Die Brut des Adlers - FilmFlausen.de
                          




Die Brut des Adlers



Originaltitel: A Breed Apart (1984) Regie: Philippe Mora
Drehbuch: Paul Wheeler
Darsteller: Rutger Hauer, Powers Boothe, Kathleen Turner FSK: 16


Dennis Moore, Dennis Moore,
dumdumdum the night day...
Jim Walden (Rutger Hauer) ist Vietnam Veteran, Einsiedler und selbsternannter Wächter eines seltenen Seeadler-Pärchens auf einer einsamen Berginsel North Dakotas und will vom Rest der Welt nichts wissen. Tagsüber knallt er Wilderern, die auf sein Eiland kommen und achtlos um sich ballern, mit der Armbrust einen vor den Latz, des Nachts sitzt er mit seiner Boa Slim und seinem Papagei Peggy vor dem Kamin. Seine einzigen Freunde auf dem ’Festland’ sind die Ladenbesitzerin Stella (Kathleen Turner) und ihr Sohn Adam, der Jim bewundert.
Als Glücksjäger und Fotograf Mike Walker in der Gegend auftaucht, freundet er sich schnell mit Stella und Adam an und kann sogar Jims Sympathien gewinnen. Doch seine Absichten sind nicht so harmlos, wie er vorgibt. Tatsächlich wurde er von dem wohlhabenden Vogelliebhaber Whittier (Donald Pleasence) beauftragt, ein Ei der Seeadler zu stehlen. Als erneut Wilderer auf die Insel schippern, eskaliert die Situation. Jim und Mike müssen entscheiden, was ihr Leben und das der anderen Wert ist…

Roy Batty & Serial Mom:
The Nature Years
Die Story von ’Die Brut des Adlers’ verspricht großes Drama vor schöner Naturkulisse. Die Besetzung verspricht großes Genre-Kino. Der Regisseur verspricht großen Trash. Tatsächlich haben wir hier eine Mischung aus allem.
Dem reißerischen Cover der deutschen VHS zum Trotz, handelt es sich hier nicht etwa um einen Action-Knaller, sondern um ein recht einfühlsames Abenteuer-Drama, dessen Hauptfiguren sich mit allerlei inneren Konflikten herumplagen.
Rutger Hauer ist das Herzstück der engagierten Besetzung, ein einsamer Wolf, getrieben von Verlustschmerz, im Deutschen dummerweise mit der ’Alf’-Synchro geschlagen (nichts gegen Tommy Piper, aber das war nix). Die burschikose Kathleen Turner (’Der Rosenkrieg’) und der zwielichtige Powers Boothe (’Sin City’) verleihen ihren Figuren distinktive Persönlichkeit, nur Vogelei-Liebhaber (hier ist schon bissel Trash zugegen, gelle?) Donald Pleasence (’Raw Meat’) und Genre-Baddie Brion James (’Tango & Cash’) sind viel zu kurz auf dem Schirm. Trotzdem ist es für Genre-Fans ein kleiner Leckerbissen, Rutger und Brion (bei ’Blade Runner’ und ’Fleisch + Blut’ noch die dicksten Kumpis) hier als Gegner zu sehen, die sich mal richtig derbe verwemsen. Der gelungene Score stammt übrigens aus der Feder von Maurice Gibb, einem der netten Kastratgesangs-Onkels von den ’Bee Gees’.

Gordon Freeman meets Heinz Sielmann

Philippe Mora (’Das Tier 2 +3’, auwei) beschert uns mit ’Die Brut des Adlers’ einen unkonventionellen Naturfilm, der vielleicht nicht die Oberliga stürmt, aber dank schöner Bilder, überzeugender Cast und interessanter Figuren jenen Freude bereiten wird, die ihr Edutainment gerne mit menschlichem Drama gemischt konsumieren.


Hudson