Bronx Executioner - FilmFlausen.de
                          




Bronx Executioner


‘Born to be wild.’


Originaltitel: Il giustiziere del Bronx (1989) Regie: Vanio Amici
Drehbuch: Vanio Amici & Piero Regnoli
Darsteller: Gabriele Gori, Margit Evelyn Newton, Chuck Valenti FSK: unbekannt


Paintballkiller in Ledersoße
Leute… ich weiß, ich lass hin und wieder den Jammerlappen auf eure Schirme los, beklage mich über diesen und jenen Schund, den mir meine Genrefilm-Diät hier beschert und ihr denkt "Oooaaah, der arme Hudson. Musste schon wieder einen beschissenen Film sehen… auf seiner bequemen Couch, im Warmen, mit vollem Bauch… während woanders Kinder sterben! Frauen versklavt werden! Und AKWs explodieren!" Und ihr habt natürlich Recht. Mal davon abgesehen, dass ich das hier nur in meiner Freizeit mache und beruflich Geheimagent, Supersoldat und Wohltäter sein könnte…theoretisch!. ABER es gibt Filme, die sind so dermaßen übel, durch und durch überflüssig, unberechtigt und unnötig, dass ich vom Glauben abfallen und den ganzen Scheiß hier einfach sein lassen möchte.
Ich rede nicht von schlechten Filmen im Allgemeinen. Schlechte Filme sind meist sehr unterhaltsam. Das weiß jeder, der bei FilmFlausen schon ein paar Mal vorbei geschaut hat. Schlechte Filme geben mir als Beauftragten des Ministeriums für Flausengutachten nur allzu gerne Vorlagen, die ich später in den Rezis verwursten kann. Das ist eine gegenseitige Beziehung. Wie der Ami sagt: They throw me curveballs. I hit ’em home.

Aber manche Filme werfen mir einfach nur Scheiße zu. Point in cäse: Bronx Executioner. Uff. Ächz. Oach…

Story (Langfassung): Irgendwelche Halbaffen schüsseln durch Industriegelände, labern blöd und posen doof. Angeblich sind einige davon Cyborgs. Einer ist böse, wird aber gut und hilft dem Deputy von Woody Strode beim Eliminieren der anderen Bösen. Am Ende ist Schluss.
Kurzfassung: Ich weiß es nicht. Ich weiß es NICHT.

"You gimme feeever..."
"Yeah right and later you can
give it to the rest of our gang!"
Ein kurzer Blick in die Trivia-Sektion der hochgeschätzten International Movie Database gewährt dann auch eine einfache Erklärung. Die Hälfte dieses Filmes ist Stockfootage des Endzeit-Reißers ’Rockit - Final Executioner’, u.a. alle Szenen mit Woody Strode und mindestens zwei Drittel aller Frisuren. Zu diesem Wust wurde in bester Ramschtradition einfach "neues" Material gedreht und als das verkauft, was ich mir hier 90 Minuten lang antun musste. Okay, auf dem selben Prinzip begründen Leute wie Godfrey Ho ganze Karrieren, aber Ho hat immerhin Ninjas und bunten Rauch. Hier gibt’s nur muskulöse Brallköppe, Kiesgruben-Sets und leergefegte Lagerhallen. Es herrschen Monotonie, Synthiegeklimper, ein paar lustlose Schießereien und Sprüche der Marke "Violence is the ultimate aphrodisiac."
Apropos. Warum in solchen Filmen immer wieder Vergewaltigungen auf exploitive Art und Weise dargestellt werden müssen (hier wird der ganze Akt später sogar noch einmal auf Video abgespielt) ist mir genau so ein Rätsel, wie der Beweggrund eines Cyborgs, eine Frau zu vergewaltigen.
Überhaupt bin ich der festen Meinung, dass der einzige Grund, aus dem hier einige Leute als Cyborgs verkauft werden, nicht etwa ein dramaturgischer ist. Nein, die Macher sahen sich die ihnen zur Verfügung stehenden Knallchargen an und entschieden: Das geht nicht als Mensch durch. Der kann nicht schauspielern. Aber der ist so stocksteif, der würde einen guten Kaffeeautomaten abgeben. Et voilà.

"Im tired. Too tired and too old to take it anymore."

Cyborgs, gelle?!

Nach Filmen wie ’Bronx Executioner’ fühlt sich selbst der abgehärtetste Genrefan wie ein Junkie, der vom Dealer abgezockt, geprellt und mit einem Tritt in den Allerwertesten zur Tür rausgetreten wurde. Niemand, wirklich niemand, muss sich das hier geben. Ich melde mich für heute ab und schau irgendwas auf Arte oder ’Heidi’ oder die Telebörse.


Hudson