Buffy - Der Vampir-Killer - FilmFlausen.de
                          




Buffy - Der Vampir-Killer


‘She knows a sucker when she sees one.’


Originaltitel: Buffy the Vampire Slayer (1992)
Regie: Fran Rubel Kuzui Drehbuch: Joss Whedon
Darsteller: Kristy Swanson, Donald Sutherland, Rutger Hauer FSK: 16


Das Wichtigste zuerst: Ich bin kein ’Buffy’-Fan. Nie einer gewesen, werde nie einer sein, habe nie eine Folge komplett gesehen und bin überhaupt der Meinung, dass Josh Whedon die ganzen Jahre lieber mit Weltraumpiraten als mit Teenage-Vampirjägern hätte verbringen sollen. Soviel dazu.

So what's at stake?
’Buffy - der Film’ hat (das kriegt auch der Laie schnell mit) sehr wenig mit der erfolgreichen Serie zu tun. Zwar schrieb Meister Whedon auch hier das Script, doch wurde dieses von den Herren mit der Knete verwässert und Whedons ursprüngliches, viel düsteres Vorstadt-Märchen mutierte zu der knallbunten Genre-Scharade, die ich gerade hinter mir habe.
Buffy (Kristy Swanson) ist eine typische amerikanische Teenager-Göre, Marke ’Beverly Hills 90210’ Reject, klatscht und tratscht am liebsten mit ihren oberflächlichen Freundinnen (u.a. Hilary Swank) und ist die Frontsau der hiesigen Cheerleader-Truppe.
Ihr zuckersüßes Bubblegum-Dasein erfährt eine schroffe Wendung, als ein alter Mann mit langem Mantel ihren Weg kreuzt. Nein, nicht was ihr denkt. Der ’Loden-Grufti’ Merrick (Donald Sutherland) offenbahrt Buffy, dass sie dazu auserkoren ist Vampire zu jagen. Davon will Buffy zuerst nichts wissen, doch da der alte Merrick schon seit dem Jahre 9 diverse Vampirjäger ausbildet, kann er selbst das junge Frollein auf die drastische Art recht schnell überzeugen. Pünktlich zur ’Buffy trainiert sich zum Vampirjäger’-Montage erscheinen dann auch die ersten Vampire. Ihr Fürst Lothos (Rutger Hauer) ist eine ganz miese Sau. Er frisst kleine Kätzchen und behandelt selbst seine Untergebenen ohne den gebührenden Respekt. Trotzdem schwärmen diese alsbald aus und hängen sich an die Hälse einheimischer Dödel (u.a. David Arquette). Buffy wird nun gebraucht und ihr Spandexhöschen ist schon ganz gespannt…

“Sag mal, war das Schlussverkauf mit’m abben Ärmel?“

Noch kein Star, aber schon auf dicke Hose machen.

Ja, das mit der Spannung ist so eine Sache. Und so gerne ich dieser Lachnummer etwas mehr davon gewünscht hätte, bleiben bei ’Buffy - Der Vampirkiller’ (jaha, der Buffy ist schon ein knorker Vampirkiller, der olle Onkel der!) am Ende nur ein paar Sprüche, verpatzter Humor, verpatzte Dramatik und ein Sarg voller Cameos.
Schon die erste Titeleinblendung stimmt zum Schmunzeln ein “Europa: Das dunkle Zeitalter“. Das folgende zeitgenössische Vampir-Intermezzo gibt dem Schriftzug dann auch recht: Alles sehr abgedunkelt dort, Kulissen aus der vorvorletzten ’Dracula’-Produktion, die Leute tragen schräge Perücken und der Bart von Obervampir Rutger Hauer erinnert nicht von ungefährt an eine Spaßkreation aus dem Intimfrisur-Studio. Was Hauer hier abliefert gehört mitsamt seinem Sidekick (Paul ’Pee-Wee Herman’ Reuben) unter eine schwere Steinplatte gefegt. Kirsty Swanson ist nett anzusehen, das war’s dann aber auch schon. Buffys Love-Interest wird von ’BH 90210’-Keule Luke Perry gespielt, der vom Stoner Dude zum Schmierlapp mutiert und in seinen Szenen mit David Arquette von jenem an die Wand gespielt wird. Nur Donald Sutherland kann sich einigermaßen glimpflich aus der Affäre ziehen. Einen verschwitzten Cameo von Ben Affleck gibt es gratis dazu.
Mir persönlich gefiel die Spaßsynchro á la ’Steinzeit Jr.’ (mit all den Klassikern von “Ochsengedröhn!“ bis “Mau-el!“), aber das liegt an meiner privaten Vorliebe für depperte Vertonungen, für die ihr nichts könnt.
Wer sich hier knallige Action erhofft, kann gleich den Bus ins Altersheim nehmen. Die Kampfszenen sind mies, von Choreographie kann keine Rede sein, schon gar nicht von MakeUp FX oder dergleichen Vampir-Firlefanz. Dafür zeigt sich Buffy zu Beginn als versierte Bodenturnerin und trägt während des Films die typischen Clowns-Klamotten der frühen 90er Jahre (und einmal sogar kolossal authentische Grunge-Kluft) auf.

Und der Rutger der hat Hauer und die trägt er im Gebiss.

So wurde aus dem Traum eines Autors ein Produkt einer Zeit von Weichspül-Chique, High-School-Hysterie und dem absoluten Unverständnis für funktionierende Genre-Fusion. Sei nicht traurig, Joss. Du hast’s ja später richten können. Wird jedenfalls behauptet.


Hudson