Brain Smasher - FilmFlausen.de
                          




Brain Smasher


‘Rescue a super-model. Battle killer ninjas. Save the world. No problem!’


Originaltitel: Brain Smasher... A Love Story (1993)
Regie & Drehbuch: Albert Pyun
Darsteller: Andrew Dice Clay, Teri Hatcher, Yuji Okumoto FSK: 18


Der Name Andrew Dice Clay dürfte beim film-fanatischen Fußvolk nicht unbedingt die große Glocke klingeln lassen, ist aber in Fachkreisen (also hier bei uns nebenberuflichen Besserwissern) schon allein wegen seines Auftrittes als ’Ford Fairlane’ im gleichnamigen Film von Renny Harlin längst als Koryphäe des humorvollen Haudrauf-Machismo vermerkt.

Dice hat beim Würfeln
'n Stirnband gewonnen!
Im vorliegenden Film spielt Dice Clay den bralligen Bouncer ’Brain Smasher’ (mit Bandana an der Birne). Sein eigentlich Name ist Ed Molloy. Aber das tut nichts zur Sache: Er ist der ’Brain Smasher’ und wenn ein Unbefugter in seinen Rockschuppen will, gibt’s vor den Nischel, dass der Pudding bricht. Diese Power ist ihm bald von Nutzen, als das Model Samantha (Teri Hatcher) an seiner Tür auftaucht und eine Delegation mörderischer Ninjas hinterher zieht. Nein, ich muss mich korrigieren: Es sind keine Ninjas. Es spricht sie nur jeder so an. Tatsächlich werden die Schurken in einem der etlichen doof-lustigen Dialoge wie folgt vorgestellt:
“Diese Männer sind ShaolinMönche von der Sekte der roten Lotusblüte.“
Jene Blüte ist auch der Grund für den Aufenthalt der maskierten Herren in Portland, Oregon. Und natürlich hängt (zumindest laut VHS Backcover) das Schicksal der Welt an genau jenem Blümelein, das bis vor kurzem im Besitz von Sams Schwester war und nun von dem leicht bedröppelten Bademoden-Model und ihrem neuen Begleiter und Beschützer verwaltet wird. Es dauert nicht lange, bis allerlei Volk dem Pärchen an den Fersen hängt und das Schicksal der Welt mitbestimmen will…

“Die Bullen werden gar nichts tun. Schließlich gibt es kein Gesetzt, dass verbietet Ninja zu sein!“

Albert Pyun ist mit ’Brain Smasher’ sicher nicht über’s Klassenziel hinaus geschossen, hat es aber mit Müh und Not erreicht.

"Dont fuck with the Dice.
Dice does the Fuckin!"
Sein Film ist eigentlich eine 80 minütige Verfolgungsjagd, bei der Andrew Dice Clay und Teri Hatcher von chinesischen Ninjas (“Zum letzten Mal: Wir sind keine Ninjas!“ ’tschuldigung, Jungs, aber Killer-Shaolinmönche klingt noch bescheuerter!) durch die Nacht gehetzt werden. Zwar gibt Dice Clay für meinen Geschmack nicht genug Schub und Hatcher spielt mal wieder die leicht verhuschte Beauty-Queen, dennoch werden die beiden von Albert Pyun äußerst sympathisch in Szene gesetzt. Auch die Nebendarsteller lassen sich nicht lumpen. Pyun Regulars Tim Thomerson (’Doll Man’) und Brion James (’Tango & Cash’) spielen ein kauziges Cop-Pärchen, das leider zu schnell von der Bildfläche verschwindet und Yuji Okumoto (’Nemesis’) ist als genervter Lotusblüten-Chef für einige Lacher gut.
Auch die (leider zu dünn gestreuten) Sprüche des Diceman, ein paar Running Gags und vor allem die finale Visualisierung des Titels (leider schon auf dem Cover gespoilt) helfen dem Zuschauer regelmäßig das Grinsen ins Gesicht. Haudrauf-Gekloppe seitens Clay und ein paar nette Handkanten-Hampeleien der Lotusblütler sorgen für die nötige Action und ganz besonders gefiel mir der herrlich kitschige Soundtrack, der dem Film eine wunderbar schmalzige ’Strangers in the night on the run from some freaky Ninja-Dudes, who aren’t Ninjas at all’-Atmposphäre verlieh.

“Was ist mit Weihnachten? Was soll ich Mom und Dad sagen?“
“Sag ihnen, es ist am 25. Dezember!“

"OOOOOOOOOOOOH!™"

’Brain Smasher’ ist locker eine der besten Pyunschen Action-Klamotten, was (schaut man sich das Oevre des Kollegen mal näher an) nicht wirklich viel zu bedeuten hat. Hier helfen aber gute Darsteller über die hauchdünne Story hinweg und den Rest besorgen Sprüche, Fäuste und Musik aus dem Käse-Fondue der Neunziger.


Hudson