Born a Ninja - FilmFlausen.de
                          




Born a Ninja



Originaltitel: Born a Ninja (1989) Regie & Drehbuch: Lo Gio
Darsteller: David L'argent, Man Fei, Laura Yang FSK: unbekannt


Guess who's back!

Ich wollt’s auch erst nicht glauben, Leute, aber es ist wahr: Irgendjemand hat eine Fortsetzung des Super-Ninja-Trashers ’Das Todesschwert der Ninja’ gemacht!
Irgendwer? I bewahre! Es sind natürlich die gleichen Primelköppe, die auch das Original verzapften. Nämlich Produzent Joseph Lai (Fachleuten einschlägig bekannt), Regisseur Lo Gio (womöglich ein weiteres Synonym für Godfrey Ho?) und die gesammelte Cast von Teil eins (ihre einzige Alternative zur Arbeitslosigkeit!). Ich will nicht übertreiben, aber hey, das ist der wahr gewordene Traum eines jeden Ninja-Fans, Trashadepten und Befürworters der modischen Vorherrschaft neongelber Hemden.

Al Bundys Lichtdouble:
Evil Russian Martin
Blicken wir kurz zurück und erinnern uns. Am Ende des farbgewaltigen Epos um Ninjas, die Magick des Hocus Pocus und die Kunst des Salatbratens stand der Sieg des Ninjas David und seines neu gewonnenen Freundes Larry gegen das Syndikat des russischen Schurken Martin und seiner Mischpoke, die den japanischen Wissenschaftler Tanaka entführt hatten, der eine Superformel zur Zerstörung der Menschheit im zweiten Weltkrieg entwickelt hatte, was auch die beiden Damen Brenda und Becky auf den Plan rief, deren Eltern angeblich an Tanakas Formel starben, die aber eigentlich viel zu jung waren… aber ich schweife ab.

Die Fortsetzung mit dem formschönen Namen ’Born a Ninja’ scheint genau da einzusetzen, wo das Original aufhörte. Tanaka ist immer noch bei Larry, Brenda und Becky in U-Haft und eine Rückblende macht uns endlich mit seinem moralischen Dilemma bekannt. Tanakas Frau und Tochter wurden von Martin und dessen Schurkenbande als Geiseln genommen und sollen exekutiert werden, wenn der Wissenschaftler nicht endlich mit der Formel herausrückt. Letzterer streichelt jedoch erst einmal das sagenumwobene ’Goldene Horn’ (wir erinnern uns) und kurz darauf das Laken (fragt nicht, erinnert euch lieber daran, dass er seine Emotionen schon in ’TdN’ an Möbelstücken ausließ!). Bei der intensiven Betttuchrubbelei kommt ihm ein Plan und er entflieht (ihr ahnt es sicher bereits) durch das Fenster an einem Seil aus Laken in die ungewisse Freiheit.

Die Leiden des alten Tanaka

Es dauert nicht lange, bis Fieselwitsch Martin den ollen Zausel wieder eingefangen hat, das Spiel ’Hasch den japanischen Wissenschaftler’ von vorne losgeht und wir auch den Protagonisten aus Teil eins wieder treffen.
David (immer noch der junge Babyspeck-Ninja-Trainee in grellen Klamotten) und sein Meister (immer noch der junge Nebendarsteller, der mittels Mehl im Haar auf ’weise’ getrimmt wird) sitzen im Dojo (immer noch ein zum Trainingsraum umfunktioniertes Wohnzimmer) und empfangen böse Schwingungen (reine Spekulation meinserseits, aber woher genau sie wissen, dass etwas im Argen liegt, wird nicht erläutert).
Doch nicht nur Davids graumeliertes Meisterchen mischt diesmal wieder mit, auch der Sifu von Hocus Pocus Spezi Larry schwurbelt sich in einer fünfminütigen (und absolut sinnlosen) Grusel-Synthie-Szene aus einem Altar und greift seinen Schüler (quasi als nette Anlehnung an das Original) probeweise erst einmal an. Nach kurzem Kampf kommt es zu folgendem Dialog:

Hocus Pocus? You bet your ass!

“Master, you said the Ninjitsu was decieved by the act of Hocus Pocus, didnt you?“
“Right. The fact is, that the Japanese keep making improvements to their art. On the other hand we’re still stuck in the old ways. […] Most people think that Hocus Pocus is an evil power of terrorism. And they treat us as their enemy. So how can we express it for the common good of humanity.”
“Master!”
“Larry! Actually we all know that good and evil are slightly different.”
[…]
“Master, you mean to say that you yourself will fight the enemy this time?”
“Right. Larry, let’s see if our old Hocus Pocus can beat this Ninjitsu. We’ll see! Let’s go!”

Leute, ich glaube an dieser Stelle kann ich ruhig aufhören, euch die Handlung des Filmes näherzubringen. Ihr habt’s längst selbst kapiert: Hier gibt’s Kappes mit Schmackes. The Hard Way. The Ninja Way.

Is klar, oder?
Will sagen: Homevideo-Optik zum Gruseln, Kostüme frisch aus der Chemiereinigung ’Neon Wash’, Schauspieler aus dem Wartesaal der hiesigen Wohlfahrt, vielfältige Musik aus dem Synthie-Leierkasten (inspired by the ’Random’-Button) und Effekte aus’m Gartenschlauch. Untermalt wird das ganze mit pseudo-mystischem Tohuwabohu, dusseligen Crazy-Cam-Schwenks und emotionalen Irrungen und Wirrungen, die den Film zeitweilig ins absurd Dramatische bugsieren und den Zuschauer zu Atemnot-gleichen Lachattacken bringen können.
Und dann ist da noch die Action. Die rockt so gewaltig, dass selbst John Woo, Walter Hill und Yuen Woo Ping die Spucke wegbleiben würde (ähm, rein hypothetisch gesprochen, versteht sich!). Es wird in Formvollendung geballert, gedrallert, gefochten, gefuchtelt, gekickt, geknickt und bis zum Abwinken gezeigt, wieso ’Actor’ von ’Action’ kommt.
Freunde, das ist die Art und Weise des Filmemachens, die oben genannten Trashadepten und Ninjafans das Gefühl des sprichwörtlichen Affen in der Bananenplantage vermittelt. Wer also wissen will, was es denn nun mit dem Goldenen Horn auf sich hat (pfffff), wie das Drama um Tanaka endet (prust) und was Brenda und Becky diesmal für Hotpants tragen (yikes), der kommt um diesen Film nicht herum!

“Ninjitsu really is something, isn’t.“
“Hocus Pocus aint that easy?“
“Ha! Hocus Pocus is a dyin’ art.”

'Born a Ninja' - Ergänzende Impressionen

’Born a Ninja’ hat alles, was man von einer guten Fortsetzung erwartet: Die Legende wird erweitert, die Lore expandiert und die Saga wird in neue emotionale Tiefen geführt. Mehr Action, buntere Farben, Mystizismus und Hocus Pocus in rauhen Mengen und Dialoge, die selbst das abgebrühteste Krümelmonster zum Husten bringen. Eine Ode an den Schwachsinn. Ein Ninjafilm wie es ihn … ja, wie es ihn nur zweimal gibt!


Hudson