Black Sheep - FilmFlausen.de
                          




Black Sheep


‘Get ready for the Violence of the Lambs!’


Originaltitel: Black Sheep (2006)
Regie & Drehbuch: Jonathan King
Darsteller: Nathan Meister, Danielle Mason, Peter Feeney FSK: ungeprüft


Präsentiert vom Neuseeländischen Schafgericht

Bevor Peter Jackson seine Heimat auf die Landkarte der medialen Aufmerksamkeit brachte, war Neuseeland vor allem für eins bekannt: Schafe. Unmengen von Schafen.
Was lag also näher, als diesem Nutztier, das die menschliche Bevölkerungszahl längst übertrumpft hatte, einen eigenen Film zu spendieren? Und wenn schon Tier, dann liegt meist eines nahe: Tier-Horror.
Da das Schaf nun von Natur aus aber eher ein harmloses Vieh ist, war klar: Da muss man ’ne Komödie draus machen. Gesagt getan.

Story:
Die Brüder Angus und Henry sind Besitzer einer der bedeutendsten Schaf-Farmen Neuseelands und sich selbst seit der Kindheit nicht ganz grün. (Was womöglich daran liegt, dass Angus damals Henrys Lieblingslamm kaltblütig abschlachtete und seinem Bruder mit den blutigen Überresten einen Schreck für’s Leben verpasste.)

Der Lappen is weg
Während Henry den elterlichen Besitz vor Jahren verlassen hat, um seine Neurosen in der Stadt von einem Psychater pflegen zu lassen, arbeitet Angus mittlerweile mit zwielichtigen Wissenschaftlern zusammen, die den Genpool der Schafe zum Überschwappen bringen. Das ruft die exzentrische Tierschützerin Experience und ihren Kumpan Grant auf den Plan. Die beiden infiltrieren die Mad-Scientist-Station und können einen mutierten Schafembryo direkt im Reagenzglas mopsen. Auf der Flucht wird der Behälter zerstört und das eingelegte Mutantenbaby erweist sich als nicht so tot, wie angenommen. Es beißt Grant nicht nur das Ohrläppchen ab, sondern steckt ihn mit der Mutations-Krankheit an, die jeden Infizierten in ein Schaf-Wesen verwandelt. Zur gleichen Zeit kommt Henry in seinem alten Zuhause an. Was als kurzer Besuch zum endgültigen Abschluß mit der Vergangenheit gedacht war (sprich: der Verkauf seines Anteils an den gierigen Bruder) endet für Henry, seinen Freund Tucker und die schräge Experience in einer blutigen, und für den Zuschauer explizit amüsanten Hatz durch Neuseelands malerische Landschaften…

Die Kiwis haben echt mähähächtig einen an der Waffel, vielleicht sogar zwei. Was der erstmalige Regisseur Jonathan King hier abliefert, reiht sich in vielen Belangen beinahe nahtlos in die Tradition der mitltlerweile kultisch verehrten ersten Jackson-Trilogie (’Bad Taste’, Meet the Feebles’, ’Braindead’) ein.

"Hufe hoch. Ich schieße schaf."
Kein Wunder, waren doch hier die Mannen vom Weta-Workshop, rund um FX-Genie Richard Taylor am Werk. Und was jene Damen und Herren mit einigen CGI-Kreationen und eimerweise praktischen Effekten auf den Schirm zaubern, ist die Eintrittskarte allein schon wert: Abgebissene Gliedmaßen, Blutfontänen und Schleim-Effekte wie bei ’Dead Alive’, sich zerrend verwandelnde Leiber wie bei ’American Werewolf’ und geifernde, ’lebensecht’ attackierende Animatronik-Killerschafe, wie man sie noch nirgends zuvor gesehen hat.
Gekonnt mischt King Versatzstücke aus diversen Sub-Genres des Horrors und zaubert dazwischen eine Komik, die einerseits kein Klischee auslässt (Sex mit Schafen, Menschen-Schafverkleidung, Schaf-Sex mit Menschen in Schafverkleidung) andererseits ihre Wirkung den sympathischen Darstellern verdankt.
Für deutsche Zuschauer dürfte dabei das Antlitz des Hauptdarstellers Nathan Meister eher Verwirrung stiften. Der junge Mann sieht nämlich aus wie Oliver Pocher, ist ansonsten aber talentiert. Seine Darstellung des neurotischen Henry ist ebenso gelungen, wie die der hinduistisch veranlagten Hippie-Emma Experience. Publikumslieblinge dürften allerdings Tammy Davis als knuffiger Farmboy Tucker, und ’Braindead’-Veteranin Glenis Levestam als standhafte Shotgun-Grandma sein.

Wer hätte gedacht, dass Schafe Japanisch essen?

Black Sheep ist ein spaßiger, splatterlastiger TierHorror-Zombie-Comedy- Mischmasch mit guten Darstellern, extrem cremigen Gore & Creature FX vom WETA Workshop und in einmaliger Landschaft gefilmt. Ob der Streifen den Test der Zeit bestehen kann, um sich tatsächlich neben Jacksons Meisterwerken behaupten zu können, wird sich zeigen.


Hudson