Black Cobra II: Einsatz in Manila - FilmFlausen.de
                          




Black Cobra II: Einsatz in Manila



Originaltitel: Cobra nero 2 (1988) Regie & Drehbuch: Stelvio Massi
Darsteller: Fred Williamson, Nicholas Hammond, Emma Hoagland FSK: unbekannt


“You coulda hit the girl?“
“But I didn’t. So why you so damn mad?”
“That’s not the fuckin point!”

Whoops! Da hat sich Detective Malone wohl einen Fehltritt zu viel erlaubt. Mit Fehltritt ist die Kugel im Kopf des Geiselnehmers gemeint, der einfach nicht die Waffe runter nehmen wollte. Robert Malone (Fred Williamson) ist halt einer von der alten Schule, kein psychologisch geschulter Hippie-Bulle, sondern ein Mann mit juckigem Triggerfinger. Den kann er jetzt in Manila trainieren. Dorthin wird Malone nämlich strafversetzt. Noch bevor der schwarze Hüne ”No way, now how. I’m gonna get to the goddamn Philipines!“ sagen kann, bekommt er auch schon am Flughafen seiner neuen Heimat Ärger mit einem Taschendieb und den örtlichen Behörden. Einer von denen ist Lt. Kevin McCall (typisch philippinischer Name!), Malones neuer Partner und ein echter Saubermann in Schlips und Kragen (übrigens dargestellt von TV-Spiderman Nicholas Hammond!). Das stinkt unseren Großstadt-Bullen mit der lockeren Art natürlich an, doch die Suche nach dem Taschendieb führt die beiden auf die Spur von iranischen Terroristen, also müssen alle Animositäten beiseite gelegt werden, um mit vereinten Kräften Ärsche zu treten…

Black is back, doin'... some crap.

Soso, aha, schon klar. Nachdem die ’Dirty Harry’-Masche von Teil eins eher ins Leere lief, probiert man es jetzt mit ’Shaft in Africa’ meets ’Lethal Weapon’. Und weil sie schon dabei waren, wird auch gleich noch ein schnarchiger Romantik-Subplot für Fred Williamson eingebaut. He’s a Ladies Man. That only works with ladies. Und wenn’s auch nur ne flachbrüstige Nachtclubsängerin ohne Ausstrahlung ist.
Zuweilen diskutieren Freddie und Nicholas über das Für und Wider von Gewalteinsatz im Dienst. Keine Frage, dass Malone letztlich Recht behalten soll. “Now we do it my way!“ Will sagen; Knarre raus, hier und da ein knapper Spruch, grimmig kucken, reicht.
Technisch spielt sich alles im unterfinanzierten Bereich ab. Allzu großes Action-Tohuwabohu ist hier nicht zu erwarten. Ab und zu gibt’s ein paar heftige Schusswechsel mit blutigem Ergebnis. Hin und wieder werden ein paar Zeitlupen eingebaut, damit es nicht allzu offensichtlich ist, dass der Fred nicht mehr der Jüngste ist. Halb so wild. Ist ja auch keine Schande. Beim Film wird mit Tricks gearbeitet.
Bei den Fight-Choreographien funktioniert das leider kein bisschen. Da wird laaaaaangsam geblockt, gemächlich zurück gehauen und zwar ’nen halben Meter daneben. Der Stuntman hat sein Stichwort, der fällt um. Später im Film, direkt nach einer lächerlichen Ausrüstungs-Montage (der schlappe Bulle ist nach persönlichem Verlust endlich zum Camo-Paint tragenden Racheengel mutiert) klettern unsere beiden Helden minutenlang einen Fahrstuhlschacht hinauf, was in einer der besseren Szenen des Films endet. Dem Finale.

"Was kuckst'n so blöd? Ich hab gleich meinen großen Moment!"

Das Konzept geht leider nicht auf. Der schlaffe Partner macht Malone weder sympathischer noch hartärschiger (Ein Steak bleibt ein Steak, egal ob man ein Würstchen daneben legt). Der Ortswechsel ist nicht nur sinnlos (Warum zum Teufel sollte ein Chicagoer Cop nach Manila versetzt werden? Any suggestions?), sondern auch irrelevant (Malone ballert diesmal halt vor minimal exotischer Kulisse rum). Bleibt ein Action-Krimi auf C-Format, der niemanden weiter jucken wird.


PS: In einem ’blink and you’ll miss it’-Cameo gibt Vietnamfilm-Superhoschi Mike Monty einen blonden Gangster mit Sonnenbrille. Im dritten Teil spielt er in einer genau so kurzen Einstellung einen Polizei-Captain. Was soll die Mike Monty-Verschwendung?

Hudson