Bloody New Year - FilmFlausen.de
                          




Bloody New Year


‘The last day of the year...or the last day of your life’


Originaltitel: Bloody New Year (1987) Regie: Norman J. Warren
Drehbuch: Frazer Pearce
Darsteller: Suzy Aitchison, Nikki Brooks, Colin Heywood FSK: 18


“Hey, Leute, wisst ihr was? Das ist der verrückteste Tag in meinem Leben. Wir treffen uns zufällig auf dem Rummel, fahren eine Geisterbahn zu Schrott und jetzt sitzen wir in einem Zeitloch.“

Bloody New Hairdo
Das klingt wirklich ziemlich verrückt, passiert aber genau so bei ’Bloody New Year’, einem britischen Horrorfilm, der im Sommer spielt. Das mit dem Neujahr ist so eine ’Let’s do the Timewarp again’-Geschichte, die kaum wirklich etwas zur Sache tut, schließlich ging’s hier in erster Linie darum, eine handvoll Jugendliche auf eine einsame Insel zu kriegen, wo sie von Dämonen/Poltergeistern/Erscheinungen in den Wahnsinn getrieben werden sollten. Oh, hab ich etwa vergessen, eine ausführlichere Inhaltsangabe zu verfassen? Nö, der Inhalt lässt sich platzsparend wie folgt zusammenfassen: Handvoll langweiliger Pappnasen – Stress mit Rummel-Rowdies – ab aufs Meer – Schiffbruch – Inselkoller – Poltergeistterror – ominous thunderstorm – Ende.

“So eine ähnliche Situation hab ich schon mal im Kino gesehen. Blitz und Donner durften natürlich nicht fehlen.“

Bei ihr war der Coiffeur
wohl auch schon dran.
In ’Bloody New Year’ steckt ein Haufen Geister in der Zeitschleife eines Silvesterabends von 1959 fest. Und die wollen immer neue Kameraden für ihre Party akquirieren. Dass sie sich ausgerechnet die Pappenheimer dafür krallen wollen, die hier als Protagonisten herhalten müssen, zeigt wie verzweifelt diese Entitäten wirklich sein müssen.
Die Nasen zeichnen sich nämlich vor allem durch orientierungsloses Rumgelatsche, hysterisches Geheule und schlechten Modegeschmack aus. Warum gibt man den Charakteren solcher Filme nicht mal ein bisschen Fleisch auf die Knochen, wenn uns deren Schicksal etwas scheren soll? Stattdessen gibt es ununterbrochen Dialoge, die aufzeigen, wie doof die Herrschaften wirklich sind (“Ich frage mich, wie es ist, es auf dem Billard Tisch zu machen?“ “Was zu machen?“)
Dabei macht der Film in Sachen Trash FX einiges her. Ein Fischernetz wickelt sich wie von Geisterhand um eine der Schiffbrüchigen, ein Algenmonster explodiert aus einer Tischdecke, wackelnde Büsche lachen die Protagonisten an (lachende Fußspuren im Sand gibt’s auch), eine besessene Treppengeländer-Applikation beißt einer Mieze in die Hand und eine Zombie-Schlampe lässt sich einfach nicht kaputtmachen, egal wie oft man mit der Schrotflinte auf sie schießt. Die Tricks wurden mit sehr simplen, oft lächerlich kruden Mitteln realisiert, aber das ist wahrlich nicht das Problem des Films.

“Beantworten sie drei Fragen richtig und gewinnen sie ein Micheal Landis T-Shirt aus ’Ich war ein Teenager Werwolf’.“

USELESS FLAUSENTRIVIA # 2:
In einem Mini-Kino auf der Insel läuft der Horror-Klassiker ’Friend without a face’ und der ältere Rummel-Rowdy aus Szene eins ist kein anderer als Steve Emerson, bekannt als Bartender ’The John’ aus ’Shaun of the Dead’, der 1987 haargenau so aussah, wie 17 Jahre später.

Fazit: Weichbirnen-Horror und Watte-Gore. Aufgrund des ’Es waren die Achtziger und wir wussten es nicht besser’-Handicaps gibt’s einen Trostpunkt dafür, dass anstelle von Michael und Freddy hier mal die Deadites und der olle Poltergeist kopiert wurden. Für Trashfans womöglich ein Heidenspaß im Doppelfeature mit ’Todeskuss der Schlange’.


Hudson