Black Cobra 3 - FilmFlausen.de
                          




Black Cobra 3


‘On this mission, he's not a cop...
he's a one man Delta Force!’


Originaltitel: The Black Cobra 3 (1990) Regie & Drehbuch: Edoardo Margheriti
Darsteller: Fred Williamson, Forry Smith and Debra Ward FSK: 18


Zuallererst: Fred Williamson ist spitze. Acion-Star, Football-Held und auch mit fast 70 Jahren noch einer der coolsten Typen unter der Sonne. Noch dazu einer der nettesten Schauspieler, die ich je das Vergnügen hatte, zu treffen. Da in den Staaten aber scheinbar keiner ein 80s-Action-Vehikel für Fred drehen wollte, ist er nach Italien abgehauen, wo er direkt eine ganze eigene Trilogie gekriegt hat: 'Black Cobra 4 - Detective Malone' ist zwar nach seinem Rollennamen benannt, beinhaltet aber nur noch Stock Footage von Fred selbst. Was mit Black Cobra 1 als eine Art 'City Cobra' für Arme (bzw. für...Schwarze?) angefangen hat, und im zweiten Teil nach Manila verlegt wurde, weil das für Italo-Crews eben einfacher ist als Chicago, mündet die Serie in 'Black Cobra 3 - Manila Connection' zu ...nicht viel mehr als vorher auch.

The other sleazos...

In den ersten Minuten des Films sehen wir einem muskelbepackten Kerl zu, wie er sich, auf die wohl dümmlichste Weise, die ich je erleben durfte, durch einen Elektrozaun ins feindliche Lager schmuggelt, dort jedoch beschossen und bis in den Dschungel verfolgt wird. Nach dieser spektakulären Action-Szene ist das erste, was wir sehen ein Paar nackter Brüste - wir schneiden nämlich zu einer Dusch-Szene. Okay, das könnte mir gefallen! Unter der Dusche befindet sich scheinbar die asiatische Freundin des Möchtegern-Miles-O'Keefe aus dem Intro, deren halbtoter Liebhaber in ihren Armen zusammenbricht. In der nächsten Szene lernen wir den jungen Greg kennen (gespielt von Forry Smith, der es schafft in jeder Szene des Films irgendein zum Schreien dämliches Gesicht zu machen). Greg wird von seinem Vorgesetzten (Mike Monty!) über einen Waffenraub unterrichtet - die Regierung liefert nämlich regelmäßig Waffen an Terroristentruppen, damit diese auf der Welt für Demokratie kämpfen. Weeeil das ja klar ist. Greg erhält den Auftrag, dem Diebstahl einer solchen Waffenlieferung auf die Schliche zu kommen. Hilfe bekommt er von der CIA-Computer-Expertin Tracy und einem alten Vietnam-Kumpel seines alten Herren - das kann natürlich kein anderer sein als Detective Bob Malone!
Erst nach geschlagenen 10 Minuten kriegen wir Fred Williamson endlich zu Gesicht. Und schon in seiner Vorstellungsszene darf er sich mit drei der albernsten Thugs in der Geschichte italienischer Action-Rip-Offs herumschlagen, als diese gerade einen Supermarkt überfallen wollen. Dieses Intro könnte natürlich kaum unorigineller sein, ist durch das komplette Overacting der Räuber ("Deeer eeerste, der sich bewegt ist tooot - und das wirst DU sein, BLACK MAAAN!") und Freds pure Hart-Ärschigkeit aber trotzdem cool. Und etwa nach diesem Muster spielt sich der ganze Film ab. Fred ist cool, der Rest zieht Grimassen und wir haben Spaß. Es ist wahrlich lachhaft. Eine vorhersehbare Story, jede Menge Action vom Fließband, die stets durch den poppigen Soundtrack angekündigt wird, und ein Haufen Darsteller, die entweder blöd aus der Wäsche gucken (Forry Smith) oder versuchen, den Film mit komplettem Overacting zu überleben (alle anderen) - und mittendrin Fred Williamson.

Forry beim Star Look-a-like Contest...
Von links nach rechts: Karl Malden - Martin Kove - Sean Astin

Das ergibt zwar grob überschlagen einen der dämlichsten Actionsploitation Streifen überhaupt, aber auch einen unverschämt unterhaltsamen. Die Action Szenen sind routiniert abgedreht, die Shootouts und Mündingsfeuer sehen zwar oft fürchterlich aus, aber immerhin gibt es einige Explosionen, die nicht wie Stock Footage wirken. Das kommt vor allem beim letzten Akt rüber - einem Villain-Shootout, der gerne in 'Phantom-Kommando' gewesen wäre, es aber nur hierhin geschafft hat. Dennoch schien Regisseur Edoardo Margheriti, der neben zahlreichen italienischen Söldner-Streifen sogar Second-Unit-Szenen bei 'Hudson Hawk - Der Meisterdieb', als Regisseur selbst aber nur wenige Titel gedreht hat, schon zu wissen, was er da macht. Peinlich ist nur, dass die Darstellerin der toten Stripperin, gerade im Close Up auf ihre Leiche, nicht aufhören will zu atmen.

Fred beim Ärschetreten...
Von links nach rechts: Nee warte! Ist der gleiche Typ.

Fred ist wie üblich die Coolness in Person, läuft ununterbrochen mit seiner Zigarre rum, tritt links und rechts Ärsche und schafft es sogar, sich trotz alberner Synchro noch kernig anzuhören. Was Forry Smith, der sich in seiner Laufbahn immerhin von 'Black Cobra 3' zu 'Beverly Hills Cop 3' hoch gespielt hat, betrifft, haben wir es mit einem Martin-Kove-Verschnitt zu tun, der so nichtssagend und treu-doof aussieht, dass man einfach mitlachen muss. Die anderen Nebenfiguren setzen sich zusammen aus einem konstant brüllenden, schwarzen Polizei-Captain (man fühlt sich wie in 'Last Action Hero'), einem sleazigen CIA-Mittelsmann, der von der ersten Szene an als EINDEUTIGER Bösewicht zu erkennen ist, weil SO einfach keine netten Leute in B-Actionfilmen aussehen, aber trotzdem erst in der letzten Sekunde enttarnt wird, und vor allem reihenweise Henchmen, die sich an unterirdischen Performances und deppenhaften Aussehen gegenseitig übertreffen. Overacting gibt es übrigens nicht nur unter den Darstellern, sondern auch bei den Synchronsprechern. Und wo wir schon bei der Synchro sind - kommt es nur mir so vor oder wurden hier erstaunlich viele englische Begriffe ("Raus aus meinem Office!", "Der Boy bringt ihr Gepäck aufs Zimmer.") in den Dialogen benutzt?

Ein Schwarzer und ein Spinner sind immer die Gewinner!

Fazit: Ich denke nicht, dass es noch irgendjemanden überrascht, aber 'Black Cobra 3' ist ein wirklich doofer Film. Ein doofer Film, der aber gerade deswegen unerhörten Spaß macht. Das Drehbuch bietet derartig viele Lacher, dass es bei der IMDB nicht mal einen 'Written by'-Credit für diesen Film gibt, weil vermutlich keiner die Verantwortung übernehmen wollte. Schöner als mit diesem Zitat des Supermarkt-Punks könnte ich das Review nicht abschließen: "Wie heißt das Wort? Bier. Mehr Bier!"


Spooner