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Blinde Wut


‘Master of the sword. Avenger of the truth. Blind as a bat.’


Originaltitel: Blind Fury (1989) Regie: Phillip Noyce
Drehbuch: Ryozo Kasahara & Charles Robert Carner
Darsteller: Rutger Hauer, Brandon Call, Noble Willingham FSK: 18


Soldat Nick Parker (Rutger Hauer, ’Hemoglobin’) rettet während des Vietnam Krieges seinem Kumpel Frank das Leben und muss diese heldenhafte Tat mit dem Augenlicht bezahlen. Verloren und völlig orientierungslos wird er von Eingeborenen aufgelesen, die ihn in ihrer Mitte aufnehmen und ihn ein Leben ohne Augen & die Kunst des ’leisen Schwertes’ lehren.

20 Jahre später:
Frank (Terry O’Quinn, ’Lost’) steckt mal wieder in Schwierigkeiten. Er hat im Casino des üblen Kurt MacCready mehr Geld verloren, als er hat. Also zwingt MacCready den ehemaligen Chemie-Experten, für ihn synthetische Drogen herzustellen. Um seiner Forderung ein wenig Nachdruck zu verleihen, will er Franks Ex-Frau (Meg Foster, ’Masters of the Universe’) und seinen kleinen Sohn Billy (Brandon Call, ’Fod Fairlane – Rock’n Roll Detective’) entführen lassen.

Blind im Urwald
Zum Glück ist Nick gerade zu Besuch und kann die als Cops getarnten Verbrecher unschädlich machen. Billies Mutter kostet der Überfall jedoch das Leben. Auf ihrem Sterbebett verspricht Nick, sich um Billy zu kümmern. Also machen sich die beiden Fremden unter widrigen Umständen auf den Weg nach Reno, um Billies Vater zu suchen.
Aus anfänglicher Antipathie (“Ich krieg den Fensterplatz. Den brauchen sie ja nicht. Sie sind ja blind!“) entwickelt sich bald eine enge Freundschaft zwischen den beiden. Als es MacCready’s Killer-Kommandos einfach nicht gelingen will, die Ausreißer zu stellen, holt der Schurke einen echten Ninja!

“Besorg mir jemand, der mit der Sache fertig wird. Von mir aus Bruce Lee!“
“Bruce Lee ist tot.“
“Dann eben seinen Bruder.“

Ich weiß nicht ob es daran liegt, dass ’Blinde Wut’ einer jener Filme war, die ich als 15-jähriger rauf und runter geglotzt habe, aber der Film ist und bleibt in meinen Augen eine Wucht.

Bad Boy mit Schuss,
Schmalz & Schnurre
Philip Noyce’ (’Todesstille’) Ausflug in die ’gediegene 80er Action’ (ich nenn es einfach mal so) hat ein unverwechselbares Flair, das an die besseren Filme dieser Dekade erinnert. Hauer, dessen Schauspiel hier an seine frühen Tage in Hollywood (’Fleisch + Blut’, ’Blade Runner’) anknüpft, ist selten überzeugender gewesen. Seine Bindung zu dem kleinen ’Baywatch’-Fratz Call wächst während des Filmes auf eine rührende und doch komische Art. Auch Nebendarsteller (vor allem die Bösewichter Nick ’Interceptor’ Cassavetes, und Randal ‘Arizona Junior’ Cobb) geben sich bemüht und machen ihre Sache gut.
Schön auch, dass die Handlung durch teilweise schrillen Humor und Hauers witzige Kommentare (“Ich kann auch ohne Brille fahren. Ich bin blind.“) aufgelockert wurde. Zwar nimmt man es mit einigen Logikklöchern genau so locker, aber das gehört in diesem Genre ja schon beinahe zum guten Ton.
Der Soundtrack, irgendwo zwischen Gitarren-Rock und Steeldrum-Pop angesiedelt, ist möglicherweise etwas gewöhnungsbedürftig, passt meines Erachtens aber gut zum Flair. Und wenn am Ende dann wirklich noch Vorzeige-Ninja Sho Kosugi (’Red Eagle’) aus dem Überraschungsei springt, ist der Spaß komplett.

Nick und Billy im Regen

Fazit? Ganz einfach & ohne viel Blabla: Wenn ihr gut gemachte Action-Filme mit Gefühl mögt, dann schaut euch ’Blinde Wut’ an!

Hudson