Blackenstein - FilmFlausen.de
                          




Blackenstein


‘Warning! To people with weak hearts...
No doctors or nurses in attendance.’


Originaltitel: Blackenstein (1973)
Regie: William A. Levey Drehbuch: Frank R. Saletri
Darsteller: John Hart, Ivory Stone, Joe De Sue FSK: unbekannt


BLACKENSTEIN!

Da musste ich erst einmal lachen. Und natürlich greift man zu und guckt. Dann wird das Lachen meist lauter oder es hört ganz auf.

"Wer sind sie denn?"
"Black Igor, gnä' Frau."
Bei ’Blackenstein’ konnte sich meine schrille Lache eine zeitlang nicht entscheiden, schließlich ist das alles ja eigentlich ganz tragisch. Der Film handelt vom afro-amerikanischen Vietnam-Veteranen Eddie, der ohne Arme und Beine aus dem Dschungel heimkehrt und sich als verzweifelter Torso unter dem Betttuch von doofen Wärtern ärgern lassen muss. Bloß gut, dass er eine so nette, verständnissvolle und hübsche Freundin (namens Winifred) hat, die auch noch Medizinerin ist. Die Extremitäten kann sie ihm natürlich nicht aus dem Nirvana zurück an den Leib zaubern, aber sie hat gute Verbindungen zu einem Wissenschaftler namens Dr. Stein (da schrillt die Lache!), der Mittels DNA-Spritzen genau DAS bewerkstelligen kann. ’Was?’ fragt sich der eine oder andere, der diesen Link evt. nüchtern angeklickt hat, ’DNA-Spritzen zaubern ihm die Arme und Beine wieder an die Stümpfe?’ Ganz genau, Sherlock! Und wir wären nicht fern vom Happy End, gäbe es da nicht Dr. Steins fiesen Assistenzarzt Malcolm, der sich während des Dramas in Dr. Winifred verknallt und aus böser Absicht ein Mutationsmittel in die DNA-Spritzen mischt (die Lache schrillt und schwillt). Jetzt kommen wir endlich zum Punkt, denn Eddie wachsen nicht nur wieder die Griffel und Stinkemauken, sondern auch eine gewaltige Kantenstirn und ein mörderischer Afro, den er des Nachts gerne in Hollywood spazieren trägt, was alsbald zu Gewaltausbrüchen der grobschlächtigen Art führt…

IT'S ALIIIVE!!!
Na ja, na ja. Ich gebe zu, dass das jetzt alles viel schräger und schriller klingt, als es letztlich im Film vorgeführt wird. Klar, wir haben einen gigantischen Afro-Hünen der blau angelaufen durch die Dämmerung schubbert, den einen oder anderen Passanten auf eine handvoll Eingeweide anhaut und das Ganze im schicken Schwarz der Blaxploitation gehalten.
Allerdings kommt der Film zwischendurch immer wieder zum Stoppen, verschwendet seinen Fun in ausgelutschten Stalker-Szenen, bei dramatischen Dialogen die ins Nichts führen oder gar bei einem Witze-Erzähler im ’Pimp Daddy Night Club’ mit anschließender Gesangseinlage von Aretha Franklins Lichtdouble, die allesamt nichts zum eigentlichen Geschehen beitragen.
Ich könnte mich über fehlende Spannung, unpassende Verwendung angestaubter Hollywood-Pomp-Mucke und die Abwesenheit eines Anspruchs auf Originalität beschweren, aber warum einen Film treten, der auch so schon genug mit dem Publikum zu kämpfen hat und wahrscheinlich von keinem Menschen jenseits der Blaxploitation-Gedächtnis Society in Harlem je wieder entdeckt wird.

Round One: FIGHT!

Fazit: ’Afro-Frankenstein schlendert durch’s Ghetto und haut ein paar Typen aus den Stiefeln.’ Genau das ist ’Blackenstein in a nutshell’. Wenigstens hat es das dämliche Blaxer-Klischee vom starken, schwarzen Mann, der es dem bösen, weißen Massa heimzahlt nicht in den Streifen geschafft. Das ist doch schon mal was.


Hudson