Bohachi Bushido - Code of the forgotten eight - FilmFlausen.de
                          




Bohachi Bushido - Code of the forgotten eight



Originaltitel: Bôhachi bushidô: Poruno jidaigeki (1973)
Regie: Teruo Ishii Drehbuch: San Kaji, Kazuo Koike & Goseki Kojima
Darsteller: Tetsurô Tanba, Goro Ibuki, Tatsuo Endô FSK: unbekannt


"To live is hell, and to die is also hell!"

Onibocho - Das Küchenmesser der Dämonen

Tetsurô Tanba, eins der bekanntesten japanischen Gesichter der 60er und 70er Jahre, hat wirklich eine Vita vorzuweisen, die ihresgleichen sucht. Von Dramen über klassische japanische Yakuza- und Chambarafilme, bis hin zu trashigen und sleazigen B-Produktionen war alles dabei. International bekannt wurde er durch seine Rolle als ’Tiger Tanaka’ in "Man lebt nur zweimal". Danach gab es haufenweise kultige Stoff mit ihm: "Der Untergang Japans", "Der Tiger von Osaka, "Sternenkrieg im Weltall" , "Der Schatten des Shogun" und sogar "Story of Ricky", wo er Rickys Meister spielte.

So sehen böse Menschen aus

"Bohachi Bushido" ist eine lupenreine B-Produktion vom Großmeister Teruo Ishii, dem Mann, der u.a. für "Tokugawa - Gequälte Frauen" und ein paar der Nachfolger verantwortlich ist. "Bohachi Bushido" schlägt ebenfalls in diese Kerbe, ist aber - man mag es kaum glauben - noch um einiges sleaziger und blutiger.
Dreh- und Angelpunkt des Films ist Asu Shino (Tetsurô Tanba) der als Auftragskiller sein Schwert Onibocho (The demon's kitchen-knife) kaum ruhen lässt. Er schließt sich dem "Clan der vergessenen Acht" an, einer Art Yakuzaorganisation, deren Mitglieder den acht Tugenden (Treue, Gewissen etc.) gänzlich abgeschworen haben. Da Shino nix zu verlieren hat und von Anfang an derbst suizidgefährdet ist, nimmt er das Angebot der Bohachi an. Ohne Reue, Scham und solcherlei Menschlichkeiten sind die Jungs spezialisiert auf Prostitution. Ihre Huren holen sie sich von der Straße und aus armen Familien. Um die Frauen gefügig zu machen werden sie der "Daruma Dakase" unterzogen.

So sterben böse Menschen
Eine wenig angenehme Prozedur während dessen die Frau gefesselt und geknebelt so lange vergewaltigt wird, bis sie "die Vorzüge der Männer zu schätzen weiß". Das ist die Welt der Bohachi. Asu Shino allerdings besteht den Aufnahmetest der Bohachi nicht und wird in ein Gemetzel mit der "Polizei" verwickelt. Das einflussreiche Oberhaupt der Bohachi bewahrt ihn davor, in Gewahrsam genommen zu werden. Dieser heuert Shino als Killer an, um lästige Konkurrenten im Bordellbusiness loszuwerden, er soll kurzum ihre "Geschäfte" zerschlagen um die Mächtigen dahinter zu entmachten. Und dann legt er auch schon los...
Dabei stellt er sich auch gerne mal mehreren Dutzend entgegen. Begleitet wird er dabei zunächst von Himejiro, einer Art durchgeknalltem, perversem Sidekick der dann allerdings bei einem Brandanschlag unfreiwilligerweise zum Spanferkel wird. Beschützt bzw. beschattet wird Shino von einer Gruppe Bohachi-Frauen, die wohl nicht nur die besagten 8 Tugenden abgelegt haben, sondern direkt auch noch ihre Klamotten. Sie retten ihm gern mal das Leben, indem sie (eingewickelt in feuerfeste Laken) durchs Feuer rollen, um selbiges zu löschen oder auch einfach indem sie sich nackt einem Ninja entgegen stellen. Prima foltern können die übrigens auch, so wird z.B. ein westliches, blondes Mädchen durch die Bearbeitung per Haarnadel und durch ein wenig girl on girl gefügig gemacht. Diverse nackte Catfights dürfen da natürlich nicht fehlen.

FINALE!
Was dieses Kleinod aber wirklich ausmacht, sind die krassen Gewaltausbrüche und der wirklich bis zum Exzess hochgepushte Sleazefaktor. Während des Films reihen sich tatsächlich die Nacktszenen in so kurzen Abständen aneinander, dass einem buchstäblich die Titten um die Ohren segeln. No shit. Und das wirkt nichtmal fehl am Platze... wie auch, in einem Film in dem es ja quasi um Prostitution und Krieg bzw. das Töten geht. Sex und Gewalt gehen hier Hand in Hand. Ebenso wird immer wieder der Bushido hinterfragt bzw. in Frage gestellt. Verliert der Mensch sein Gewissen durch das Töten? Bin ich ein böser Mensch, wenn ich den Abschaum der Gesellschaft umbringe? Kann ich dadurch meine Seele retten?
"Das Leben ist die Hölle", sagt Shino des öfteren, "und der Tod ist ebenso eine Hölle". Also bleibt er in der Mitte, quasi in seiner eigenen Grauzone. Es scheint, als könne er nicht sterben. Keiner ist ihm gewachsen. So schafft er es zu Anfang des Films nicht einmal, sich selbst zu töten. Ist er vielleicht nicht einmal sich selbst gewachsen? Wer weiß das schon genau, und vor allem: Wer zum Teufel will das wissen? Vielleicht könnte ich hier auch seitenlang weiterschwallern ohne zum Punkt zu kommen... hab' ich aber wenig Lust zu. Ich hasse es, Filme analytisch auseinander zu nehmen, nur um hinterher vielleicht zu einem Fazit zu kommen, welches in der Form nie beabsichtigt war. "Bohachi Bshido" ist auch wirklich nicht die Art Film, die man versuchen sollte großartig zu interpretieren. Es ist im Prinzip auch wirklich wurscht, guckt's euch einfach an.

Dieser fiese kleine Streifen ist das, was man ohne Übertreibung als Kleinod bezeichnen kann. Man braucht allerdings schon 'nen ordentlichen Hang zum exploitativen Sleaze oder aber zum klassischen Chambara... am besten aber zu beidem, um hier dran Gefallen zu finden. Ist das aber der Fall, so bietet sich mit "Bochachi Bushido - Code of the forgotten Eight" eine echte Perle unter vielen ähnlich gearteten Streifen. Vom Kampf auf der Brücke in den Anfangscredits über haufenweise Titten, bis hin zum blutgetränkten Finalgemetzel... hier stimmt alles.


Goatscythe