Cargo


‘The secret will never leave the ship’


Originaltitel: Cargo (2006) Regie: Clive Gordon Drehbuch: Paul Laverty
Darsteller: Peter Mullan, Daniel Brühl, Luis Tosar FSK: unbekannt


Der deutsche Backpacker Chris ist unterwegs durch Afrika. Auf einem Markt bekommt er Probleme mit der Polizei. Er kann entwischen, steht aber nun ohne Geld und Papiere da. Um trotzdem so schnell wie möglich wieder nach Hause zu kommen, schleicht er sich als blinder Passagier an Bord des Containerschiffs ’Gull’, ohne zu ahnen, auf welches Abenteuer er sich hier einlässt.

Chris und der Baptist
Erst auf hoher See wird seine Anwesenheit bemerkt. Die rauhbeinige Mannschaft lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass er unerwünscht ist und so versucht Chris möglichst unauffällig im Hintergrund zu bleiben und Konfrontationen aus dem Weg zu gehen. Es stellt sich heraus, dass auf der ’Gull’ Papageien nach Frankreich geschmuggelt werden aber wie Chris bald beobachtet, ist das bei weitem noch nicht das Schlimmste, was sich die Crew zu Schulden kommen lässt...
Nachdem klar ist, dass er über ihr entsetzliches Geheimnis bescheid weiß, wird von ihm erwartet, dass er Loyalität beweist und sich unterordnet. Wird Chris nun alle moralischen und menschlichen Grundsätze über Bord werfen oder stellt er sich gegen eine zu allem bereite, eingeschworene Mannschaft?

Schon zum zweiten Mal, nach ’Merry Christmas’ kann ’Goodbye Lenin’-Star Daniel Brühl sein schauspielerisches Talent nun auf internationalem Parkett unter Beweis stellen. Und er macht das sehr gut, aber auch die übrige Besetzung kann überzeugen. Da ist zum Beispiel Gary Lewis (Papa von ’Billy Elliot’ und bald König in ’Eragon’) als psychisch labiler Vogelfreund, der Finne Samuli Edelmann als Anführer der Crew und Peter Mullan als ständig zwischen Freundlichkeit, Strenge und Wahnsinn schwankender Kapitain.

"Entweder für oder gegen uns."
Dieser Alptraum auf einem rostigen alten Kahn wurde von Regisseur Clive Gordon inspiriert von einer wahren Begebenheit, mit sehr viel Realismus umgesetzt. Die Charaktere und ihre Handlungen wirken äußerst authentisch und der Zuschauer kann sich sehr gut in die ausweglose Situation des Protagonisten hinein versetzen.
Es gibt da nur eine Sache, die nicht ganz passen will. Ohne jetzt zu viel verraten zu wollen, muss ich sagen, dass der Handlungsstrang, der mit dem Verschwinden einiger Crew-Mitglieder zu tun hat, meiner Meinung nach völlig fehl am Platz ist. Weder trägt er etwas zur Handlung bei (die würde ohne genau so gut funktionieren), noch wird er zum Ende irgendwie aufgeklärt. Dieser Teil des Films ist für mich vollständig ohne Bedeutung und sollte wohl ein Versuch sein, die Story rätselhafter und spannender zu gestalten, was aber ganz und gar unnötig ist.

Fast alles auf diesem Schiff
passiert am Rande der Legalität

Davon abgesehen ist 'Cargo' ein ganz und gar gelungener und spannender Film, den ich mit gutem Gewissen sowohl den Freunden von Abenteuerfilmen, als auch denen eines gepflegten Thrillers gleichermaßen ans Herz legen kann.

Leone