Der Biggles Effekt - FilmFlausen.de
                          




Der Biggles Effekt


‘Never has a time warp been quite as warped as this.’


Originaltitel: Biggles (1986)
Regie: John Hough Drehbuch: W.E. Johns, John Groves & Kent Walwin
Darsteller: Neil Dickson, Alex Hyde-White, Peter Cushing FSK: 12


Jim Ferguson (Alex Hyde-White) ist ein Yuppie aus der Werbebranche, kurz vor einem dicken Deal und steckt über beide Ohren in den Vorbereitungen zu einer großen Rede.

Babyblau durch die Zeit
Ausgerechnet zu diesem ungünstigsten aller Zeitpunkte taucht ein alter Mann (Peter Cushing) vor seiner Tür auf und faselt scheinbar sinnloses Zeug über Zeitreisen. Nur ein paar Minuten später trifft ein Blitz Jims Appartment und er befindet sich schwuppdiwupp im Schützengraben des ersten Weltkrieges, an der Seite des britischen Piloten Biggles, dem er mal eben das Leben rettet. Kaum sind 3 Minuten vergangen, ist Jim auch schon wieder zurück in New York. Nachdem sich diese Art von Zwischenfall wiederholt, reist Jim nach London um den alten Faselkopp aus Szene eins zu besuchen. Dieser kann ihm das Paradoxon auch nur schwammig erklären: Biggles ist Jims ’Zeitzwilling’, der im 1. WK auf einer wichtigen Mission ist, die besagt eine neue Waffe der Deutschen zu sabotieren. Ohne Jims Hilfe könnte ihm dies möglicherweise nicht gelingen. Also auf ins Zeitabenteuer…

“Den pusten wir das Schmalz aus den Ohren!“
“Klingt ja fantastisch.“
“Ist zumindest ein Versuch.“

Zunächst wusste ich rein gar nichts mit diesem Film anzufangen. ’Yuppie wird durch die Zeit zurück in den 1. WK geschickt, um die Geschichte ins rechte Lot zu lenken’, tja, naja, nee, oder? Das lag allerdings zuerst einmal an den recht oberflächlichen schauspielerischen Leistungen. Sowohl Alex Hyde-White (Roger Cormans ’Fantastic Four’), als auch seine New Yorker Yuppie-Kollegen (u.a. William Hootkins, ’Death Machine’) kommen kaum aus sich heraus.

Anachronismus wow!
Wenn das Geschehen dann aber in der Zeit zurückspingt und die Schützengräben, waghalsige Flugmanöver, eine deutsche Mikrowellen-Supersound-Waffe und der kernige Held Biggles (der übrigens einer gleichnamigen Buchreihe des britischen Piloten und Romanciers W.E. Johns entspringt) ins Zentrum rücken, gewinnt auch der Film an Fahrt und die Figuren an Farbe. Peter Cushing, der hier in seiner letzten Rolle zu sehen war, bekommt kaum genug Zeit vor der Linse, um den Film einen ’würdigen Abschied’ nennen zu können. Dafür gibt’s den wahrscheinlich kürzesten (und steifsten) Schwarzenegger-Cameo aller Zeiten (wink wink, nudge nudge).
Untermalt von einem ’modernen’ Pop-Score (naja, es waren die Achtziger…) und irgendwo zwischen ’Indiana Jones’, ’Zurück in die Zukunft’ und ’Mannequin’, bleibt ’Der Biggles Effekt’ trotz gelungener Action und humorvollen Situationen ein verwässertes Action-Abenteuer, das leider nur selten echte Genre-Größe zeigt. ’A mixed bag’, wie der Anglidingsbums sagen würde.


Hudson