Blood Freak - FilmFlausen.de
                          




Blood Freak


‘Only the blood of drug addicts can satisfy
the thirst of the blood freak monster!’


Originaltitel: Blood Freak (1972)
Regie & Drehbuch: Brad F. Grinter & Steve Hawkes
Darsteller: Steve Hawkes, Dana Cullivan, Heather Hughes FSK: unbekannt


“Man, we're not even 5 minutes into this baby and already I have no clue.” - Spooner
“Exactly!” - Hudson

Nein, dies hier ist kein Partner-Review (die checkt ihr hier aus!), aber ich möchte zur Hilfestellung heute mal den Spoon-Joker ziehen. Er wird mir und euch helfen, durch dieses Review zu kommen.

The Rise and Fall of Hershell

Hershell ist Biker im Land der unbegrenzt versaubaren Möglichkeiten und cruist auf seinem Chopper über die Landstraßen desselbigen. In der nächstgelegenen Stadt lernt er Angel kennen. Auf dem Freeway. In einem fahrenden Auto. Das Lustige ist: Noch hat niemand Drogen genommen! Aber gleich. Denn Hersh und Angel fliegen ab in den nächsten Club, wo Angels Freunde abchillen. Sie sind Hippies und machen sich über den Rocker lustig, der viel zu lange mit Angel über uninteressanten Bullshit schnackt. Trotzdem funkt es zwischen den beiden (Hershell ist halt ein Hengst und Angel eine fesche Mieze, da braucht man nicht viel Gesprächsstoff) und die Kleine nimmt ihren neuen Macker mit auf Papas Truthahn-Farm, wo er einen Job bekommt, zuerst aber am Pool eine Hammertüte (Jargon für ’starke Marihuana Zigarette’) verpasst bekommt und sofort süchtig ist. Es verlangt ihn immer stärker nach neuem Stoff …

“You’re left to wonder, just WHAT do they want to tell us at this point?” - Spooner
“Nothing in particular, I presume. Or maybe: Don't do drugs.” - Hudson

… den er auch bekommt und zwar in Form eines gebratenen Truthahns, der dummerweise in einer experimentellen Genmaterial-Soße eingelegt wurde. Nachdem er das ganze Tier in einer Sitzung verspeist hat, legt er sich auf den Rasen und verwandelt sich unter starken Zuckungen in …

Turkey-Head-Man!

“I like the way only his HEAD transformed into a turkey and the rest of his body didn't.” – Spooner.

Ganz recht, Freunde. Ein Mann mit’m Truthahn-Kopf und der ist scharf auf Menschenblut!
Ich glaub, ich kann’s an dieser Stelle lassen, mit der Inhaltsangabe fortzufahren. Das Wort Inhalt kann hier sowieso nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit und ohne Gewähr benutzt werden.
Fakt ist doch, dass dies eine der bescheuertsten Stories diesseits der Milchstraße ist und der Schwachsinn selbstverständlich auch in die technischen Bereiche übergreift.

Obwohl diese Killerplauze geradezu fantastisch belichtet wurde!

Unglaublich dilettantischer Schnitt (“Of course we needed a shot of somebody taking the plate away” - Spooner), miserables Schauspiel (“Man, something about this guy has ‘construction worker’ spelled all over him” - Spooner) und dramaturgische Löcher so groß wie New Yorker Sandtörtchen nach der Apokalypse (“Is it just me or is she accepting his GIANT TURKEY HEAD pretty fast?!” - Spooner) gehen einher mit den trashigsten Effekten seit Erfindung der Lebensmittelfarbe. Im Ernst, da läuft ein Typ mit einem Schnabel-Helm, gefertigt aus Pappmaché und Truthahn-Arschfedern herum, und wir sollen das für bare Münze nehmen?

“Why doesn't anybody LAUGH when they see the giant turkey coming?
Wouldn't you mistake that for a bad halloween mask?” - Spooner

Zwischendurch setzt uns der Film übrigens immer wieder einen Erzähler vor die Nase, der Kippe rauchend und im Porno-Mantel bekleidet gesundheitspolitische und religiöse Botschaften an den Zuschauer richtet.

“This is a story based partly on facts, partly on probability.“

Angeblich ist dies der eine Regisseur des Film (der andere ist laut offiziellen Quellen Hauptdarsteller Steve Hawkes), jedoch bezweifle ich, dass jemand (geschweige denn, zwei Leute) bei diesem Scheiß hier tatsächlich ’Regie geführt’ hat/haben.

Kommen wir zum Schluss dieser Exkursion ins Reich des Obskuren und verlassen wir das sinkende Schiff, ohne uns nach dem in Blut ersaufenden Truthahn umzusehen. Denn nichts anderes hat ein billiges Stück Celluloid-Verschwendung wie ’Blood Freak’ verdient, das uns auf diese Art und Weise vermitteln will, dass man weniger Drogen nehmen, und sich lieber des Öfteren dem Heiland zuwenden sollte.
(“Yeah turning to god is the most obvious reaction in that situation, I think” - Spooner)




PS: Danke an Spooner, der mir in dieser schweren Stunde zur Seite stand.


Hudson