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Bloodsport


'The secret contest where the world's greatest warriors fight in a battle to the death.'


Originaltitel: Bloodsport (1988) Regie: Newt Arnold
Drehbuch: Christopher Cosby, Mel Friedman & Sheldon Lettich
Darsteller: Jean-Claude Van Damme, Donald Gibb, Bolo Yeung FSK: 18


Jaja, Bloodsport!
Das muss jetzt bestimmt 15 Jahre her sein, als ich diesen Film zum ersten (und bis dato letzten) Mal sah und danach wie blöde versuchte, mit dem rechten Fuß den Schirm der Stehlampe zu treffen. Die gute alte Zeit.
Dass einem nach jahrelangem Warten die eine oder andere Freude der Kindheit versäuert wird, kennt man ja…

Als Grünschnabel wird Frank Dux von Martial-Arts Meister Tanaka beim Diebstahl eines Schwertes erwischt, bekommt aber nicht etwa den Arsch voll, sondern ein jahrelanges Training in den Kampfkünsten des ’Tanaka-Clans’.

Niemand legt sich
hier ungestraft
mit dem BOLO an!
Als sein alter Meister allmählich vom Zahn der Zeit abgenagt wird, büchst Frank aus dem Army-Bootcamp aus, um noch ein paar Trainings-Montagen (inklusive ’Augen zu’ und Spagat-Lektionen) bei ihm abzugreifen und daraufhin nach Hong Kong zu reisen. Dort findet das sagenumwobene und ebenso illegale ’Kumite’ statt. Ein Wettkampf der hartgesottensten Kung-Fuzzis, bei dem auch schon mal Knochen und der eine oder andere Hals gebrochen werden. Frank will der erste Seitenscheitelträger des Westen sein, der dieses Turnier zu Ehren seines ollen Meisters gewinnt.
Zu dumm, dass seine ehemaligen Vorgesetzten (u.a. Forrest Whitaker, ein Jahr bevor ihm in Clint Eastwoods ’Bird’ der Durchbruch gelang) dicht auf den Fersen sind und der Champion des ’Kumites’ von keinem geringeren, als Super-Fighter Bolo Yeung gespielt wird…

Ja, ’Bloodsport’ war damals so etwas wie eine kleine Sensation, mit der die Produktionsfirma ’Cannon’ (RIP) in den 80ern eine Hochkonjunktur dieser Art von Film einleitete ('Bloodfight', 'Karate Tiger III: Kickboxer' … und haste nich jesehn). Zu seiner Zeit also recht frisch, wenn auch keineswegs so revolutionär, wie es einige gerne hätten. (Autor Sheldon Lettich benutzte auch ähnliche Motive in seiner zweiten Zusammenarbeit mit Van Damme, 'Leon'.)

Was lange währt...
Außer der amateurhaften Dialogarbeit, welche dann auch eine Nebenhandlung ad absurdum führt (“Also schön Frank, machen sie’s. Aber wir finden’s nicht gut!“ … oh, bitte!) gibt es leider auch etliche dramaturgische Schnitzer und peinliche Ausfälle.
So muss natürlich auch ein Love-Interest für Van Damme herbei, in diesem Falle eine (Sport?)Reporterin, die eine fette Story wittert und mit Diktiergerät auf der Zuschauer-Tribüne sitzt (“Die Sache spitzt sich zu!“) und auch sonst einfach nur nervt, nervt, nervt. (Memo an die 80er: Haltet blonde, kreischende Weiber raus aus Prügel-Filmen!)
Van Damme selbst gibt sich in seiner ersten Hauptrolle ebenso beschränkt, wie man es auch in den folgenden Jahren von ihm sehen sollte. Die Hose wieder mal bis über den Bauchnabel gezogen und obenrum ein Hauch von nichts. (Interessant auch der ’junge’ Frank Dux Darsteller, der sicherlich bei einem kurzfristigen Sportschul-Casting als Notlösung aufgegabelt wurde.)
“Du hast nicht gezuckt, das beweist, dass du Kampfgeist hast.“ Sagt Meister Tanaka bei seiner ersten Begegnung zu ’Young Van Damme’. Urteilt man nach dem Spiel der belgischen Kampfwurst (oder seiner jüngeren Inkarnation) würde ich aber eher behaupten, dass beide einfach ein bissel phlegmatisch sind.

...wird endlich gut!
Möglicherweise liegt es an der deutschen Synchro, aber Jean-Claude kam mir während der Szenen mit Dialog vor, wie ein autistischer Stammel-Monchichi. Die Mimik: Ziemlich hohl. Die Frisi: Wie’n Kohl. Große Posen, nix dahinter. Van Damme ist nunmal kein Schauspieler, egal was mir die Credits erzählen. (Er ist aber bestimmt einer der wenigen Personen, die mit einem Auge zwinkern können, ohne den Rest des Gesichtes zu bewegen.)
Auf der Habenseite gibt es schöne Kulissen und natürlich die fetzige Prügel-Action. Auch Sidekick Donald Gibb (’Rache der Eierköppe 1-4’) und Bolo Yeung als Killermaschine Chong Li (mit gerade mal einem Satz “Du bist der Nächste!“) kommen gut an.
Die Musik kommt direkt aus der Eighties-Jukebox, manchmal auch aus dem klimpernden Leierkasten, den man Syntheziser nennt.

Darf ich ihnen unsere aktuelle Produktpalette
von Fitness-Artikeln vorstellen?

Alle ’Vorreiter-Lorbeeren’ in Ehren, aber ’Bloodsport’ ist und bleibt Schund. Machen wir uns also nichts vor und genießen den Film nicht etwa als den ’Action-Meilenstein’, den seine Fans in ihm sehen, sondern als solide, käsige Haudrauf-Kost mit Spaß im Glas (so man eins zu stehen hat)!

PS: Natürlich basiert das ganze auf einer ’wahren Begenheit’ … Prost!

Nool