Boss Nigger - FilmFlausen.de
                          




Boss Nigger


‘White Man's Town... Black Man's Law!’


Originaltitel: Boss Nigger (1975) Regie: Jack Arnold Drehbuch: Fred Williamson
Darsteller: Fred Williamson, D'Urville Martin, William Smith FSK: unbekannt


“Black man in a white mans town, he’s got trouble.
Get in his way, he’s gonna cut you down. He’s takin’ over.
He can ride. He can shoot. Don’t take nothing from nobody.”

So singt es uns der Titelsong vor. Ach ja und:
“He’s so bad. They call him Boss. They call him Boss. Boss Nigger.”

So isses. Der Boss Nigger (so heißt er nun mal, sehr verehrte P.C.-People) und sein Kumpi Amos sind zwei knallharte, Sprüche klopfende Kopfgeldjäger, die nach der ewigen Flucht vor den weißen Schindern nun den Spieß umdrehen und gesuchte Banditen mit blassem Teint aufspüren. Tot oder lebendig, gelle. Jetzt verschlägt es die beiden in das Städtchen San Miguel, wo ein besonders dicker Fisch namens Jed Clayton mit seiner Bande regelmäßig Unruhe stiftet. In San Miguel angekommen, erklären sich die beiden Brüder kurzerhand zu Sheriff und Deputy, ob die weißen Bürger damit nun einverstanden sind oder nicht. Der Bürgermeister spielt zum Schein vorerst mit, ist jedoch tatsächlich in Jeds krumme Geschäfte verwickelt. Während San Miguels frischgebackene Ordnungshüter ihre ganz eigenen Gesetze machen und die weißen Schnösel der Stadt nach Strich und Faden abziehen, planen die Schurken die gewaltsame Absetzung der beiden Faustrechtler…

Zitat: “Look, he knows he is a nigger, I knows I is a nigger. So you don’t have to tell us, we is. But now even niggers got to eat. So go get us some food, ’fore I pull your goddamn head off.”
“Yes, Sir. Mr. Nigger.“

1975, während der Hochzeit der Blaxploitation-Ära, inszenierte B-Film-Legende Jack Arnold (’Der Schrecken vom Amazonas’) diesen preiswerten, großmäuligen Schwarz-Western der fast schon als Parodie auf das Genre, seine Konventionen und gesellschaftliche Normen allgemein gesehen werden kann. Und wenn ich Parodie meine, dann meine ich dampfhammerhaft servierte Klischees, die mit dem Butterlöffel der Plattheit über den Film gestrichen und zum eigenen Zweck ausgenutzt werden. Weiße sind grundsätzlich böse, gemein, reich, egoistisch, ignorant oder überheblich. Meistens alles zusammen. Während sie sich im Wohlstand aalen, verhungern arme Mexikaner und Farbige in Slum-artigen Siedlungen außerhalb der Stadt, und müssen Anfeindungen über sich ergehen lassen.

Bad meets Evil

Hier erscheint unser Held: Schwarze Lederkluft, Sideburns, Sheriffschnäuzer und eine abgesägte Flinte im Arm. Fred Williamson.
The Hammer himself. Hier Boss Nigger genannt. Er und sein Bruder Amos bringen den Armen ihr Recht zurück, lassen sich den Scheiß von den Whiteys nicht gefallen und drehen den Spieß einfach um. It’s called Exploitation, baby.
Williamson (’From Dusk till Dawn’), der auch das Drehbuch lieferte, legt hier Badassness par excellence an den Tag und zwingt den gesamten Film in seinen Schatten. Mit D'Urville Martin (’Rosemary's Baby’), R.G. Armstrong (’Predator’) und natürlich William Smith (’Höllenengel & Company’) hat er natürlich auch ein paar granatenstarke Co-Stars an der Hand, von denen vor allem Martin Sidekick Amos für den meisten Spaß (und die besten Sprüche “He broke the law, not me. I is the law!”) sorgt. Für den Rest sorgen die heiße Mucke und eine Kanne Low Budget-Action.

Evil strikes Bad

“Welcome in this town. My name is Ms. Pruitt. I’m the school teacher here. But I recall living in Boston and my family had black people working for us. They were good people. They used to sing and dance a lot. I used to love to watch them.”
“Thank you for the welcome, ma’am. When you get back to Boston, you be sure to tell my people, that you just met two niggers who don’t know how to sing or dance.”

Bad strikes back

Fazit: Sieht man von der allzu dick aufgetragenen Schwarz/Weiß-Malerei (no pun intended) und den daraus resultierenden Klischees ab (die dem Film allerdings auch eine gewisse Grundlage geben), ist ’Boss Nigger’ als schundig-charmante Westernunterhaltung nicht nur für Blaxploitation-Fans und Freunde des B-Western einen Blick wert.


PS:

Spinn ich, oder ist dieser Handlanger in der Mitte olle Mausezahn aus Nobody?



Hudson