Black Water - FilmFlausen.de
                          




Black Water


‘Based on True Events.’


Originaltitel: Black Water (2007)
Regie & Drehbuch: David Nerlich & Andrew Traucki
Darsteller: Diana Glenn, Maeve Dermody, Andy Rodoreda FSK: 16


Einfacher geht’s kaum:
Ein Pärchen und die jüngere Schwester der Frau begeben sich mit Boot und Führer in die Mangroven-Backwoods (besser ’Backwaters’) Australiens, werden mittendrin von einem gigantischen Krokodil erwischt, sind nur noch zu dritt, hocken in den Bäumen und harren der Dinge, die da kommen werden…

Warten auf Crocot
Fertig ist das simple Setup von ’Black Water’ dem neusten Croc-o-Shock from Down Under, (where women glow and men plunder). Dass hier das Erfolgsrezept des ’04er Natur-Schockers ‘Open Water’ abgezogen wird, wo es nur geht, halte ich für halb so wild. Dass ’Black Water’ dabei aber nur trübes Wasser tritt, ist umso unverschämter.
Machen wir mal kurz den Direktvergleich:
Bei ’Open Water’ hängt ein Pärchen mitten im Ozean abgeschnitten von jeglicher Hilfe fest. Bei ’Black Water’ hängt ein Pärchen (plus Extra) in den Ästen eines gewaltigen Mangroven-Sumpfes abgeschnitten von jeglicher Hilfe fest.
Klingt beides spannend, obwohl man meinen möchte, dass man aus zweiterem doch mehr machen könnte, auch wenn die Situation des ersteren auswegloser erscheint.
Während man bei ’Open Water’ mit dem Pärchen mitfiebert, gespannt ist, auf das was kommen mag, ist man bei ’Dark Water’ vor allem mit einem beschäftigt: Warten.
Nach einer kurzen Vorstellung der Protagonisten, dem ebenso kurzen Trip in den Sumpf und der Kenter-Attacke durch Croco the Croc, passiert hier erst einmal gar nix.

Bitte etwas mehr Leistung,
Mister Leistenkrokodil!
Ein bissel Panik. Huch, wo ist denn der Führer hin? Oh mein Gott, was machen wir jetzt? Keine Ahnung, sitz ’mer erstmal in der Baumkrone und überlegen und überlegen und überlgen und jammern noch ein bisserl. In viel zu großen Abständen kommt es dann zu weiteren Croc-Attacks, alles recht harmlos und blutleer, ein paar Buh-Schocks, etwas Knochen-Knirsch bei Nacht (nur echt mit Gewitter, wie schon bei ’Open Water’), dann Juckeleien durchs feuchte Unterholz, wieder ein ’Buh’, nur halt nicht spannend.
(Zwischendurch kommt natürlich ein Boot vorbei getuckert… wie bei ’Open Water’… und fährt dann wieder weg… wie bei ’Open Water’).
Dass wahrhaftiger Terror niemals richtig ausbricht, dass andere äußere Einflüsse, wie zB. drückende Hitze oder lästige Insekten (oder die Tatsache, dass man nicht ’einfach so’ auf einem Ast übernachten kann) völlig vernachlässigt wurden, ist unverzeihlich und lässt ’Black Water’ umso oberflächlicher dastehen. It’s just a giant croc, waitung in the water.
Irgendwann ist der Punkt erreicht, da hat man das Warten und die eindimensionalen Charaktere satt und beginnt, auf das Biest zu setzen. Leider werden auch die Konsequenzen dessen Killerinstinktes keineswegs bildlich vorgeführt. Der Film ist so verdammt lahm und ereignislos, dass selbst Dramatik, wie wir sie bei ’Open Water’ teilweise miterleben konnten, ihn nicht mehr hätte retten können. Schon gar nicht bei dem unbefriedigendem Ende!

Drink up, ye cider!

Also entweder habe ich schon zu viele Filme dieser Art gesehen oder ’Black Water’ ist einfach nur unterhaltungsarm, spannungslos und träge wie ein Tag im Sumpf. Das eine mag das andere nicht ausschließen, dass ’Black Water’ mehr als nur eine Randnotiz des an Krokodilen nicht armen Tier-Horrors bleibt, schließe ich aber feste aus. Ein Armutszeugnis für das Filmland Australien, dass mit ’Dark Age’ und ’Long Weekend’ einst bewies, dass es Naturschock par excellence hervorbringen kann.



PS: ’Based on true events’, ja aber bisserl aufpeppen hättet ihr’s schon können!


Hudson