Blind Warrior - FilmFlausen.de
                          




Blind Warrior



Originaltitel: Neraka perut bumi (1987)
Regie: Ratno Timoer Drehbuch: Piet Burnama
Darsteller: Advent Bangun, Enny Beatrice, Harry Capri FSK: 18


Es war einmal in Indonesien…

Der lüsterne Despot Raden Parna lässt regelmäßig Frauenopfer seine Kultisten-Rutsche hinabgleiten, an deren Ende ein Bällchen-Bad aus Liebesperlen wartet, wo er sie schließlich vernascht. Das Volk ist gar nicht einverstanden mit diesen Methoden, aber da es das Volk ist, hat es nicht viel zu sagen. Außerdem hat es genug Probleme mit Parnas Truppen, die es zur Sklavenarbeit treiben, foltern, töten… ihr wisst schon, das volle Programm.

Raden Parna. Klingt zwar nach
Schinken, ist aber ein Schurke.
Gerade, als die Situation unerträglich wird, taucht der blinde Krieger Buta auf. Der kann zwar nichts sehen, dafür aber aus dem Stand drei Meter hoch und zwanzig Meter nach vorn springen. Das reicht dicke, um den Heerscharen Parnas erst einmal das Erstaunen auf die Visage zu zaubern. Als der Tyrann dann jedoch die Dorfschönheit Zarimbi entführen lässt, um sie zu seiner Frau zu machen, packt Buta die Fäuste und den Zauberstab aus. Jetzt geht es den Unterdrückern an den Kragen…

Den blinden Krieger, der über die Dörfer zieht und den Armen und Unterdrückten hilft kennen wir ja schon aus Japans ’Zatoichi’-Reihe. In Indonesiens Variante des Themas geht es um einiges preiswerter zur Sache und auch etwas schleppender.

The Blind Warrior
(*Toy comes without the silly monkey.)
Ganz gemächlich wird sich hier in der hohen Kunst des ’Extrem-in-der-Gegend-rumstehens’ und des ’Weise-Worte-Austauschens’ probiert, während vorerst vereinzelte Metzeleien (sogar an Kindern und Greisen) das blutige Finale andeuten. So laufen dann auch die gesamten ersten zwei Drittel ab. Sklaven werden gepeitscht, Pläne geschmiedet und nichts wird unternommen. Alles recht unspektakulär und auch Hauptdarsteller Advent Bangun (’The Devil’s Sword’) in seiner Winnetou-Gedächtnis-Kluft und immer bedächtig den Kopf wiegend lädt mehr zum Schnarchen, als zum Mitfiebern ein. Als dann im letzten Drittel ’La Revolution’ ausgerufen wird, zieht das Tempo nach vorn und das Blut-O-Meter nach oben. Köpfe verlassen ihren Besitzer, Körper werden auf die absurdeste Art und Weise penetriert, der rote Lebenssaft verteilt sich in alle Richtungen. Bis es soweit ist, müssen wir uns allerdings durch einiges an Indonesia-Mumbo Jumbo, wie Götzen mit rotleuchtenden Augen, lokale Stammestänze, Tetris-Sounds und even more Sabbel-Gebrabbel kämpfen.

Sexytime im Bällchenbad

Fazit: Die Sparversion von Zatoichi, mit trashigem Hokus Pokus, indonesischem Stammes-Schmafu und schriller Geräuschkulisse. Anfangs trübe, später turbulent blutig. Insgesamt bunter Durchschnitt, der asiaphilen Barbaren-Fans über eine Durststrecke helfen könnte.


Hudson