Black Cobra- FilmFlausen.de
                          




Black Cobra


‘There's muscle in his venom and fire in his heart!’


Originaltitel: Cobra nero (1987)
Regie: Stelvio Massi Drehbuch: Danilo Massi
Darsteller: Fred Williamson, Eva Grimaldi, Bruno Bilotta FSK: 18


Rip Off Time, italienische Art.

"Steh schon auf. Damit ich dich
wieder zu Boden hämmern kann!"
Detective Robert Malone ist ein harter Knochen. Wer das Gesetz bricht und ihm dabei in die Quere kommt, kriegt das falsche Ende seiner Knarre zu schmecken. Kaum hat er ein Schwimmbad von brutalen Geiselnehmern befreit und damit gegen alle möglichen Polizeirichtlinien verstoßen, winkt schon ein neuer Fall.
Eine fiese Biker-Gang ridert in letzter Zeit durch die Stadt, vergewaltigt, plündert und mordet und wird dabei ausgerechnet von der jungen Fotografin Elys Trumbo beobachtet und geknipst. Selbstverständlich haben die Höllenhunde Bedenken bezüglich der Veröffentlichung des Bildmaterials und der dazugehörigen belastenden Aussagen und heften sich bald an die Fersen der Dame, um ihr den Garaus zu machen. Das Polizeipräsidium reagiert fix und setzt Malone gegen dessen Willen als Bodyguard auf Elys an. Es dauert nicht lange, bis die fiesen Biker den beiden auf den Pelz rücken und Malone die Sache gerade biegen muss. Auf seine Art…

’Black Cobra’ ist Italiens preiswerte Antwort auf Stallones ’City Cobra’, mit Blaxploitation-Bralle Fred Williamson (’Boss Nigger’) in den Stiefeln von ’Malone’, dem hiesigen Aushilfs-’Cobretti’ (der selbst ja nicht viel mehr als eine maulfaule Version von ’Harry Calahan’ war). Der Raubbau geht schon beim wortkargen, hartärschigen Protagonisten los, der zwar für das Gesetz arbeitet, sich jedoch nicht unbedingt daran hält. Auch Story (Beschützen einer Mordzeugin), Bösewichte (eine gewissenlose Bande unter Anführung eines Super-Psychopathen), ja selbst die Einführung (Vereitelung einer Geiselnahme) sind allesamt bei George P. Cosmatos’ Action-Knaller von 1986 geklaut.

Bad Boy Brigade still gestanden!
Ja mei, die Italos haben ’Alien’, ’Conan’, ’Terminator’, ’Mad Max’ und ’Blade Runner’ dutzendfach kopiert, warum nicht auch die olle ’City Cobra’ und warum nicht mit Fred Williamson, der hier auf besonders charmante Art mit seiner Schützlings-Mieze umgeht (“Hi.” “If you’ve kept open your mouth, then do it to shove in the food I made you.”)?
Williamson wird nicht viel abverlangt. Seine ’Dirty Harry’-Version werden Fans zu schätzen wissen, unbeteiligte Zuschauer wird sie aber kalt lassen. ’The Hammer’ schlägt sich durch billige Action-Szenarien, die notdürftig mittels hauchdünnem Story-Faden zusammengehalten werden. Unterstützt wird er dabei von durchschnittlich begabten Co-Stars wie Barbaren-Blondine Sabrina Siani (’Conquest’) und Maurice Poli (’Django - Sein Colt singt sechs Strophen’).
Das allgemeine Cheapo-Feeling wird vor allem durch gritty Schmalspur-Optik und unerträglich dumpfen Soundkladderadatsch hervorgehoben, der in seinen besten Momenten an das ’Airwolf’-Theme erinnert, bei dem meistens jedoch wohl die Random-Taste eines Keyboards mehr zu tun hatte, als ein tatsächlicher Komponist.
Immerhin gibt es einen Helden, der sich zu Hause liebevoll um seine Pussy kümmert (ja, die Katze) und einen Schurken, der es tatsächlich schafft, einen Surfer mit dem Auto zu überfahren...

... beim Surfen.

“I'm not doing it for you. I'm just doing it. I would do it even if it were Santa Clauses daughter.”

Fazit: ’Billig’ ist das Wort, das ’Cobra Negro’ wohl am passendsten beschreibt. Und zwar in allen Abteilungen. Actionfans greifen zum “Original“. Alle anderen haben hier eh nix verloren. Unglaublich, aber wahr: ’Black Cobra’ brachte es auf ganze drei Fortsetzungen, während Fans von ’Cobretti’ in die Röhre gucken mussten.


Hudson