Body Count - Mathematik des Schreckens - FilmFlausen.de
                          




Body Count - Mathematik des Schreckens


‘The woods are alive with the sound of screaming’


Originaltitel: Camping del terrore (1987) Regie: Ruggero Deodato
Drehbuch: Alessandro Capone, Luca D'Alisera, Sheila Goldberg & Dardano Sacchetti Darsteller: Bruce Penhall, Mimsy Farmer, David Hess FSK: 18


Jugendliche zieht’s raus zum Campen, um in natürlicher Umgebung die Triebe auszuleben. Wo gibt’s denn sowas? Och, nur in ca. jedem zweiten Teenie-Slasher der 80er Jahre! Aber das hindert einen italienischen Genre-Regisseur nicht daran, die gleiche Chose nochmal aufzukarren.

Für solcherlei Umtriebigkeiten eignet sich ja am besten immer ein längst geschlossener Camping-Platz, dessen Verwalter ausgerechnet von David Hess (dem Ober-Irren aus ’Last House on the Left’ und ’Wenn du krepierst - Lebe ich’) gespielt wird, wo außerdem schon der eine oder andere Teenie-Mord statt gefunden hat und in dessen Nähe ein alter Medizinmann einst seinen ganzen Stamm verfluchte. Reichlich Hintergrund-Material also, um die folgenden Ereignisse zu rechtfertigen:

Jugendliche feten, ficken, schreien, bluten und sterben. Ende.

Ich weiß nicht, wie ich zu dem absurden Gedanken kam, aber irgendwie hatte ich von Ruggero Deodato mehr erwartet. Doch ’Body Count’ ist ein ganz gewöhnlicher Mischwald-Schlitzer mit den üblichen Pappnasen, den üblichen Genre-Konventionen und den üblichen Metzel-Resultaten.
Außer David Hess, den ich keinesfalls als übernatürlich begabt bezeichnen würde, und Charles Napier (’Deep Space’) auf Sparflamme, ist gerade mal der fast schon einschläfernde Kurzauftritt von John ’God of Overacting’ Steiner (’Sinbad – Herr der Sieben Meere’) erwähnenswert. Es gibt auch noch einen blonden Jüngling, der aussieht wie Sascha Hehn in seinen Porno-Jahren. Aber das nur am Rande.

Ööööhhh... ja.
Sicher, Deodato versucht auch einige Emotionen ins Spiel zu bringen, indem er zum Beispiel eine Dreiecksgeschichte ins Geschehen friemelt (Mimsy Farmer will David Hess für Charles Napier verlassen. Ja klar und morgen kauf ich Dubai!), doch die jüngeren Protagonisten sind so farblos, wie die Auflösung der zum hundertsten Male aufgekochten Whodunit-Suppe dämlich ist.
Als Anhang noch ein paar kleine Non-Survival Tipps für Suizidgefährdete:
Wenn dich beim Bergsteigen ein Wahnsinniger attackiert, schnall bloß den Rucksack ab, bevor du fällst!
Wenn du auf der Flucht vor einem Wahnsinnigen an einer modrigen Baracke vorbei kommst, mach doch ruhig einen Zwischenstopp, geh in den Waschraum und zieh dich vor dem Spiegel aus!

Und wenn du es drauf anlegen willst oder es einfach nicht besser weißt, schau dir ’Body Count’ an!


Hudson