Big Sister 2000 - FilmFlausen.de
                          




Big Sister 2000



Originaltitel: Big Sister 2000 (1995)
Regie: Donald G. Jackson & Scott Shaw
Drehbuch: Donald G. Jackson & Mark Williams
Darsteller: Heather Baker, Julie Strain, William Smith FSK: 18


Donald G. Jackson, der in den 80er Jahren Vollkorn-Trasher wie ’Rollerblade’ und ’The Hunter’ drehte, gingen irgendwann die Penunsen aus (siehe ’Toad Warrior’). Wo jeder ’anständige’ Mensch sein Versagen einsehen, und seinen Lebensabend auf einem Bauernhof oder in Sibirien verbringen würde, hörte Jackson einfach nicht auf, Filme zu machen. Mit ’Big Sister 2000’ knallte er eine weitere Video-Produktion (und das ist wörtlich zu nehmen, denn das Teil wurde mit der gleichen Kamera gefilmt, wie meine Konfirmation) hinterher, die ich grob als ’Endzeit-Women-in-Prison-Giftmüll’ bezeichnen möchte.

Neulich beim DSF-Casting

Die erbärmliche Zukunft: Eine dralle Blondine (Heather ’Muss man nicht kennen’ Baker) wird von ruchlosen Regierungsbeamten während des Geschlechtsaktes wegen Besitzes eines verbotenen Buches festgenommen. Im obligatorischen Frauenlager angekommen, macht sie erst einmal Bekanntschaft mit der restlichen Belegschaft. Nämliche etlichen weiteren Porno-Darstellerinnen (und auch das ist wörtlich zu nehmen, denn die Damen kommen allesamt aus der Branche und sind auch größtenteils textilfrei unterwegs) und der lesbischen Aufseherin, genannt ’the Interrogator’ (Julie ’Kennt man auch aus Pornos’ Strain), welche sie unverzüglich einem Verhör unterzieht. Nun, ’Verhör’ ist vielleicht das falsche Wort, denn was wir beinahe 80 Minuten lang zu sehen bekommen sind pornöse Spielchen vor einem schwarzen Vorhang (das soll die Verhörkammer sein), in denen Strain ihre Gefangene mit ihren Möpsen, ihren Strapsen und ihren Stilettos belästigt...

Wer sich jetzt mit Lächeln auf den Lippen und am Schritt kratzend vorfindet, der ziehe sich zu seinen Pornos zurück, denn mit ’Film’ hat das hier nichts, aber auch gar nichts zu tun.

They call it the
Star Strangled Banner
Wenn ich jetzt einfach mal großzügig über die technischen Unverschämtheiten, wie der absoluten Unterbelichtung, den unprofessionellen Schnitt und den dumpfen Ton mit seinen unerträglichen Drömel-Rhytmen hinwegsehe, bleibt ein Machwerk von inhaltlicher Abstinenz.
Werden gerade keine Frauen belästigt, sind wir Zeuge unglaublich dösiger Unterhaltungen vor einer maroden Zellenwand (noch das überzeugenste ’Set’ des gesamten Filmes). Der Clou des Films ist übrigens ein Geist, der den Mädels Tipps für die Flucht gibt. Reicht’s?
Ebenfalls in Ton und Bild: Konstantes Anzicken (“You stupid bitch!“ “No, you are the stupid bitch!“) und Turnereien vor riesigen Satellitenschüsseln (keine Fragen!).
Action sucht man bis zum Finale vergeblich und ’Ein paar Gewehrschüsse abfeuernde Weiber’ sind ja auch nicht unbedingt in die Krawumm-Kategorie zu stecken.
Zwischendurch sehen wir schwarz verhüllte Gestalten mit Ninja-Schwertern und Schrotflinten, die keinem anderen Zweck dienen, als den Damen an die Wäsche zu gehen. Der einzige, der hier überhaupt etwas für sein Geld tut ist B-Movie-Legende William Smith (’Ultimate Warrior’), der schon in früheren Jackson-Werken mitmischte und sich möglicherweise aufgrund freundschaftlicher Verbindungen zur Mitwirkung überreden ließ. Und auch wenn sich Smith ins Zeug legt; die Art und der inhaltliche Hintergrund seines Auftrittes sind einfach erbärmlich. Es ist eine Schande, ihn hier sehen zu müssen.

Action Extravaganza ... Big Time!

’Big Sister 2000’ ist ein technisches und inhaltliches Worst-Case-Szenario mit Unmengen nackter, silikonbepackter Haut, keinerlei Ideen und dem peinlichsten Eintrag in der Vita des William Smith. Ganz sicher einer der schlechtesten Filme aller Zeiten. Zu jeder Sekunde ärgerlich und zu keiner Sekunde unterhaltsam. Wer solche Streifen inszeniert, der trinkt auch Embryo-Bowle.


Hudson