Black Gestapo - Filmflausen.de
                          




The Black Gestapo


‘The New Master Race!’


Originaltitel: The Black Gestapo (1975)
Regie: Lee Frost Drehbuch: Wes Bishop & Lee Frost
Darsteller: Rod Perry, Charles Robinson, Phil Hoover FSK: 18


Ein Blaxploitation-Film, in dessen Vorspann deutsche Wehrmachtstruppen am grüßenden Führer vorbeimarschieren und kurz darauf wird groovige Funkmusik eingespielt… gibt’s nicht?
Gibt’s wohl! Und damit auch wirklich jedes Weißbrot rafft, was hier los ist, nennt man das Teil ’The Black Gestapo’. Klar soweit? Gut, dann mal weiter mit der Handlung!

"I have a dream!"
Böse weiße Männer greifen nette Schwarze Menschen an. Da die Cops durch ihre rosa Krapfenbrille davon nichts mitbekommen, gründet der weniger nette General Ahmed die ’Peoples Army’, die sich von nun an höchstpersönlich um die Missstände im Ghetto kümmern soll. Eigentlich keine schlechte Idee, wäre da nicht der am wenigsten nette Feldwebel Kojah, der bald einen SA-mäßigen Brutal-Trupp aus der Army macht und anfängt, Schutzgelderpresser abzuknallen, nur um die Patte letztlich selbst von seinen Brüdern abzustauben. Drogendeals, Prostitution und ganze Bombardements von Krankenhäusern stehen auch bald auf der Liste der schwarzen Gestapo, bis General Ahmed die Nase voll von der Insubordination seiner Brüder hat und die groben Kellen auspackt…

Ärgerlich! Wenn ich den Film doch nur schon vor 5 Jahren gekannt hätte. Er wär ein so viel besseres, filmisches Beispiel für mein ’Black Power’-Referat gewesen, als die olle Szene aus ’Forrest Gump’. Also, Studenten der Amerikanischen Geschichte: Nutzt eure Chance! Man lernt hier so einiges über das Leben in Watts, das einem die Lehrbücher natürlich mal wieder verschwiegen haben.

HEILige Scheiße!
In weißen Bars wird z.B. nur Easy-Listening-Gedudel gespielt, während schwarze Männer nur mit funky Beats unterwegs sind. Im Camp der ’Black Gestapo’ gibt’s einen Pool, weiße Nutten en gros und silberne Kerzenständer auf einer dekadenten Fest-Tafel und bei der Parade schallt es aus dem Off-Speaker ’Sieg Heil’!
Ein zu Tode geprügeltes Szenario des Films: Weiße Männer schlagen, beleidigen und verhauen schwarze Prostituierte. Als Revanche wird dem weißen Schänder-Hannes dafür in der Badewanne beim Zähneputzen der Schritt ’verkürzt’. Den Counter-Counterstrike gibt’s darauf wiederum im Friseurladen, bei einer Exekution schwarzer Brüder direkt durch das Coiffeur-Tuch.
Diese sinnlose, aber auch seltsam unterhaltsame Gewalt-Spirale findet ihren Höhepunkt im actionreichen Finale, in dem der Held (?) seine abtrünnigen Brüder nach einem üblen Verrat kurz und klein holzt. Nichts wirklich Spektakuläres, sondern schäbige Exploiter-Dutzendware mit Schrottcharme, die dem Vergleich zu beispielsweise den Filmen Jack Hills niemals standhalten können. Verpeilte Handgemenge, kullernde Autowracks und Mucke, zu der man unweigerlich mit dem Kopf wippen und die Finger schnipsen muss, runden diesen Ghettoreißer nett ab. Aber bloß nicht zu viel erwarten… schon gar nicht nach dem Cover und dem Titel, gelle?!

"You watch, who you call a 'Nigger'!"




PS: Was ist das erste, was ihr macht, wenn euer Auto sich 20 mal einen Berg hinab überschlagen hat?

...na?











Genau!

Sonnenbrille aufsetzen!












Hudson