Blacula - FilmFlausen.de
                          




Blacula


‘Warm, young bodies will feed his hunger,
and hot, fresh blood his awful thirst!’


Originaltitel: Blacula (1972)
Regie: William Crain Drehbuch: Raymond Koenig & Joan Torres
Darsteller: William Marshall, Vonetta McGee, Denise Nicholas FSK: 16


”I will curse you with my name. You shall be BLACULA!”

"Also ich finde, der steht dir, Schatz.
Aber könnten wir vielleicht nochmal
das braune Mahagoni-Modell sehen?"
Kein Scherz, Freunde. Genau diesen Satz kredenzt man uns gleich zu Beginn des Filmes, als El Sinistro himself, Lordchen Dracula sein neues Opfer Mamuwalde zu einem Vampir macht. Mamuwalde klingt zwar nach Brandenburgischem Vorort, ist aber ein afrikanischer Prinz, der Ende des 18. Jahrhunderts in Transsylvanien vorbeischaut, um Unterstützung im Kampf gegen die Sklaverei anzufordern. Wie er ausgerechnet auf Graf Dracula kommt, eröffnet uns der Film nicht, jedoch hat der Papa aller Blutsauger den schwarzen Prinzen bald in einen Sarg gepackt und gemeinsam mit dessen Eheweib in eine Grabkammer eingesperrt, die für die nächsten zweihundert Jahre versiegelt bleiben soll.
Wir springen in der Zeit nach vorne, in die funkigen Siebziger, wo zwei schwuppige amerikanische Antiquitätenhändler auf dem Eurotrip in Dracula Castle vorbeischauen und vom Verwalter des Schlosses einen Arsch voll Einrichtungsgegenstände erwerben. Darunter befindet sich selbstverständlich auch der Sarg mit Kollege Blacula, den die beiden nach ihrer Ankunft in L.A. unverzüglich öffnen, da sie das gute Stück als originellen Gästebett-Ersatz nutzen wollen (ich denk mir das ganz bestimmt nicht aus). Aus seinem hundertjährigen Gefängnis befreit, vernascht Blacula erst einmal die zwei Süßen und macht sich dann auf durch die Straßen und die Nachtclubs der Stadt, saugt in regelmäßigem Abstand Passanten leer, verknallt sich in die schöne Tina, die seiner verstorbenen Frau zum Verwechseln ähnlich sieht, und hat bald einen knallharten Cop am Hals, der seinem Geheimnis auf die Spur kommt…

“You see, where we come from, honey, the legend of Dracula, that’s the absolute crème de la crème of camp!”
“Count Dracula is no legend. He was terribly real!”
“Oh, I know, I’ve see all of his movies. I’m a real fan.”

Bitte recht freundlich!
’Blacula’ ist wohl einer der berühmtesten Vertreter des Blaxploitation-Cinemas und erfreulicherweise abseits der üblichen Street Life-Action a la ’Black Belt Jones’, ’Superfly’ und ’Coffy’. Erfreulich zumindest für Horror-Fans, die es nicht allzu ernst, sondern eher etwas albern und groovy mögen. Zwar gibt es im Film auch einige funktionierende Schock-Szenen, doch eigentlich beißt sich Regisseur William Crain (’Dr. Black & Mr. Hyde’) viel lieber bei Sweet Talk, Black Pop Culture und einer nicht wirklich überzeugenden, jedoch putzigen Romanze zwischen Blacula und einer Sterblichen fest. So gibt es (ähnlich wie im weitaus schlechteren ’Blackenstein’) mehrere ausgedehnte Szenen in einem Nachtclub mit Gesangs- & Tanzeinlagen, reichlich Jive (“That is one strange dude. Who is he?” “One strange dude.”) und aufdringlichen Dialog-Humor (“What do you have?“ “Make it a Bloody Mary?“)
Sowohl ‘Blacula’-Darsteller William Marshall (der auch in ’Abby’, der Blaxploitation-Version des ’Exzorzisten’ mitwirkte), als auch sein Gegenspieler Thalmus Rasulala (’New Jack City’) bringen überzeugende Leistungen, es sei denn ersterer wechselt gerade in den ’aggressiven Vampir-Modus’. Dann nämlich wird sich der Zuschauer das Lachen kaum verkneifen können. Umso tauglicher ist das Make Up seiner vampirischen Anhänger, das an die freakigen ’Dawn of the Dead’-Zombies erinnert. Ein besonders dickes Kompliment bekommt der wahnsinnig funkige Score, der den Film selbst durch seine Tiefpunkte mitschleift.

Impressions of Doooooooom

’Blacula’ ist kaum in der Nähe des Wortes Klassiker anzusiedeln, dafür fehlt es hier einfach an Klasse, Substanz und Vision. Aber Flausköppe und Vampir-Fans mit Afrofrisur sollten sich den Streifen ruhig mal gönnen. Am besten in dem Zustand, den auch ich zum Anschauen wählte: Leicht angetrunken und ohne Anspruch auf eine allzu überzeugende Horror-Vorstellung.


Hudson