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Bloodbrother
The Fighter, the Winner



Originaltitel: Breathing Fire (1991)
Regie: Lou Kennedy, Brandon Pender, Brandon De-Wilde
Drehbuch: Raymond Mahoney, Delon Tanners & Wayne Yee
Darsteller: Jonathan Ke Quan, Eddie Saavedra, Ed Neil FSK: 18


Wenn ich irgendwo einen Film mit dem Namen Bolo Yeung herumstehen sehe, muss ich ihn haben. Manchmal gibt es sie halt, diese unerklärlichen Zuneigungen und der ’Chinese Hercules’ Bolo ist halt eines meiner ganz persönlichen ’Guilty Pleasures’.

BOLO, the Man!
Doch im Vordergrund des Filmes steht zuerst einmal Kickbox-Haudraufi Jerry Trimble (’Karate Tiger 5’). Jener spielt den braungebrannten Schmierlapp Michael Moore (nein, nicht der dicke Bush-Stalker!), einen Mann mit exzessivem Doppelleben. Am Tage ist er der nette Adoptiv-Daddy der beiden Martial Arts-Bratzen Charlie und Tony, doch des Nachts lässt er den bösen Gangster heraushängen, der Banken überfällt. Als einer seiner Komplizen, ein alter Vietnam-Kollege, plötzliche Skrupel bekommt, lässt er ihn von seinen Handlangern (unter der Führung von BOLO YEUNG!) samt Gattin gnadenlos ermorden. Töchterchen Annie ist Zeuge der Tat und kann fliehen. Sie wendet sich ausgerechnet an David, Michaels Bruder, der ebenfalls mit ihrem Vater in der grünen Hölle diente. Das kommt Michael natürlich gelegen und er versucht, einen Mordversuch nach dem anderen auf das Mädel auszuüben. Doch mit der Hilfe von David und Michaels Sprösslingen werden die Attentate immer wieder abgewehrt, bis David folgenschwer verletzt wird. Jetzt heißt es: Ab an den Strand und eine halbstündige Trainingssequenz hinlegen, in der Tony und Charlie die dicken Künste der fachgerechten Verwemsung angelernt bekommen, während ihr Vater insgeheim die Vollendung seiner üblen Machenschaften plant…

BOLO, the Woman
Wahnsinn! Was auf dem Papier nach einem 08/15-Klopper klingt, ist in Wirklichkeit ein Trash-Action-Drama der gröbsten Machart.
Ich geb einfach mal ein paar Szenen als Beispiel dafür, was in diesem Film so abgeht:
Zu allererst ist da der Bankraub der Gangsterbande. Ein Haufen richtig cleverer Burschen. Achtung: Der folgende Satz könnte zu irreperablen Hirnschäden führen! Sie pappen die beiden nötigen Safe-Schlüssel auf einen künstlichen Pizza-Teig, backen diesen und achteln die Pizza, damit jeder einen Schlüssel-Abdruck hat!
Dann ist da die Szene, in der Annies Vater einen Streit mit seiner Frau hat, dessen Ohrenzeuge seine Tochter wird und der lauthals beendet wird, als er seine Frau schlägt. Kurz darauf kommt er runter und meint lächelnd zum Töchterchen: “Ich hoffe, du verzeihst mir, Schatz!“. Worauf diese lächelnd antwortet: “Natürlich, Dad!“
Schließlich kommt es zur Konfrontation mit einem von Michaels Henchmen. Dieser heißt Tank und ist ein 300 Pfund schwerer Afro-Amerikaner, der noch bei seiner (blinden) Mutter wohnt.

BOLO, the Floormopper
Desweiteren gibt es eine Situation, in der zwei Kleinwüchsige einen Barfight mit Tony und Charlie anzetteln, eine Sundown-Montage, welche die beiden beim Bewundern des trainierenden, schweißgebadeten Onkels zeigt und natürlich den Banküberfall selbst, der uns die Herrlichkeit eines als Oma geschminkten Bolo Yeungs beschert.
Der Hong Kong-Hüne zeigt sich hier wieder von seiner schärfsten Seite. Will sagen: Brustpumping, Grimmassing und Böse-Dreinschauing und hier und da mal ’nen knappen Spruch. Das klingt jetzt nicht nach Shakespeare, ist aber pures ’Thug’-Method-Acting... also da müsst ihr mir jetzt schon vertrauen!
Die restliche Klopperriege haut sich unbesonnen durch den Film und glänzt mit ulkigem Action-Sprech:
“Oft denk ich, Vietnam war gerade erst gestern.“ “Das war es doch auch.“
(Danach kommt gleich eine heiße Nam-Rückblende, in der wir sehen wie triggerhappy Michael aus Versehen Charlies Mutter abknallt und ihn selbst aus einem Reiskorb fischt und in die Staaten importiert)

“Sucht die verfluchte Pizza!“

BOLO can do anything!

Fazit: Reichlich hirnverdrehtes Klopper-Drama mit tollen Fights und einem gut aufgelegten Bolo, der für mich allein schon dieses Werk filmhistorisch wichtig macht. Cause, I am that kinda guy!


Hudson