fazit: Das wohl frechste und beschissenste ’Aliens’-Derivat seit Bruno Matteis ’Contaminator’. Ich bekleide zwar nur den Rang eines ’Private First Class’, befehle aber trotzdem jedem Leser: Finger weg von diesem Film!

Memo von Mr. Nool: Vorgesetzter Leutnant bestätigt den Befehl. Wegtreten!

Hudson