Liebe böse Mama - FilmFlausen.de
                          




Liebe böse Mama


‘Hot Lead - Hot Cars - Hot Damn!’


Originaltitel: Big Bad Mama (1974) Regie: Steve Carver
Drehbuch: William W. Norton & Frances Doel FSK: unbekannt (R-Rated)
Darsteller: Angie Dickinson, William Shatner, Tom Skerritt


Mama und ihre Töchter

Nachdem sie ihre Tochter vor der Hochzeit mit einem Hill-Billy gerettet hat und ihr Liebhaber auf der Flucht von Polizist Donney erschossen wurde, versucht Mama Wilma sich auf dem Markt der Schwarzbrennerei. Bald ist auch dieses Geschäft aufgeflogen und als sie ihre Töchter Polly und Billy-Jean bei einem Auftritt als Bühnen-Stripperinen erwischt, knallen ihre Sicherungen durch.

Dick Miller & Backup
Sie flüchtet mit den beiden vorbei an besoffenen Notgeilen und spinnerten Christen, immer verfolgt von Donney, bis sie durch Zufall in einen Bankraub des Ganoven Fred geraten. Nach einer heißen Nacht bietet dieser Wilma, Polly und Billy-Jean an, bei seinem nächsten ’Ding’ mitzumachen. Als auch noch William Shatner im Gewand eines sleazigen Glücksspielers auftaucht und Mama Wilma die Tochter eines Millionärs entführt, um vom Lösegeld reich zu werden, während Fred das Sexualleben ihrer Töchter ankurbelt, ist das Gemüt des Moral-Mobs erhitzt und die Plotte am Dampfen…

“Die Wahrheit ist, mein armes kleines Mädchen hat überhaupt nichts mit schwarz gebranntem Whiskey zu tun.“
“Außer besoffen zu sein und das Zeug zu verkaufen.“

’Big Bad Mama’ aus dem Hause ’New World Pictures’ (’A Roger Corman Feature Presentation’ so to speak) erinnert nicht von ungefähr an ’Bonnie & Clyde’, hat mit seinen munteren Banjo-Klängen und dem exploitiv-leichtfüßigen Charakter aber einen ungleich heitereren Anstrich. Ernst nehmen kann man einen Film, bei dem einer jungen Dame alle zehn Minuten eine Brust aus dem Kleid fällt und Männer in genau der selben Zeit eine dreiviertel Whiskey-Pulle wegbölken sowieso nicht.

WILLIAM SHATNER!
Schauspielerisch wird hier mit der ganz groben Kelle ausgeholt. Angie Dickinson. William Shatner. Dick Miller. Braucht man eigentlich nicht kommentieren, mach ich aber trotzdem! Dickinson (’Point Blank’) ist die Art von Weib, zu deren Darbietungen sich Quentin Tarantino und Co. als Teenager wahrscheinlich dreimal täglich ihrwisstschonwas. Ein ’Tough Ass Chick’ mit Seele, Titten und einem Six-Shooter. Shatner ist Shatner und schafft es nicht nur, sein Hemd auszuziehen (mehrmals), sondern bewirbt sich einmal mehr um den Posten als ’most hammy actor alive’ . Man stelle sich Tom Skeritt in Badehose und Pullover vor, während er mit Angie Dickinson folgenden Dialog über ihre minderjährige Tochter abhält:
“Da hätt ich ja beinahe was angestellt.“
“Du hast schon genug angestellt, als du mein kleines Mädchen geschwängert hast.“
“Fängst du damit wieder an.“
“Ja, damit fang ich wieder an.“
Der Rest ist pure Unterhaltung, wie man sie von Roger Corman während der 70er gewohnt ist (hier feierte übrigens Bill Paxton seinen Filmbiz-Einstand als Setdekorateur).

Doing it 'The Wild Bunch' Way!

’Big Bad Mama’ ist eine Tommy-Gun von einem Film, versehen mit einer Clownsnase als Schallverstärker. Für Freunde frivoler Gangsterfilme ein Muss.


Hudson