Bluttheater - FilmFlausen.de
                          




Bluttheater


‘A Tasty Horror Film!’


Originaltitel: The Meateater (1979) Regie: Derek Savage
Drehbuch: George Caldwell, Damon Fuller & Derek Savage
Darsteller: Arch Joboulian, Dianne Davis, Peter Spitzer FSK: 18


“Sagen sie, das Crest ist doch das einzige Kino in der Stadt. Wieso hat der alte Besitzer keinen Profit gemacht?“
“Pornographie!“
“Was meinen sie damit?“
“Er hat nur die letzten Schundfilme gezeigt und nicht kapiert, dass wir hier in Dodgeville diesen Dreck nicht sehen wollen. Die Filme wurden immer widerlicher und eines Tages brachte er einen Film mit dem Titel ’Frühreife Nymphen’. Wollen sie, dass ihre Kinder durch pornographische Bilder in den Schaukästen verdorben werden?“

Nein, das will natürlich keiner und deswegen wird der ehemalige Schuhverkäufer Mitford Webster in seinem neu erworbenen Kleinkino auch kein jugendgefährdendes Programm aufführen, sondern nur Tier-Dokus. Das ist kein Witz, sondern von mir beobachtet in ’Bluttheater’, einem billigen Bahnhofskino-Streifen, der genau dieses im Visier hat.
Hier erfüllt sich ein Pärchen den langgehegten Wunsch vom eigenen Kino und hat bald einen spukigen Mitbewerber am Hals, der im Gebälk des Gebäudes hockt, hier und da mal einen Projetionisten oder Besucher tötet und ein spezielles Faible für Blondinen hat, die aussehen wie Jean Harlow. Letzteres trifft dummerweise auch auf die Tochter der Websters zu und bald hat die Hackfresse das Mädel in seiner Gewalt…

“Sie rauchen? Ich dachte ihre Schwäche seien Würstchen?!“

“Beides, Würstchen und Nikotin.“

Achja, die guten alten Zeiten, als ’Hot Dogs’ noch ’Frankfurter’ hießen und der ’American Dream’ von amerikanischen Urtypen wie dem Schuhverkäufer Mitford Webster gelebt wurde. Zu dumm, dass sich das Böse immer Orte wie das uramerikanische Dodgeville aussucht, wo eigentlich nur Zucht und Ordnung herrschen. Selbst wenn die Jugend Frisuren trug, die gegen jegliche Gesetze der Schwerkraft und des guten Geschmacks verstießen, wurden hier noch konservative Werte gelebt.
Hier gibt es rechtschaffende Ordnungshüter wie den dicken Officer Wombat, der wie Bud Spencer redet und wie Francis Ford Coppola ohne Sauerkohl aussieht (“Ich hab ihn abrasiert. Wegen meiner Alten. Er hat sie zu sehr gekitzelt. Sie wissen schon wo!“). Eltern, wie die Websters, die besorgt um ihre Kinder sind (“Sie hält es für unter ihrer Würde, ein Pausenbrot mitzunehmen.“) und sich Tag ein, Tag aus fragen, wie es denn enden soll, mit den jungen Leuten…

…die so herumlaufen!











Wahrscheinlich landen sie in den Fängen von Leuten…

…die so aussehen!











Und hängen dann gut ab, in irgendwelchen Folterkellern...

…ja, genau so!












Es ist eine grausame Welt und der Film ’Bluttheater’ will uns mit allen Mitteln vor ihr schützen.

“Sag mal Baby, wie wär’s mit einem Schäferstündchen zwischen Popcorn, gebrannten Mandeln und Gummibärchen?“

Ungeahnte Tiefen des Schwachsinns tun sich auf, wenn man die 70 Minuten ’Bluttheater’ durchsteht. Der Film gehört ganz sicher in die Kategorie ’Muss man sehen, um den Grad der Blödheit zu fassen’. Dank dicken Darstellern, doofen Sprüchen und dicken, doofen Frisuren muss das Teil einfach an die Trash-Fraktion weitergeleitet werden. Alle anderen machen einen gewaltigen Flitzebogen drumherum und kaufen lieber Tickets für’s ’Phantom der Oper’.


Hudson