The Blood Drinkers - FilmFlausen.de
                          




Blood Drinkers, The


‘Hell has just been relocated!’


Originaltitel: Kulay dugo ang gabi (1966)
Regie: Gerardo de Leon Drehbuch: Cesar Amigo & Rico Bello Omagap
Darsteller: Ronald Remy, Amalia Fuentes, Eddie Fernandez FSK: unbekannt


’The Blood Drinkers’ ist eine philippinisch-amerikanische Koproduktion, die auch einem Ed Wood zu größter Ehre gereicht hätte.
Zur Story: Ein buntes Häufchen Vampire fällt in ein kleines Dorf ein, um dort die verlorene Geliebte des Vampirfürsten Marco mittels Hämoglobinzauber zu reanimieren. Dabei müssen unzählige Dorfbewohner als Blutkonserven herhalten, die nach ihrer Bestattung als Untote zurückkehren und andere Dorfbewohner belästigen.
Auf dem Schirm sieht das dann wie folgt aus:

Wetten, da drin ist
ein KISS-Konzert?!
Philippinische Darsteller (in der englischen Fassung auch noch mit schwerem Akzent synchronisiert) kippeln als jammernde Opfer und Täter-Gestalten durch Gemälde-artige Bilder, besäuselt von surrender Hundepfeifen-Musik, die sich den Schall mit opulentem Orchester-Score teilt.
Die titelgebenden ’Bluttrinker’ bestehen aus einem kleinwüchsigen Schlägertypen, einem buckligen Behindi-Gebiss (der immer mit dem gleichen Soundeffekt nervt), einer zappelnden Gummi-Fledermaus (schon besserer Soundeffekt) und einem glatzköpfigen Dracula-Verschnitt, der auf dem engl. Backcover wie folgt beschrieben wird:
“The Evil ’Marco’ is an updated version of Vampire Count Dracula, replete with cape and fangs and a clean shaven head. This unique characterization … is one not easily forgotten.“ Nicht vergessen werde ich zumindest die Szene, in der man den jungen Helden (hab ich vergessen, den jungen Helden zu erwähnen? Ein furchtloser Filipino-Johnny Depp) gegen alle drei (die Fledermaus ist grad in der Kantine) hintereinander kämpfen sieht. Allein wegen dieser Szene ist ’The Blood Drinkers’ schon für Trashfans ein Muss. Ähnlich zum Schreien ist ein Dialog, in der ’Evil Marco’ seinem Opfer die Gummifledermaus mit den Worten “When the colourrr is rrred, Basrrra is coming! Basrrra is watching!“ vorstellt, während das Vieh selbst vor ihr herumfledert und seine abnormalen Soundeffekte zum Besten gibt.
Erwähnenswert im ’What-the-hell-was-that-about?’-Department ist auch die absonderlich gestaltete Beleuchtung, die zwischen allen möglichen Farben hin- und herschaltet und zu der man sich so auf dem Backcover äußert:
“Unusual full colour photography and colour tinting effects were creatively used.” Ich demonstrier’ euch das mal in Bildern:


Witzig hierbei: Wann immer der glatzköpfige Vampyrfyrst es will, kann er die Bildschrimfarbe kalibrieren… in etwa so:


Mal was anderes, oder?

“Gordo, bring me blood! I want plenty of it!“

Fazit: Auch wenn Regisseur Gerardo de Leon kein Mario Bava ist, unterhält sein Vampir-Trash im Vielfarbengewand auf die schummerige Schund-Weise. In seinen besten Momenten saukomisch, in seinen schlechtesten langweilig wie ein totes Huhn und zwischendurch einfach nur bizarr. Macht das Beste draus!

Hudson