Captain America II: Death Too Soon



Originaltitel: Captain America II: Death Too Soon (1979)
Regie: Ivan Nagy Drehbuch: Wilton Schiller & Patricia Payne
Darsteller: Reb Brown, Connie Sellecca, Christopher Lee FSK: unbekannt


Man hofft immer, dass es nicht schlimmer werden kann. In ganz besonders hilflosen Momenten hofft man sogar, dass es evt. besser werden könnte (siehe auch -> die letzten Worte meines Reviews zu ’Captain America’).
Doch dann kommen sie wieder. Die Credit-Montagen zu Musik, die beim ’General Hospital’ in den Fahrstuhl gehört, aber nicht über die Namen der Macher eines Superhelden-Filmes.
Und sei es auch nur einer für’s TV. Das ist verdammt nochmal keine Entschuldigung.

Schon ’n bissel verdächtig, Omaboy.

Da isser wieder. Der Cappi Reb, Steve Rogers. Tagsüber sitzt er mit seinem Kätzchen auf der Wiese und malt alte Omas auf Leinwand. Doch wenn es ähm… Mittach wird, schnallt er sich den hautengen Stars&Stripes-Suit auf die Muckis, legt den Flügelhelm und das Plaste-Schild an und rettet die Hilf- und Zahnlosen vor den üblen Rockern dieser Welt.

Doch das Böse erscheint bald in ganz anderer Form auf der Bildfläche. Es ist Christopher Lee, unsterblich geworden durch Schurkenrollen wie ’Dracula’, ’Scaramanga’, ’Saruman’, sogar als ’Count Dooku’. Hier spielt er ’Miguel’, einen gemeiner Erpresser. Zugegben, ’Gemeine Erpressung’ ist genau so unspektatkulär und unpassend für einen Darsteller von Christopher Lees Kaliber, wie der Name ’Miguel’, aber dies waren die späten Siebziger. Der Mann brauchte das Geld. Das hoffe ich zumindest.
Miguel erpresst also die US-Regierung. Sein Druckmittel ist ein Toxin, dass den Alterungsprozess gewaltig ankurbelt und die betroffene Person 28 Tage pro Stunde altern lässt. Rechnet’s aus. Während des Captains Kollegen (wir erinnern uns an El Schnarchor und La Trine) im Labor versuchen, eine Lösung zu finden, verschlägt es Steve Rogers selbst im Zivildress durch die heimelige Vorstadt, wo er sich erneut auf die Wiese setzt, um zu malen, bis böse Buben kommen und ihn dumm von der Seite machen … to be continued.

Ach wenn doch nur der Rest so wär...

Leute. Ich muss hier schon wieder den gleichen Quark ablassen, wie in meinem Review zu Teil 1. Aber ich wurde dazu gezwungen! Also nochmal von vorne:
COMICS sind keine Langweiler-Lektüre, in denen ein blonder Typ in Allerweltsklamotten durch einen Vorort stiefelt und Leute befragt. Es sollte Action, Spannung und Effekte geben!
COMICSCHURKEN haben geile Kostüme, spielen jeden an die Wand und sind keine gelangweilten Schlipsträger namens Miguel (sorry Chris, you fucked up).
COMICHELDEN sagen Sachen wie “Shazam!“, “It’s clobberin’ time!” oder “Cowabunga!” aber nicht “The old people around here are my friends!”
COMICVERFILMUNGEN sollten den gleichen inhaltlichen Richtlinien unterlegen sein. Sie sollten bunt sein, etwas Action und Spannung zu bieten haben und sie sollten doch bitte wenigstens a bisserl Spaß machen.
Erst wenn’s zum Finale läutet, die Musik von ’General Hospital’ auf ’A-Team’ umschlägt und Captain America sein Bike eine Mauer hinauf wirft, um es schließlich in einen Segelgleiter zu verwandeln und damit über die Wallachei zu flattern, wird ein Hauch von Fetz durch die Bude gescheucht. Das reicht aber nicht, um den Film vor der Tonne zu retten. Bei Weitem nicht.

“You didn’t expect to fool an old jungle fighter with a boomerang trick like that did you?”

...und nicht so hier!

In a nutshell: Wir wollen ’Captain America’ nicht beim Tierarzt-Besuch mit der Katze, auf der Pferdefarm mit der kleinen Mindy und beim Malen auf der Wiese zuschauen, sondern beim Ärsche treten. Selbst ’The Phantom’, ’Steel’ und ’Barb Wire’ sind mehr ’comic bliss’, als dieser TV-Langweiler-Driss.


Hudson