Beyond Sherwood Forest - FilmFlausen.de
                          




Beyond Sherwood Forest


‘The Shadow will fall.’


Originaltitel: Beyond Sherwood Forest (2009)
Regie: Peter DeLuise Drehbuch: Chase Parker
Darsteller: Robin Dunne, Erica Durance, Julian Sands FSK: unbekannt


Robin Hood und seine Merry Men hatten eine Menge zu tun, in den glorreichen Tagen von Sherwood Forest. Guy of Gisborne, Prinz John, der Sheriff von Nottingham, Robert de Rainault, Baron de Belleme, mehr Landsknechte, als man zählen kann, sogar eine Barbarenhorde und ein besonders widerspenstiger Keuschheitsgürtel machten ihnen in der Vergangenheit das Leben schwer.

Who you gonna call?
Bei diesen gewaltigen Vorlagen mussten sich die Macher von ’Beyond Sherwood Forest’ natürlich etwas Besonderes einfallen lassen. Außerirdische oder Drachen wären eine Möglichkeit. Und da die Dösbaddel von ’The Asylum’ wahrscheinlich schon das Patent zu ’Robin Hood conquers the Martians’ angemeldet hatten, entschied sich der SyFy-Channel für zweiteres.
Ganz Recht, ein Drache fliegt über den Forst und als die Handlanger des Sheriffs von Nottingham, unter ihnen der Vater unseres noch jungen Helden, das Biest mit Pfeilen niederstrecken, verwandelt es sich in eine schöne Frau. Malcolm (Julian Sands), seines Zeichens fieser Wicht, will das Blut des Wesens zu eigenen Zwecken missbrauchen, wird jedoch von Hood Sr. aufgehalten. Ein Streit entbrennt und Malcolm erschlägt seinen Kameraden, vor den Augen dessen Sohnes. Robin schwört Rache, geht in den Wald, sammelt eine illustre Schar um sich und wird Rächer der Enterbten (Kurzfassung, im Film selbst isses noch kürzer). Als Jahre später Robins alte Jugendliebe Marian an den ollen Prinz John verhökert werden soll, macht sich die Maid im Grünrock davon und schließt sich den Briganten an. Doch Malcolm, mittlerweile Sheriff von Nottingham, hat die Nase voll von Robins Räubereien und schickt den ihm unterstehenden Drachen gen Sherwood. Dem Helden bleibt jetzt nur noch der Rückzug durch ein magisches Portal in die ’Dark Woods’, in denen Fledermausschwärme, knarzige Bäume, Wölfe aus dem Rechenknecht und ein Zauberonkel auf ihn warten…

"Was soll das heißen, ihr wollt Michael
Praed? Der Typ ist doch schon seit
ein paar Staffeln raus aus Sherwood?"
Spott beiseite. Ich habe kein Problem mit fantastischen Verwurstungen diverser Stoffe, solange diese einigermaßen glaubwürdig in den Kontext gezwirbelt werden. Bis zu einem gewissen Grad ist das ist bei ’Beyond Sherwood Forest’ sogar der Fall. Eine brauchbare Ausstattung und erstaunlich gelungene CG-Effekte fallen hier zuerst ins Auge. Die im Computer designten Kreaturen sind für SyFy Standards schon fast zu gut.
Leider laufen die Protagonisten durch seltsam anmutende Wald-Sets und das farbentsättigte Bild lässt kaum den nötigen ’Sense of Wonder’ für diese Art von Film zu. Das Grün auf Robins Rock sollte man schon erkennen können.
Die größte Schwäche ist jedoch die Unstimmigkeit des Drehbuchs. ’Beyond Sherwood Forest’ funktioniert weder als ’Robin Hood’-Variante, noch als auf eigenen Füßen laufender Fantasy-Streifen. Dafür inszenierte ihn der aus ’21 Jump Street’ und ’SeaQuest’ bekannte Darsteller Peter De Luise (Sohn von Comedy-Legende Dom De Luise) zu sehr wie den TV-Pilotfilm einer nie verwirklichten Serie.
Ein weiterer Schwachpunkt sind die unspektakulär agierenden Darsteller. Robin Hood-Akteur Robin Dunne (’Species III’) fehlt die nötige Spitzbübigkeit, seine Merry Men versprühen keinerlei Charme und Julian Sands wirkt als Sheriff von Nottingham völlig fehl am Platz. Wenn ’Smalville’-Babe Erica Durance das Nonplusultra in Sachen Bildschirm-Charisma darstellt, ist dein Film in Schwierigkeiten.

FIGHT!

Im Gegensatz zu all den anderen Gurken der letzten zehn Jahre tut mir die Absage an Fans des Fantasyfilms bei ’Beyond Sherwood Forest’ beinahe leid. Aber die Einzelteile des Filmes finden einfach nicht zueinander. Hoffen wir auf ’Robin Hood conquers the Martians’…


Hudson