Bride of the Re-Animator - FilmFlausen.de
                          




Bride of Re-Animator


‘Date. Mate. Re-animate.’


Originaltitel: Bride of Re-Animator (1990) Regie: Brian Yuzna
Drehbuch: Rick Fry, Woody Keith, H.P. Lovecraft & Brian Yuzna
Darsteller: Jeffrey Combs, Bruce Abbott, Claude Earl Jones FSK: 18


Das ist sie also, die Fortsetzung zum populären Mansch-Movie ’Re-Animator’, in Anlehnung an einen Universal-Klassiker ’Bride of Re-Animator’ genannt. Und manschig geht es auch gleich los.

Dr. West (mysteriöserweise von den Toten auferstanden) und sein Kollege Dr. Cain (immer noch von moralischen Bedenken geplagt) sind mittlerweile Lazarett-Ärzte im blutigen Treiben eines Bürgerkrieges und bedienen sich kräftig am täglich wachsenden Leichenberg, um ihre Experimente aus Teil Eins weiterzuführen.

Zurück von den Toten und
von Sinnen wie eh und je
Das klingt doch schonmal nach einem interessanten Setting. Umso verwunderlicher, dass der Film nach diesem Prolog plötzlich eine Kehrtwendung macht und an die Schauplätze des Erstlings zurückkehrt. Wieder in Arkham, entwickeln die beiden Leichen-Fledderer ein neues Serum, dass auch einzelne Körperteile re-animieren kann. Jammerlappen Cain hat schon bald die Nase voll vom abnormalen Gewusel seines verrückten Kollegen, da zaubert West das Herz seiner verstorbenen Geliebten Megan, als Köder für neue Experimente, aus dem Hut. Erneut lässt sich Cain breitschlagen und das Re-Animieren und Fusionieren diverser Körperteile kann losgehen (praktischerweise liegt ihr Labor direkt neben dem örtlichen Friedhof). Doch die Dämonen der Vergangenheit verfolgen die beiden auf Schritt und Tritt. Nicht nur, dass die Polizei noch immer die Vorfälle von damals untersucht, auch der Kopf des sinistren Dr. Hill taucht wieder auf und sinnt auf Rache…

Stuart Gordon, der anno 1990 lieber Riesen-Roboter durch die Pampa jagte, gab den Regie-Stuhl für die Fortsetzung seines Hits von 1985 an Brian Yuzna ab, der schon Gordons erste drei Filme koproduziert hatte. Yuzna kochte streng nach dem Rezept des Vorgängers und schuf ein durchschnittliches Splatter-Movie mit den selben Charakteren, hohem Blutwurst-Anteil und dünner Story.

Bat-Head
Schauspielerisch kann lediglich Jeffrey Combs punkten. Der Mann wurde geboren, um schräge Typen zu verkörpern. Bruce Abbott hat sich wohl vor Drehbeginn den Erstling noch einmal reingepfiffen und beschlossen: ’Passt. Das mach ich nochmal.’ (daran ist freilich auch das Drehbuch nicht ganz unschuldig) und David Gale (bzw. sein Kopf, mehr ist ja nicht von ihm zu sehen) schöpft die Untiefen überzogener
Grimassierung bis zum Abwinken aus. Auch die Dialoge lassen den Spaß aus ’Re-Animator’ vermissen (“Wir wollen Menschen retten, nicht irgendwelche Körperteile.“ “Sag ich doch. Was meinst du wohl, was Menschen ohne ihre Körperteile wären?!“).
Das Salz in der Suppe sind das verrückte Make-Up und die spaßigen Effekt-Spielereien, die wirklich funktionieren und den Mammut-Anteil der Unterhaltung ausmachen. Die kuriosen Gestalten (ein Kopf mit Fledermausflügeln, ein Hund mit Menschenarm, Zombies, Zwitter-Wesen und die laufende Augapfel-Hand), die Howard Berger (’K.N.B.’) und John Carl Buechler (wer sonst?!) auf den Bildschirm zaubern, sind in punkto ’Frankensteinscher Groteskheit’ kaum zu überbieten.

“Wenn du mich willst, dann muss jetzt ein Zombie her!“

Ja, auch David Copperfield hat klein im Keller angefangen.

Fazit: Inhaltlich alles beim Alten, das Bodysplat-Level noch etwas raufgeschraubt, jedoch längst nicht mehr so frisch. Der Leichen-Geruch macht sich allmählich über die Grenzen des Bildschirms breit. ’Bride of Re-Animator’ als Aufwasch seines Vorgängers zu bezeichnen, wäre vielleicht ein wenig gemein, Originalität lässt er jedenfalls schmerzlich vermissen.

Hudson