Black Belt Jones - FilmFlausen.de
                          




Freie Fahrt ins Jenseits

aka

Black Belt Jones


‘He clobbers the mob’


Originaltitel: Black Belt Jones (1974) Regie: Robert Clouse
Drehbuch: Alexandra Rose, Alex Ross, Fred Weintraub & Oscar Williams
Darsteller: Jim Kelly, Gloria Hendry, Scatman Crothers FSK: 18


Black Belt Jones (Jim Kelly) ist ein heißer Handkantenschwinger, der hin und wieder für die Bullen den einen oder anderen Gangster aus den Latschen haut, sich aber meistens um seine eigene Community, im speziellen den Karate-Schuppen von Pop Byrd (Scatman Crothers) kümmert. Als Gangster im Auftrag des hiesigen Mafia-Paten Don Steffano Pops Laden aufkaufen wollen, um ein Einkaufszentrum dort hinzubauen (ein Klassiker unter den Plot-Aufziehern) und der alte Byrd nicht mitspielt, führt ein falsch angesetzter Schlag zum frühzeitigen Tod von Pop. Dessen Schüler sind bestürzt und Black Belt ist auf 180. Das Studio fällt derweil in den Besitz von Pops Tochter Sydney, die zwar seit zwanzig Jahren nicht mehr in der Stadt war, in der Kunst des Ärschetretens jedoch auch äußerst bewandert ist. Nachdem sich alle Brüder und Schwestern aus der Hood schließlich verbrüdert und verschwestert haben, wird zum Angriff auf die Gangster geblasen…

Das ist der Black Belt Jones. Der Jones ist freiberuflicher Ärschetreter.
Und der zeigt euch heute mal, wie man Eierschaum macht.
Sieht schwer aus. Ist aber ganz einfach.

Wundervoll. Disco-Mucke tingelt in den Ohren, die Credits laufen und Jim Kelly tritt mit hampeligen Sprungkicks Gangstern in den Arsch. Genau so stellt man seinen Helden vor.
Und genau das gibt’s zu hören und zu sehen bei ’Black Belt Jones’ von Robert Clouse, der Kelly schon an der Seite von Bruce Lee im Martial Arts-Klassiker schlechthin, ’Enter the Dragon’, durch ein paar heiße Fights scheuchte.
Hier kreieren die beiden (samt vier Autoren … liebe Leute) ein vergleichsweise beschwingtes Exploitation-Universum, mit jeder Menge fetziger Musik (jiggy-jiggy-jiggy-hier 1000 weitere jiggys einfügen!), drolliger Gewalt (Comedy-Kampfgeräusche galore!), politisch und grammatikalisch unkorrekten Sprüchen (“I'm gonna slap the black off of you!“), Figuren namens Big Tuna, Blue Eyes, Pinky, Tango, Jelly, Marv the Butcher, einem Schurken,

… der ’Isaac’ vom ’Love Boat’ als Billard-Handicap benutzt,

einem Helden,

… der sich als Trampolin-Trainer ein bisschen was dazu verdient

und einer Heldin,

… die einem dicken Strandpenner einfach die Gitarre klaut und kaputt haut.

Clouse bedient sich hier gleichermaßen bei Kung Fu-Schulen-Slapstick, Ausrüstungsmontagen und Verfolgungsjagden. Selbst eine Zeitlupen-Prügelei in Seifenschaum und ein romantischer Sonnenuntergang, bei dem Jim Kelly und Gloria Hendry (’Leben und sterben lassen’) ihre Chemie spielen lassen können, sind dabei. Kelly mag nicht der versierteste Darsteller seiner (an miesen Chargen nicht armen) Zeit gewesen sein und erst recht in Gegenwart eines ’echten’ Schauspielers wie Scatman Crothers (’Shining’) verblassen, aber einen gewissen Charme kann man dem Afro-Asskicker wirklich nicht absprechen.

“I’m gonna make you sweat. One way and then the other.”

"Wir haben ihren Angriff analysiert, Sir. Es besteht Gefahr.
Soll ihr Lowrider startklar gemacht werden?"
"Evakuieren im Augenblick des Triumphes? Shiiit naaaw!"

’Black Belt Jones’ ist eine eher harmlose Exploitation-Gaudi, mit Schwerpunkt auf amüsant quarkigen Handkantengemengen und ähnlicher Gaga-Action. Interessant ist vor allem jedoch, dass es hier einen geradezu sympathischen Helden gibt, der nicht auf Teufel komm raus den ’Bad Ass-Motherfucker’ raushängen lässt und somit auch einem breiten Publikum zugänglicher ist, als seine zähneknirschenden Kollegen.


Hudson